Dropbox rüstet auf

Die Drehscheibe für die Cloud

Dropbox soll zum Universalspeicherdienst für Cloud-Dienste und Mobil-Apps werden. Das ist praktisch für alle, die an Daten interessiert sind.

Dropbox: Bald eine Lagerhalle für alle Daten?

Dropbox ist jetzt sechs Jahre alt und längst nicht mehr die eher schlicht gestrickte Online-Festplatte der Anfangszeit. Es gibt öffentliche Links, Bildgalerien und außerdem ist der Dienst zu einer Art Universalspeicher für zahlreiche andere Mobil-Apps geworden.

175 Millionen Anwender nutzen das praktische und einfache Speichern in der Cloud. In Zukunft sollen es noch mehr werden, die Dropbox als zentrale Speicherstelle für die Daten ihre Apps nutzen. Dafür hat das Unternehmen die Dropbox-Plattform mit der Datastore-API gestartet.

Damit können Entwickler von Apps deutlich einfacher auf Dropbox-Speicherplatz zugreifen und die Inhalte ihrer Apps über mehrere Systeme hinweg aktuell halten. Etwas einfacher ausgedrückt: Dropbox will weg von der Festplatten-Metapher. Stattdessen soll die Dropbox-Synchronisation direkt in die Apps integriert werden.

Das ist in etwa vergleichbar mit der Integration von iCloud in iOS, allerdings in der App. Letztlich entsteht dadurch eine Art von abstrakter Speicherebene, bei der eine App lediglich Dokumente absendet und anfordert, während sich Dropbox um alles andere kümmert. Die Dropbox-Plattform kann sogar als vorgefertigtes Plugin für Datenspeicherung eingesetzt werden.

In diese Richtung gehen die Überlegungen des Dropbox-CEOs Drew Houston. Seine Vision: Eine App bietet nicht mehr Dropbox als zusätzlichen Speicherservice an, sondern speichert generell nur noch dort. Grundsätzlich kann dabei auf die Installation der Dropbox-App oder die Buchung eines eigenen Accounts verzichtet werden.

Diese Entwicklung ist eine logische Folge der immer größeren Bedeutung von Cloud-Diensten und mobilen Apps. Immer mehr Nutzer wollen ihre Daten nicht nur auf einem bestimmten Desktop-PC nutzen, sondern setzen mindestens zwei, häufig aber deutlich mehr Geräte ein - auf denen dann auch alle Daten jederzeit in aktuellen Versionen vorhanden sein sollen.

Doch das Zukunftsszenario hat deutliche Schattenseiten: Zum einen gibt der Anwender den direkten Dateizugriff auf seine Daten auf, so dass er sie zum Beispiel nicht mehr in eigener Regie verschlüsseln kann. Zum anderen wird eine solche Datensammlung natürlich für all jene besonders interessant sein, die diese Daten gerne auswerten möchten.

Bildquelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de

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