Schlaue Armbanduhr

Die Apple Watch kann telefonieren

Das war eine Überraschung: Die Apple Watch kann telefonieren, aber wie bei anderen Funktionen nur zusammen mit dem iPhone.

Uhren sind wieder in und sie erinnern an die digitalen Casio-Armbanduhren der 1970er Jahre: Die Smartwatches kommen. Apple möchte eine ganz große Nummer in diesem Markt sein. Deshalb gibt es jetzt eine Uhr aus Cupertino, die einen Touchscreen, eine Freisprechfunktion zum Telefonieren und viele Apps besitzt.

Wird Apple damit den Massenmarkt erobern können, ähnlich wie mit dem iPhone? Es gibt alle möglichen Überlegungen, wie und wofür man so ein Armbandgerät gebrauchen kann. Doch Märkte haben die Eigenheit, sich nicht immer am Wünschbaren zu orientieren.

Gesundheit und Fitness
Ein möglicher Markt ist die Medizintechnik. Da sich die Smartwatch in Pulsnähe befindet und dicht auf der Haut getragen wird, lassen sich mit medizinischen Sensoren zahlreiche Vitalwerte ermitteln. Sie können einem Arzt durch Langzeitbeobachtung die Diagnose von Krankheiten erleichtern.

Auch ein Einsatz in der häuslichen Alten-und Krankenpflege ist möglich, entweder zur Überwachung der Vitalfunktionen oder bei Alzheimer-Patienten zur Ortung des Aufenthaltsorts. Die Geräte ermöglichen zum Beispiel die Erkennung von Stürzen. Es sind aber auch ganz einfache Hilfen möglich, wie beispielsweise das Vorlesen der Uhrzeit für Sehbehinderte.

Verwandt mit dem Medizinmarkt ist der Fitness-Markt. Er ist im Moment der einzige halbwegs funktionierende Wearables-Massenmarkt, denn Fitness- und Selbstoptimierung-Freaks nutzen die Geräte sehr intensiv und werden sicher auch an einer Apple Watch  Gefallen finden. Mögliche Anwendungen sind zum Beispiel neben der Pulskontrolle auch Schrittzählung, Kalorienverbrauch, Entfernungsmessung, Aufzeichnung von Streckenverläufen und ähnliches.

Im beruflichen, aber auch im privaten Bereich gibt es eine ganze Reihe von praktischen Anwendungsbereichen wie zum Beispiel Terminerinnerung, Zeiterfassung, Streckenerfassung per GPS, Benachrichtigung bei wichtigen E-Mails. Denkbar sind auch intelligente Funktionen die standortabhängig funktionieren und zum Beispiel die Aufenthaltsdauer an bestimmten geographischen Punkten erfassen.

Zahlreiche andere, plausible Möglichkeiten erfordern allerdings ein Ökosystem aus Hardware und Software. So wäre es zum Beispiel theoretisch möglich, Smartwatches auch für Mobile Payment einzusetzen, sodass ein Smartphone nicht immer mit herumgetragen werden muss. Eine andere mögliche Anwendung ist der Einsatz als Zimmerschlüssel in einem Hotel: Nach dem Antippen der Uhr geht die Tür auf.

Nur mit Smartphone
Die Frage ist allerdings, ob es genügend Leute gibt, die diese Funktionen einsetzen möchten. Ein Punkt dabei ist, dass viele Smartwatches, auch die Apple-Uhr, nicht alleine funktionieren, sondern immer die Zusammenarbeit mit einem Smartphone, der Cloud oder beidem voraussetzt.

Durch dieses Teamwork gibt es interessante Funktionen, die von sehr vielen Nutzern bisheriger Smartwatches geschätzt werden. Ein Beispiel: Die Uhr vibriert, wenn auf dem Smartphone einen Anruf kommt. Die meisten Leute bemerken das deutlich besser als beim Handy in der Tasche. Auch der Vibrationsalarm bei eingegangenen Nachrichten (SMS, Facebook, WhatsApp &Co.) ist eine praktische Funktion, ebenso die Fernsteuerung eines Audioplayers. In beiden Fällen kann das Smartphone in der Tasche bleiben.

Ob diese zwar komfortablen, aber eher einfachen Funktionen den Kauf eines Gerätes für einige hundert Euro legitimieren, muss jeder selbst entscheiden. Sinnvoll sind diese Funktionen aber auf jeden Fall nur für Heavy-User, ganz gleich ob es sich um Privatleute oder professionelle Anwender handelt.

Sie haben aber auch noch einen Nachteil. Die Smartwatch muss permanent per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden bleiben, damit die entsprechenden Funktionen genutzt werden können. Das saugt natürlich die Batterie leer.

Bei der Apple Watch beispielsweise ist die Akkulaufzeit der ersten Testmuster kritisiert worden, doch inzwischen soll das Gerät bei intensiver Nutzung immerhin 5 Stunden durchhalten. Bei normaler Nutzung soll sie sogar 18 Stunden überstehen. Damit befindet sich die Uhr von Apple bei der Batterielebensdauer von Mobilgeräten im guten Mittelfeld.

Bildquelle: Apple

Die Apple Watch im Detail

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok