App-Verschlankung

Die Abmagerungskur für üppige Mobil-Apps

Viele Apps werden nach und nach mit immer mehr Funktionen ausgerüstet, bis sie auf einfachen Smartphones kaum noch zu benutzen sind. Doch Abhilfe ist in Sicht.

Mit Maßband messen

Viele Apps benötigen dringend eine Schlankheitskur

Der Gigantismus bei Smartphone-Apps nervt immer mehr Nutzer nicht so üppig ausgestatteter Smartphones. Doch es gibt jetzt eine Gegenbewegung, die sich aber ursprünglich an Nutzer in Schwellenländern aus Afrika und Asien richtete: Abgespeckte Versionen populärer Apps, die es inzwischen von Facebook, dem Messenger, Instagram, Spotify und sogar Twitter gibt.

Sie werden Lite-Apps genannt und bieten nicht alle Funktionen der Big-Version an. Facebook Lite verzichtet beispielsweise auf Storys, Videos, Spiele und anderen Schnickschnack. Wer damit zufrieden ist, den Newsfeed zu lesen, sich mit seinen Freunden auszutauschen und an Gruppen teilzunehmen, der ist mit dieser App auf der sicheren Seite.

Abgespeckte Apps, verschlanktes Android

Der Lohn der Begrenzung: Facebook Lite ist nur etwa 10 MB groß, geradezu schlank verglichen mit den mindestens 150 MB der normalen Facebook-App. Die kann beispielsweise durch heruntergeladene Daten durchaus auf die Monstergröße von 500 MB anwachsen. Ähnlich ist das bei den anderen Lite-Apps: Die abgespeckte Version von Spotify und Instagram brauchen jeweils nur ungefähr ein MB Speicherplatz und benötigen auch deutlich weniger Datenvolumen.

Auch Google hat an die Bedürfnisse von Nutzern mit weniger gut ausgestatteten Smartphones gedacht und neben einer abgespeckten Version seines Mobilbetriebssystems mit der Bezeichnung „Android Go“ auch einige Go-Apps auf den Markt gebracht. Dazu gehören unter anderem Google Assistant Go, YouTube Go, Google Maps Go, Gmail Go und eine Go-Variante von Chrome.

Die Go-Edition von Android ist optimiert für Smartphones mit nur acht GB Flash-Speicher und lässt für andere Apps etwa 4-6 Gigabyte Platz frei – doppelt so viel wie das Standard-Android. Ähnlich sparsam sind die Go-Apps. Im Moment gibt es allerdings noch nicht besonders viele Smartphones mit Android Go. Im deutschen Markt sind das beispielsweise das Nokia 1 und das Blackview A20, die beide weniger als 100 Euro kosten. Der französische Budget-Phone-Hersteller Wiko markiert die Untergrenze: Sein günstigstes Android-Go-Gerät Jerry 5 kostet unter 80 Euro.

Schlanke Apps auch auf Normal-Android nutzen

Doch jetzt der Tropfen Wasser im Wein: Nicht alle Lite-Apps werden in Deutschland angeboten und die Go-Apps sind für herkömmliche Android-Versionen erst gar nicht verfügbar. Das lässt sich jedoch vergleichsweise leicht umgehen, die alternative App-Bibliothek APKMirror bietet sämtliche Apps unabhängig von Geräte- und Länderkodierungen an. Bei dieser App-Bibliothek gibt es aber keine automatische Installation. Die Apps werden in APK-Dateien (Installationsarchiven) angeboten, die manuell geöffnet und konfiguriert werden müssen. Das ist zum Glück nicht besonders schwierig:

  1. In der Einstellungen-App des Smartphones muss unter dem Punkt „Sicherheit > Geräteverwaltung“ die Installation von Apps unbekannter Herkunft erlaubt werden. Damit wird die Sperre von APK-Installationsarchiven deaktiviert.
  2. Anschließend kann die gewünschte APK-Datei mit dem mobilen Browser heruntergeladen werden. In der Benachrichtigungsleiste erscheint ein Download-Hinweis, der nach dem Antippen die Installation startet. Notfalls hilft eine Suche nach der gerade heruntergeladenen Datei mit der App „Downloads“.
  3. Nun beginnt der Installationsprozess, an dessen Ende die App wie gewohnt verfügbar ist.

Doch Vorsicht: Nicht jede App funktioniert auf jedem Smartphone und unter jeder Android-Version. Normalerweise sorgt die Google Play-App dafür, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind und die App problemlos nutzbar ist. Diese Kontrolle fällt beim Installieren von APK-Dateien weg. Doch die Informationen zu der jeweiligen App geben an, für welches Smartphone und welche Android-Version sie geeignet ist.

Bildquelle: Thinkstock

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