Deutscher Start-up Monitor 2016

Die Start-up-Szene wächst und internationalisiert sich

Gute Stimmung bei den Start-ups: Die meisten sind zufrieden und erwarten, dass sich die Geschäfte im nächsten halben Jahr verbessern werden.

Der Deutsche Start-up Monitor (DSM) untersucht in jährlichen Abständen den Zustand der deutschen Start-up-Szene in der Digitalwirtschaft. Die aktuelle Studie ist bereits die vierte, die vom Bundesverband Deutsche Start-ups präsentiert wird. Inzwischen handelt es sich bei den Ergebnissen um gut belastbare Daten, da über 1.200 Start-ups aus zahlreichen Branchen teilnehmen. Dadurch entsteht ein realistischer Blick auf das Start-up-Ökosystem in Deutschland.

Berlin bleibt stark, aber andere Regionen holen auf

Eines der wichtigsten Ergebnisse: Die Start-up-Szene wird (etwas) weiblicher, denn der Frauenanteil unter den Gründern steigt. Trotzdem sind erst knapp 14 Prozent der Unternehmen von Frauen gegründet worden. Auch die Internationalisierung schreitet fort, Belegschaft und Marktstrategie deutscher Startups werden globaler. So besitzen 30 Prozent der Mitarbeiter keine deutsche Staatsbürgerschaft und über 80 Prozent der Unternehmen planen eine weitere Internationalisierung.

Der Studie gelingt es, einige Klischees zu widerlegen. Zwar ist Berlin auch weiterhin die Start-up-Hauptstadt, doch andere Regionen holen auf. So steht die Metropolregion Rhein-Ruhr inzwischen auf dem zweiten Platz und überrundet damit die Rhein-Neckar-Region sowie den Großraum München. Auf Platz fünf kommt dann, noch vor Hamburg, der Überraschungskandidat: In der Region Hannover/Oldenburg finden sich knapp unter 7 Prozent der von der Studie erfassten Start-ups.

Auch bei der Verteilung der Start-ups auf unterschiedliche Branchen gibt es interessante Zahlen. So gehören zwar ungefähr zwei Drittel aller Start-ups zum engeren Bereich der digitalen Wirtschaft, doch das verbleibende Drittel verteilt sich auf einige andere Bereiche, unter anderem Nahrungsmittel, grüne Technologie und Bildung.

Ein deutlicher Unterschied zu Start-ups etwa aus den USA ist die immer noch vergleichsweise geringe Internationalisierung. Die Start-ups erzielen rund 80 Prozent ihrer Umsätze in ihrem Heimatmarkt. Doch die Internationalisierung soll verstärkt werden, wobei 40 Prozent der Start-ups hier zunächst einmal die EU-Länder als nächsten Meilenstein ins Auge gefasst haben.

Start-ups beschäftigen im Durchschnitt 14 Mitarbeiter

Dabei können viele Unternehmen auf die Kenntnisse ihres Mitarbeiterdrittels aus dem Ausland zurückgreifen. Interessant ist dabei, dass knapp 12 Prozent der internationalen Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern stammen. Das spricht für die Weltoffenheit der Start-up-Szene und die Attraktivität der entsprechenden Standorte.

In gewisser Hinsicht sind die 1.200 Start-ups bereits eine gewisse Wirtschaftsmacht, denn sie beschäftigen im Durchschnitt etwas mehr als 14 Mitarbeiter inklusive des Gründerteams. Anhand der Zahlen zu den Regionen zeigt sich, dass vor allem die traditionellen Standorte Berlin und München bereits relativ große Unternehmen hervorgebracht haben – mit 28 (Berlin) oder sogar 31 (München) Mitarbeitern neben den Gründern.

Der Abstand zu anderen Regionen ist groß, an Rhein und Ruhr sind es beispielsweise nur sieben Mitarbeiter ohne Gründer. Hier zeigt sich, dass die Entwicklung in den beiden Großstädten schon recht weit vorangeschritten ist und die Anzahl der Unternehmen mit erfolgreich skalierten Geschäftsmodellen größer ist als anderswo.

Wenn es nach den befragten Unternehmen geht, wird das auch so weitergehen: In den nächsten Jahren sollen mehr als 5.600 neue Stellen entstehen. Dazu passen zwei weitere Fakten: Fast 90 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend und etwa drei Viertel glauben, dass sich ihre Situation im nächsten halben Jahr noch weiter verbessern wird.

Bildquelle: Thinkstock

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