Mitarbeiter-Apps

„Die Chancen stehen gut“

Im Interview berichtet Ann Kathrin Stärkel, CMO bei der Flip GmbH, welche Rolle Mitarbeiter-Apps vor allem in Krisenzeiten bei der internen Kommunikation spielen.

Ann Kathrin Stärkel

„Wir nehmen die Sicherheit der Daten sehr ernst“, betont Ann Kathrin Stärkel von Flip.

MOB: Frau Stärkel, inwieweit nutzen Unternehmen für die interne Kommunikation noch eher traditionelle Kanäle wie das schwarze Brett?
Ann Kathrin Stärkel:
Leider ist das schwarze Brett in vielen Unternehmen noch immer der wichtigste Kommunikationskanal. Natürlich hat dieses Tool ein berechtigtes Dasein, doch viele Unternehmen haben oftmals nur dieses als einzigen internen Kommunikationskanal zu ihrer Belegschaft. Durch das schwarze Brett werden aber längst nicht alle Mitarbeiter erreicht. Außerdem sind die Informationen oft veraltet und können leicht übersehen werden. Aktuelle Zahlen belegen, dass weltweit knapp 2,7 Milliarden Menschen nicht an einem Desktop arbeiten. Sie erhalten oftmals wichtige interne Informationen über einen Aushang. Gelungene interne Kommunikation existiert leider in vielen Unternehmen nur für Desktop-Mitarbeiter.

MOB: Warum stellt gerade das Corona-Chaos der vergangenen Monate die ideale Grundlage für eine Digitalisierung in Unternehmen dar?
Stärkel:
Das Thema „Digitalisierung“ wurde von Unternehmen vor Ausbruch der Pandemie total unterschiedlich gehandhabt. Von den einen wurde das Thema sehr stiefmütterlich behandelt, andere Unternehmen sind seit Jahren top aufgestellt und wieder andere sahen die Thematik eher als „Nice-to-have“ an. Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine Notwendigkeit entstanden, dass nun alle Unternehmen sich dem Thema annehmen müssen. Schließlich muss der Geschäftsbetrieb in irgendeiner Form weiter gehen. In den letzten Monaten sind viele Gelder in den Digitalisierungsbereich geflossen. Viele Entscheider in Unternehmen wollen künftig gewappnet sein. Darüber hinaus sind durch die Corona-Krise andere Geschäftsfelder weggebrochen, in die sonst Gelder geflossen sind, welche nun dem Digitalisierungsprozess innerhalb des Unternehmens zugute kommen.

MOB: Welche Rolle werden zukünftig Mitarbeiter-Apps für die interne Kommunikation spielen?
Stärkel:
Ich hoffe sehr, dass Mitarbeiter-Apps zukünftig einen höheren Stellenwert bekommen. Ich denke, die Chancen stehen gut. Eine Mitarbeiter-App bietet nicht nur in Krisenzeiten die Möglichkeit, Nähe zu Kollegen herzustellen oder sie zu informieren. Sie trägt ebenso zu einer positiven Arbeitskultur bei, bei der sich alle Mitarbeiter umfassend einbringen und gleichzeitig informiert werden können. Sie schafft Inklusion, Transparenz und Kommunikation auf Augenhöhe. Gerade in großen Firmen herrscht oft eine gewisse Anonymität und diese kann durch Austausch aller Bereiche und Abteilungen aufgelöst werden. Wer eine Mitarbeiter-App zu nutzen weiß, schafft für seine Mitarbeiter eine bessere Organisation und vereinfacht Arbeitsprozesse.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

MOB: Worin liegen die Vorteile gegenüber traditionellen Informationsmethoden? An welchen Stellen hakt es manchmal noch?
Stärkel:
Der größte Vorteil einer Mitarbeiter-App gegenüber traditionellen Informationsmethoden ist die vollständige Inklusion aller Mitarbeiter, auch derer, die in Produktionshallen, Lagern oder im Außendienst tätig sind. Führungskräfte können in Echtzeit Kontakt zu ihren Mitarbeitern aufnehmen. Unabhängig davon, ob diese gerade in der Werkhalle, im Homeoffice oder am Fließband arbeiten. Es wird ein einheitlicher Kommunikationskanal für alle geschaffen und niemand wird ausgeschlossen. Außerdem können entsprechende Apps dabei helfen, dass Arbeitnehmer einfacher mit Führungskräften in Kontakt treten.

MOB: Wie wird bei der Nutzung von Mitarbeiter-Apps die Sicherheit der Daten gewährleistet?
Stärkel:
Die Datensicherheit hängt natürlich stark vom Anbieter ab. Ich kann daher nicht für jede Mitarbeiter-App sprechen. Für uns ist es aber ein enorm wichtiges Thema. Wir nehmen die Sicherheit der Daten sehr ernst und haben daher eine DSGVO- und Betriebsratskonforme App gebaut. Diese funktioniert ohne Zugriff auf private Daten und das Login basiert auf den üblichen Industriestandards. Die Systemdaten liegen in einer per externen Login geschützten, nur lokal erreichbaren Datenbank. Dadurch kann nicht einmal direkt über den Server auf die Daten zugegriffen werden. Selbst für uns ist es unmöglich, an diese Daten zu gelangen. Die Daten bleiben also ausschließlich in dem Unternehmen.

Bildquelle: Flip GmbH

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