Um maximal kritische Infrastrukturen am Laufen zu halten, bedarf es speziellen Know-hows.
Ölbohrinseln und -plattformen gehören zu den sensibelsten Umgebungen, in denen das Internet of Things (IoT) zum Einsatz kommt. Dort gibt es nichts, was nicht überwacht werden muss – von den Wetterbedingungen und Temperaturen über den Öldruck und die Bewegung der Plattform auf hoher See bis hin zum Status der verschiedenen Systeme an Bord. Ohne die akribische Überwachung all dieser Parameter rund um die Uhr ist es unmöglich, eine Ölplattform am Laufen zu halten. Jeder Ausfall ist zudem extrem teuer: Der Umsatzverlust pro Tag bei einem Ausfall einer durchschnittlich großen Bohrinsel oder Ölbohrplattform beläuft sich auf mehrere Millionen US-Dollar. Und nicht nur das – er kann auch lebensbedrohlich sein. Deshalb ist die IoT-Verfügbarkeit gerade in dieser Branche von noch größerer Bedeutung als in anderen.
Mit über 20 Jahren Erfahrung im IT-Infrastrukturservice und als Experte für IoT-Field-Service leistet das Nürnberger Unternehmen Hemmersbach IoT-Dienstleistungen für die Öl- und Gasindus-trie auf der letzten Meile bis zur Bohrplattform in der Nordsee – aber auch in allen anderen Regionen dieser Welt, in denen Öl gefördert wird. In besonders schwierigen Umgebungen wie der Nordsee sind Erfahrung und Know-how von entscheidender Bedeutung. Alleine in Norwegen verfügt der IoT-Dienstleister deshalb über rund 30 speziell ausgebildete Techniker, die ca. 40 Ölplattformen und 35 Bohrinseln vor der norwegischen Küste betreuen. Dabei kümmern sie sich um Installation, Wartung und Instandhaltung der verschiedenen IoT-Sensoren, die Temperaturen, Druck, Bewegung und andere kritische Parameter messen und lebenswichtig sind. Das alles trägt dazu bei, eine Ölplattform am Laufen zu halten und dem Personal an Bord die Arbeit zu ermöglichen – Tag und Nacht. „Wir können innerhalb eines Tages einen Techniker vom Festland auf die Bohrinsel bringen – vorausgesetzt, die Wetterbedingungen erlauben es uns, vom norwegischen Festland auf die Plattform in der Nordsee zu fliegen“, sagt Line Sundet, Area Manager Nordics bei Hemmersbach.
Gut geschulte Techniker und eine optimal eingeübte Logistikkette sind unerlässlich. Ein weiterer wesentlicher Aspekt, um das IoT an die entlegensten Orte der Welt – wie eben eine Ölbohrplattform in der rauen Nordsee – liefern zu können, sind standardisierte, globale Prozesse, um spezifische Anforderungen wie die der Öl- und Gasindustrie zu erfüllen: Schnelligkeit, Zuverlässigkeit sowie Compliance und Sicherheit sind dafür unerlässlich. Die Techniker von Hemmersbach spielen eine entscheidende Rolle dabei, die kritischsten Infrastrukturen der Welt 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche am Laufen zu halten.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Die Herausforderungen bei der Wartung der IoT-Systeme einer Bohrinsel oder Plattform sind bei weitem nicht nur technischer Natur. Das technische Personal, das auf Bohrinseln und Plattformen in der Nordsee (aber auch auf allen anderen Ölbohrinseln und -plattformen weltweit) eingesetzt wird, muss strenge Anforderungen in Bezug auf seine Gesundheit und sogar seine mentale Verfassung erfüllen. Vor ihrem ersten Einsatz absolvieren die Techniker ein spezielles Training, das sie auf die Arbeit unter schwierigen Bedingungen auf einer der Plattformen vorbereitet, etwa auf schwere Stürme und sintflutartigen Regen, aber auch auf die mentalen Herausforderungen, wenn sie die Bohrinsel oder Plattform wegen schlechten Wetters nicht rechtzeitig verlassen können und dort zum Teil deutlich länger als geplant auf ihren Rückflug zum Festland warten müssen. „Um ehrlich zu sein, braucht es eine bestimmte Art von Persönlichkeit, um diesen Job zu machen. Denn nicht nur körperliche, sondern auch mentale Stärke ist bei der Arbeit auf einer Bohrinsel oder Plattform sehr wichtig“, erklärt Sundet. „Das fängt schon damit an, dass das Abseilen aus einem Hubschrauber nicht jedermanns Sache ist. Das ist aber manchmal notwendig, weil Bohrinseln – anders als Plattformen – im Meer schwimmen und daher keinen Landeplatz haben. Und es hat auch einen ganz menschlichen Aspekt: Da nicht nur der Flug zur, sondern auch der Rückflug von der Bohrinsel von den Wetterbedingungen abhängt, ist es für die Techniker nicht immer eine Gewissheit, wann sie wieder zurück nach Hause kommen. Wir hatten schon Techniker, die Weihnachten auf einer der Bohrinseln verbringen mussten, während ihre Familien auf sie warteten.“
Was die offensichtlichen örtlichen Herausforderungen angeht, können sich die Techniker auf ihre Erfahrung mit der Arbeit in herausfordernder Umgebung, die für ihre Wetterbedingungen oder geografischen Extreme berüchtigt sind, verlassen. Standardisierte Prozesse, die Hemmersbach überall auf der Welt anwendet, helfen ihnen darüber hinaus, die Anforderungen an die Regularien und Compliance – die nicht nur in der Öl- und Gasindustrie besonders streng sind – zu erfüllen. Langjährige Erfahrung in der globalen Wartung von IoT-Geräten der Branche hilft dabei, neue Vorschriften und Compliance-Anforderungen schnell zu übernehmen, egal ob sich die Bohrinsel oder Plattform in der Nordsee, vor der Küste Brasiliens oder Nigerias befindet.
Bildquelle: Getty Images