Mobile World Congress 2016

Die Evolution des Smartphones ist am Ende

In Barcelona gab es wenige Innovationen bei den Smartphones - die Hersteller setzen auf Zubehör.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wurden Ende Februar mit dem üblichen Tamtam wieder etliche neue, vorher natürlich super-geheim gehaltene Smartphones vorgestellt. In den Gesprächen vor Ort war es dann jedoch kein Geheimnis, dass es bei der Entwicklung dieser neuen Geräten generell nur noch um kleine Schritte nach vorne geht. Viele westliche Märkte sind gesättigt, die Differenzierungsmerkmale neuer Geräte in puncto Technik sind sehr gering und – seien wir ehrlich – in puncto Design kaum vorhanden. Im Kern ist das übrigens auch das Problem von Apple, traditionell nicht in Barcelona vertreten.

Sonys CEO Kazuo Hirai sieht bereits das Ende der Smartphones kommen: In der Welt am Sonntag gab er unverblümt zu, Smartphones stünden „an einem Scheidepunkt.“ Schon jetzt gebe es „keine wesentlichen Innovationssprünge mehr.“

Zubehör statt Innovation


Das neue Differenzierungsmerkmal der Hersteller ist nun Zubehör, so der Eindruck auf dem MWC. Gadgets und Erweiterungen waren für die meisten Konsumenten schon immer wichtig; dies ließ ein Heer meist asiatischer Zubehörschmieden entstehen. Nun sind es die großen Hersteller, die sich mangels Smartphone-Innovationen und neuen Killer-Features viele Gedanken über das Eco-System rund um ihre neuen Geräte machen. LG bietet z.B. mit dem neuen G5 Erweiterungen für die Kamera, für das Musikhören sowie einen austauschbaren Akku an.

Eine wichtige Rolle spielt auch die virtuelle Realität (Virtual Reality, VR): Sehr viele neue Smartphones kommen mit passenden 360-Grad-Kameras und VR-Headsets daher. Insbesondere Samsung legte hier einen Schwerpunkt in Barcelona. Auch Fitness-Gadgets und smarte Uhren sind nach wie vor angesagt und werden meist noch über die Schaltzentrale Smartphone gesteuert, wie auch die meisten Smart-Home-Applikationen.

Angesichts der wachsenden Vernetzung von immer mehr Geräten freuen sich zwar die Anbieter von mobilen Infrastrukturlösungen. Die Lage für Smartphone-Hersteller allerdings bleibt schwierig.

Daher versuchen die Hersteller durch all das neue Zubehör erstens fehlende Innovationskraft zu überspielen, zweitens ein paar Dollar extra zu verdienen und drittens sollen die Kunden so der Marke treu bleiben: Android als dominierendes OS macht es Nutzern einfach, die Hersteller zu wechseln. Investiertes Geld in Zubehör, das zu anderen Herstellern eher schwer kompatibel ist, zwingt allerdings zur Loyalität.

Soweit die dreifaltige Hoffnung der Smartphone-Bauer. Deren Perspektiven waren schon mal besser.

 

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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