Laut Jessica Grisolia kann der Aufbau einer effektiven Omnichannel-Strategie die Kundenbindung für den Einzelhändler stärken.
MOB: Frau Grisolia, welchen Stellenwert schreiben Händler in ihren Filialen einem mobilen Point Of Sale (mPOS) zu?
Grisolia: Ein mobiler Point of Sale hat sehr viele Vorteile – sowohl für Kunden als auch für Mitarbeiter und die Händler selbst. Zum einen ermöglicht ein mPOS den Verkäufern, die Kaufinteressenten überall im Laden zu beraten. Somit verbessern die mobilen Geräte das Kundenerlebnis. Ein weiterer großer Pluspunkt: Sind die Kassenbereiche durch einen Kundenansturm oder während der Haupteinkaufszeiten überlastet, können Händler durch mPOS weitere Anlaufstellen für das Bezahlen anbieten, verkürzen so die Wartezeit und ersparen sich Investitionen in Hardware.
MOB: Welche Technologie steckt hinter dem Ganzen?
Grisolia: Mit den technischen Fortschritten und der Öffnung der Zahlungssysteme in den letzten Jahren haben Software-Unternehmen Smartphones in POS-Systeme verwandelt, deren Smart-Data-Capture-Lösungen sie zu leistungsstarken Scannern machen. Darüber hinaus können dieselben Smartphones jetzt auch als intelligente Werkzeuge zur Datenerfassung eingesetzt werden, da sie gleichzeitig als leistungsstarke Scanner und Datenerfassungsgeräte genutzt werden können. Die Funktion des mPOS ist damit nicht nur auf das Kassieren beschränkt, sondern kann auch beim Regal-Management helfen, Informationen scannen, Ausweisdokumente erfassen oder Zustellprozesse wie Click and Collect ermöglichen. Die optimale Smart-Data-Capture-Technologie scannt zuverlässig Barcodes, Texte und Ausweise auch bei schlechten Lichtverhältnissen, ungünstigen Scanwinkeln und beschädigten Barcodes, um alle Ladenumgebungen und Produkte zu berücksichtigen und den Mitarbeitern zu helfen, die Kunden schnell zu bedienen.
MOB: Wie können Retailer eine Smart-Data-Capture-Lösung in ihre bestehenden Systeme integrieren?
Grisolia: Durch ein Software Development Kit lässt sich die Scanlösung unkompliziert und schnell in jede App integrieren. Falls Händler keine Änderungen an Drittanbieter-Apps vornehmen dürfen, können sie beispielsweise Scandit Express nutzen. Durch das Herunterladen der Barcorde-Scan-App der Express-Lösung erhalten Händler einen sofortigen und codefreien Zugang auf die Smart Data Capture Platform und können Daten dort mit hoher Geschwindigkeit erfassen und weiterverarbeiten.
MOB: Inwieweit können die Vorteile des Online-Handels mit dem stationären Handel verbunden werden – Stichwort „Omni-Channel-Strategie“?
Grisolia: Sowohl Apps für Kunden als auch für Mitarbeiter bieten Einzelhändlern eine große Chance, die Customer Journey nahtlos zu gestalten, so dass Verbraucher davon profitieren können. Einzelhändler sollten in der Lage sein, Kunden personalisierte Angebote und Produktempfehlungen auf Grundlage früherer Einkäufe zu unterbreiten, unabhängig davon, ob sie die App zu Hause oder im Geschäft nutzen. Apps für Mitarbeiter mit integrierter intelligenter Datenerfassungstechnologie bringen viel Online-Komfort in die Geschäfte und sind daher ein interessantes Instrument für jede Omni-Channel-Strategie, um das Kundenerlebnis zu verbessern. So können Mitarbeiter beispielsweise mit einer App durch einfaches Scannen detaillierte Produktinformationen abrufen, in Echtzeit erfahren, ob und wo es vorrätig ist und einen Artikel für einen potenziellen Käufer bestellen und nach Hause oder ins Geschäft zur Abholung liefern lassen. Die Verbraucher selbst könnten die App eines Einzelhändlers nutzen, um zu Hause eine Einkaufsliste zu erstellen, bevor sie das Geschäft betreten, um ihre Artikel auszuwählen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Online-Ausgabe 3-4/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo der Print-Ausgabe.
MOB: Was sind dabei noch häufige Stolpersteine?
Grisolia: Damit Ladengeschäfte stärker mit der Online-Welt verschmelzen, muss noch einiges passieren. Zum einen sollten Händler das Online- und Offline-Geschäft nicht getrennt voneinander betrachten, sondern als Einkaufsoptionen, die sich gegenseitig beflügeln. Letztendlich geht es darum, Konsumenten in beiden Welten attraktive Einkaufserlebnisse zu bieten. Um dies zu erreichen, müssen Einzelhändler über die vielen miteinander verbundenen Systeme nachdenken und sicherstellen, dass diese nahtlos integriert werden, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. So sollten sie beispielsweise sicherstellen, dass die Mitarbeiter im Geschäft oder die Kunden zu Hause über die App den Lagerbestand bestimmter Produkte sowohl online als auch in ihren Geschäften vor Ort transparent einsehen können.
Bildquelle: Scandit