Prozessoptimierung und Kosteneinsparung

Die neuen Impulse von Virtual Reality

„Virtual Reality bringt vielen Geschäftsfeldern neue Impulse zur Prozessoptimierung und Kosteneinsparung“, betont Sebastian Hill, Einkaufsleiter bei der Siewert & Kau Computertechnik GmbH, im Interview mit MOBILE BUSINESS.

Sebastian Hill, Siewert & Kau

„VR-Produkte sind erklärungsbedürftig und zudem – gerade im B2B-Umfeld – noch recht kostspielig“, weiß Sebastian Hill, Einkaufsleiter bei der Siewert & Kau Computertechnik GmbH.

Herr Hill, welchen Stellenwert hatte Virtual Reality (VR) – ganz allgemein betrachtet – im vergangenen Jahr? Ist VR beim Endnutzer angekommen?
Sebastian Hill:
Virtual Reality hat in den letzten Jahren vor allem die Gaming-Branche geprägt. 2016 kristallisierte sich jedoch heraus, dass VR-Devices, die bisher nur im hohen Preissegment erhältlich waren, nun auch zu erschwinglichen Konditionen verfügbar und damit für immer mehr Anwender attraktiv sind. Wir beobachteten im vergangenen Jahr zudem eine signifikante Zunahme an neuen VR-Produkten am Markt, insbesondere für Consumer. Und auch in der Industrie hat Virtual Reality Einzug gehalten und Arbeitsabläufe bereits nachhaltig verändert. Es handelt sich also eindeutig um einen wachstumsstarken Trend, der noch viel Absatzpotential generieren wird.

Was haben die Nutzer der Technik noch am häufigsten bemängelt? An welchen Stellen gibt es Verbesserungsbedarf?
Hill:
Verbesserungsbedarf besteht sicherlich noch in der Auflösung der verbauten Displays. Einige Unternehmen arbeiten inzwischen daran, die Sichtbarkeit einzelner Pixel deutlich zu reduzieren und den Gitternetzlinieneffekt nahezu komplett einzudämmen. Zudem gibt es bereits Hersteller, die VR-Devices mit einer Bildqualität von bis zu 8K liefern können – das ist dann schon eine ganz andere Hausnummer. Auch die autonome Stromversorgung ist noch nicht ideal. Zwar sind einige VR-Brillen mit einem Akku ausgestattet, dieser ist jedoch relativ groß und bietet bislang meist keine zufriedenstellende Laufzeit.

Was glauben Sie, wird VR im Jahr 2017 bieten können?
Hill:
Virtual Reality bringt vielen Geschäftsfeldern neue Impulse zur Prozessoptimierung und Kosteneinsparung. Architekten können z.B. Umbauten an Gebäuden direkt in der virtuellen Welt gestalten. Ein Chirurg hat die Möglichkeit, schwierige Eingriffe im Vorfeld zu simulieren und die Automobilbranche profitiert von virtuellen Autokonfigurationen, sodass Kunden schon vor Bestellung das Wunschauto individuell testen können. Im B2B-Bereich gibt es noch viel Spielraum und Anwendungsgebiete werden sich immer weiter ausdifferenzieren.

Entertainment vs. Business: Wo sehen Sie die Haupteinsatzgebiete der VR-Technik? Können Sie konkrete Anwendungsbeispiele nennen?
Hill:
Natürlich hat die Entertainment-Branche den Hype um Virtual Reality maßgeblich initiiert. VR und auch Augmented Reality (AR) bieten aber inzwischen mehr als reine Spielfreude: Im Education-Bereich geben VR-Devices bei technischen Ausbildungsberufen visuelle Hilfestellung, um sich einzelne Arbeitsschritte nicht nur theoretisch anzueignen, sondern gleich praktisch umzusetzen. Der Lernfortschritt kann so beschleunigt werden. Und auch in der Logistik wird die AR-Technik bald keine Zukunftsmusik mehr sein und immer häufiger zum Einsatz kommen. Lagermitarbeitern werden mittels Datenbrillen Packvorgänge automatisch angezeigt und ein eingebautes Navigationssystem führt direkt zum entsprechenden Regal. Da keine Packzettel mehr benötigt werden, reduziert das nicht nur den Papierverbrauch, sondern optimiert auch die Laufwege der Lageristen. Bis zu 80 Prozent der Laufenergie wird dank dieser Methode eingespart. Im Logistikbereich verspricht Augmented Reality daher ebenfalls großes Potential.

Was sollte man beim Kauf entsprechender VR-Hardware beachten?
Hill:
Generell gilt: VR-Produkte sind erklärungsbedürftig und zudem – gerade im B2B-Umfeld – noch recht kostspielig. Wir stehen unseren Fachhändlern bei der Einführung neuer und komplexer Technologien daher beratend zur Seite und erarbeiten gemeinsam mit ihnen effiziente Lösungen. Da sich die Technik auf diesem Gebiet ständig weiterentwickelt, schulen wir unsere Mitarbeiter kontinuierlich und garantieren so, unsere Kunden stets mit IT-Know-how und Service-Tiefe zu betreuen. Unsere Reseller sind auf dem aktuellsten Stand der Technologie und können damit beim Endverbraucher punkten.

Bildquelle: Siewert & Kau

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