Umsatzbringer Mobil Apps

Die App-Ökonomie wächst und gedeiht

Die ersten Unken verkünden schon das Ende der Apps. Doch davon kann keine Rede sein: Die Umsätze steigen und der Markt wächst weiterhin.

Der App-Sturz kommt, die Hype-gläubigen rufen den Tod der App aus. Aller Erfahrung nach ist das ein gutes Zeichen, denn laut der Marktdaten ist alles normal. Die kleinen mobilen Helfer sind so alltäglich, dass viele Leute sie gar nicht mehr bemerken.

App-Ökonomie: Neue Jobs, hohe Umsätze

Und das ist im Regelfall das Zeichen für einen Erfolg, der sich auch an Zahlen festmachen lässt. So soll die App-Ökonomie in den Jahren seit 2008 über 1,6 Millionen Jobs in der EU plus Schweiz und Norwegen geschaffen haben. Davon entfallen nach der Studie des Progressive Policy Institutes etwa 267.000 neue Jobs auf Deutschland.

Auch die weiteren Marktdaten sind beeindruckend: Nach dem „Global Mobile 2016“-Report des App-Analytics-Anbieters Tune wurden 2015 weltweit 400.000 neue Apps im Google Play Store und Apple App Store veröffentlicht. Die Zahl der App-Downloads ist von 130 (2014) auf 180 Milliarden (2015) gestiegen.

Auch die deutsche App-Ökonomie boomt. Nach Rankings der Online Marketing Rockstars hat alleine der umsatzstärkste Spieleanbieter Supercell knapp unter 112 Millionen Dollar Umsatz mit hiesigen Anwendern gemacht. Das Ranking erfasst dabei Bezahl-Apps sowie In-App-Käufe und basiert auf Schätzungen.

Doch auch abseits der Games werden beeindruckende Umsätze gemacht. Navi-Anbieter Garmin spielte 6,3 Millionen Dollar ein und die Fitness-Apps von Runtastic brachten es auf 4,8 Millionen Dollar. Das klingt nach einem guten Geschäft und nicht nach dem Ende der App-Geschichte.

Allerdings hat der App-Markt eine ganze Reihe von Eigenheiten. So dominiert Supercell den Spielesektor. Das finnische Unternehmen verdient unter iOS etwa achtmal so viel wie Zweiplatzierter King und unter Android immerhin noch mehr als doppelt so viel.

Auch bei den Download-Zahlen wirkt die App-Szene wie ein Markt, der vom „The winner takes it all“-Prinzip beherrscht wird. Es gibt inzwischen zwölf Apps, die es auf mehr als eine Milliarde Downloads auf beiden Plattformen bringen. Überraschung: Sie stammen ausnahmslos von Facebook und Google.

Neue Modelle für Service-Apps

Eine weitere Konstante ist die Zahlungsfreudigkeit der iOS-Nutzer. Sie geben deutlich mehr Geld aus als Android-Anwender, das 21 Prozent Marktanteil. Der größte Teil des Geldes geht allerdings an Spieleanbieter.

Nur wenige App-Kategorien ermöglichen ähnlich hohe Umsätze. Diese Ausnahmen sind zum Beispiel die Bildbearbeitungs-App Facetune, Babbel zum Sprachenlernen, Spotify, Dating-Apps sowie die erwähnten Sport- und Navi-Apps.

Apps aus vielen weiteren Kategorien wie Produktivität, Office, Nachrichten oder Reisen machen deutlich weniger Umsatz. Doch inzwischen existiert ein Mittelfeld an Apps, mit denen sich zwar keine Umsatzmillionen machen lassen, aber trotzdem deutliche Umsätze.

So machen nach einer Umfrage von Vision Mobile gut 23 Prozent aller Entwickler Umsätze zwischen ein- und zehntausend Dollar im Monat und 15 Prozent sogar bis zu 100.000 Dollar. Allerdings macht gut jeder zweite Entwickler unter tausend Dollar Umsatz im Monat. Auch hier wieder das Phänomen der Konzentration der Geldflüsse auf wenige Marktteilnehmer.

Ein interessanter Ausreißer ist die Thermomix-App von Vorwerk, die es nur für iOS gibt. Sie erlaubt Nutzer(innen) der Küchenmaschine den Kauf neuer Rezepte. Damit machen die Wuppertaler geschätzte 1,6 Millionen Dollar Jahresumsatz.

Dieses Modell für die App-Ökonomie könnte sich als beispielgebend erweisen. Denn verkauft wird nicht die App, sondern ein Service. Die App allein ist nutzlos, erst in der Kombination mit dem Thermomix entsteht das Geschäftsmodell. Mobile Apps und die damit verbundene Transformation von Dienstleistungen zu digitalen „Smart Services“ könnten sich in Zukunft als ein wichtiges Modell für die App-Ökonomie erweisen.

Bildquelle:Thinkstock

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