Google Translator

Die KI-Übersetzer kommen

Maschinenübersetzungen sind noch lange nicht perfekt. Jetzt soll Deep Learning den letzten Schliff bringen.

Übersetzer sind noch nie besonders gut bezahlt gewesen, lediglich in einigen Nischen wie Technik oder Jura wurden akzeptable Honorare gezahlt. Doch inzwischen sind die Preise für Übersetzungen noch stärker unter Druck geraten, nämlich durch Maschinenübersetzungen, etwa durch den bekannten Google Translator.

Die Leistung dieses Werkzeugs sind akzeptabel, vorausgesetzt der Ausgangstext ist einfach formuliert. Eine solche maschinelle Übersetzung sollte für die Eindeutschung von Massentexten wie Bedienungsanleitungen, Katalogtexten und ähnlichen Dingen ausreichen, sodass der Übersetzer im Grunde nur noch als Korrektur tätig wird.

So arbeiten Übersetzungsprogramme

Dadurch ist natürlich eine Situation entstanden, in der Auftraggeber immer weniger gewillt sind, für Übersetzungen besonders viel Geld auszugeben - die Maschine macht es ja schließlich umsonst. Aber kann sie es wirklich? Google Translator hat aus dem ersten Absatz dieses Artikels folgendes gemacht:

Translators have never been particularly well paid; only in some niches such as technology or law did there be quite acceptable fees. In the meantime, the prices for translations have come under even greater pressure, namely through machine translations, for example through the well-known Google Translator.

Nicht schlecht: Das Ergebnis klingt zwar nicht besonders elegant, reicht aber aus, um sich beispielsweise in einer E-Mail verständlich zu machen. Auch andere Dienste für Maschinenübersetzungen im Web schlagen sich nicht schlecht mit dem ersten Teil des Artikels, etwa Systran, ein klassisches Werkzeug für Maschinenübersetzungen, oder der Microsoft Translator.

Translators were never particularly well paid, in some niches such as technology or law acceptable fees were only paid. But in the meantime the prices for translations are still more strongly guessed/advised well-known Google translator under pressure, i.e. by machine translations, approximately by that. (Systran)

Translators were never particularly well paid, only in some niches such as engineering or law acceptable fees have been paid. But now prices for translations are under even more pressure, namely by machine translations such as the well-known Google Translator. (Microsoft Translator)

Ein Übersetzer dürfte bei diesen Ergebnissen allerdings mit den Zähnen knirschen. Denn für eine Eindeutschung mit Qualitätsanspruch reichen die Ergebnisse der automatischen Übersetzer nicht aus. Vor allen Dingen bei schwierigen Texten wird sehr schnell deutlich, dass eine Maschine am Werk war.

Die maschinelle Übersetzung ist oft bestenfalls als Rohmaterial zu benutzen und muss noch aufwendig nachbearbeitet werden. Der Grund: Die Übersetzungsprogramme nutzen eine phrasenbasierte Technologie, bei der feststehende Ausdrücke und einzelne Wörter übersetzt werden.

Neuer Google Translator mit KI

Das soll jetzt anders werden, Google führt zum zehnten Jubiläum seines Übersetzung-Services eine neue, KI-basierte Technologie ein - bislang aber nur für Übersetzungen aus dem Chinesischen in das Englische.

Der Übersetzer basiert auf einem neuronalen Netzwerk und der Methodik des „Deep Learning“. Die Übersetzungssoftware nutzt dabei ein vernetztes Wortverzeichnis. Jedes Wort ist mit vielen anderen Wörtern und Bedeutungen mehr oder weniger stark verbunden.

Durch die Auswertung von zusätzlichem Rohmaterial aus Originaltext und Übersetzung kann das neuronale Netz die Gewichtungen dieser Verbindungen verbessern und gleichzeitig auch die „Pfade“ optimieren, die zwischen Originalen und Übersetzungen existieren.

Die Übersetzung wird aus den wahrscheinlichsten Übersetzungsvorschlägen erzeugt. Ähnlich wie beim bisherigen Google Translator können die Nutzer die Ergebnisse bewerten und korrigieren. Dadurch ist das neuronale Netzwerk in der Lage, im Laufe der Zeit immer besser zu werden.

Bereits jetzt gibt es interessante Ergebnisse: In Tests des neuronalen Netzwerks zeigte sich laut Google, dass die Fehlerquote bei Englisch/Deutsch-Übersetzungen um etwa 60 Prozent gegenüber dem bisherigen Übersetzungsprogramm gesunken ist.

Ob das aber ausreicht, um menschliche Übersetzer zu ersetzen, ist noch völlig offen. Zumindest die ersten Tests bei der Übersetzung aus dem Chinesischen zeigen, dass auch der neue KI-Übersetzer seine Grenzen hat. Es wird interessant sein, die Qualitätsveränderung der Übersetzung zu beobachten, wenn das System längere Zeit in Gebrauch ist.

Denn es ist natürlich in erster Linie davon abhängig, dass es korrekte Übersetzungen erhält. Grundsätzlich ist ein neuronales Netzwerk auf jeden Blödsinn zu trainieren, zum Beispiel auf fehlerhafte Übersetzungen. Dazu muss es bloß entsprechend fehlerhaftes Material als Deep-Learning-Futter bekommen. Die ersten Trolle werden sich sicherlich schon die Hände reiben.

Bildquelle:Thinkstock

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