Wissenschaftsjahr 2018

Die Arbeitswelt der Zukunft gestalten

Wie wir in Zukunft arbeiten ist das Thema des Wissenschaftsjahres 2018, einer Initiative des Bundesforschungsministers.

Mutter mit Kleinkind im Homeoffice

Mutter mit Kind im Homeoffice - Arbeitswelt der Zukunft?

Freie Wahl von Arbeitszeit und -ort, Auflösung der festen Raumorganisation und Büroplätze, flexibler Einsatz von Smartphone, Tablet und Notebook dank virtueller Workspaces in der Cloud, „Sofortismus“ und der Impuls, auch nach 22 Uhr noch ein paar E-Mails abzuarbeiten - die langsam heraufziehende Arbeitswelt der Zukunft hat viele Aspekte und sie sind nicht alle positiv.

„Die technologisch getriebene Arbeitsrevolution, die uns von Anwesenheitspflicht und Schreibtischzwang befreien und uns mehr Selbstbestimmung, mehr Freiheit und Lebensqualität bringen sollte – sie versklavt uns nun auch jenseits des Büros“, findet der Digitalberater und Buchautor Markus Albers. Das liegt zum Teil am Beharrungsvermögen des Alten.

Viele Unternehmen führen zwar offiziell flexible Arbeitszeiten ein, erwarten aber unausgesprochen immer noch, dass die Mitarbeiter morgens um neun am Schreibtisch sitzen. Schlimmer noch, einige versuchen, die alte Arbeitswelt durch die Hintertür wiedereinzuführen, indem zum Beispiel E-Mail Server abends und am Wochenende abgeschaltet werden. Im Grunde ein Security-Albtraum, denn natürlich mailen viele Mitarbeiter jetzt mit ihren privaten Accounts - es ist halt praktisch.

In (naher) Zukunft arbeiten wir anders als heute

Die neue Arbeitswelt ist also in Ansätzen schon sichtbar, die Regeln und Strukturen des Industriezeitalters haben aber noch erhebliches Beharrungsvermögen. Hinzu kommen die nächsten Schritte der Automatisierung, bei denen künstlich intelligente Neuronetze und Roboter Aufgaben übernehmen, die bisher ausschließlich von Menschen erfüllt worden sind.

Diese Entwicklung ist in gewisser Hinsicht unabwendbar. Allein das Effizienzstreben der Wirtschaft wird dafür sorgen, dass sich unsere Arbeitswelt stark durch zunehmende Automatisierung verändert. Trotzdem handelt es sich nicht um ein Naturereignis, es kann von der Gesellschaft gestaltet werden. Dies ist auch das Thema des Wissenschaftsjahres 2018. Das alljährlich ausgerufene Wissenschaftsjahr ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die sich in jedem Jahr eine Einzeldisziplin oder Fachgruppe widmet. So gab es bereits Wissenschaftsjahre zu Informatik, Geisteswissenschaften, Energie oder Meere und Ozeane.

In diesem Jahr lautet das Motto "Arbeitswelten der Zukunft". Denn durch die Digitalisierung, alternative Arbeitsmodelle und den KI-Trend stehen Forschung und Zivilgesellschaft vor neuen Chancen und Herausforderungen: Wie werden die Menschen in Zukunft arbeiten? Welche Rolle spielen Wissenschaft und Forschung bei der Gestaltung eben dieser neuen Arbeitswelten? Das Wissenschaftsjahr 2018 soll demonstrieren, welchen Einfluss soziale und technische Innovationen haben und wie sie neue Maßstäbe im gesellschaftspolitischen Dialog setzen.

Die Arbeitswelt muss (und kann) gestaltet werden

Wie in jedem Jahr gibt es eine Vielzahl an Projekten, Veranstaltungen, Ausstellungen, Diskussionsreihen und einen Hochschulwettbewerb, die sich rund um das Thema des Wirtschaftsjahres drehen. Dabei haben die Organisatoren das recht globale Thema in vier unterschiedliche Felder aufgeteilt:

Wachsende und lernende Arbeitswelt: Wie genau die Arbeitswelten der Zukunft aussehen werden, kann heute noch niemand sagen. Sicher ist jedoch: Um sie aktiv zu gestalten, wird die Entwicklung von Kompetenzen immer wichtiger – besonders im Hinblick auf den Umgang mit Daten.

Vernetzte und automatisierte Arbeitswelt: Was genau Roboter bald alles leisten, ist schwer vorhersehbar. Sicher ist: Menschen werden die neuen Kollegen permanent steuern und kontrollieren müssen. Und der Mensch allein entscheidet, wann Roboter zum Einsatz kommen und wann nicht.

Innovative und organisierte Arbeitswelt: Wie genau technologische Fortschritte die Arbeit in den verschiedenen Branchen verändern werden, kann man heute nur erahnen. Klar ist: Durch Innovationen ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, die der Mensch in seinem Sinne gestalten kann.

Vielfältige und gestaltbare Arbeitswelt: Teilzeitarbeit und Homeoffice sind der Beginn eines Trends, der Beschäftigten neue Freiheiten schafft. In neuen Arbeitsfeldern entstehen kontinuierlich neue Chancen. Flexible Arbeitsmodelle und ein mögliches Bedingungsloses Grundeinkommen bieten den Beschäftigten ganz neue Perspektiven.

Dieser Bereich gibt es eigene Veranstaltungen und Wissenschaftsinitiativen. Die zentrale Website des Wissenschaftsjahres sammelt Hinweise auf alle Arten von Veranstaltungen sowie ein Verzeichnis der Partner, die zum Teil eigene Veranstaltungen anbieten.

Bildquelle: Thinkstock

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