Ein möglichst breiter Zugang ist eine der Hauptvoraussetzungen für den Erfolg einer Metaverse-Plattform.
Die technologischen Weiterentwicklungen der letzten zehn Jahre sind der nächste logische Schritt in der Evolution von (nicht nur sozialen) Plattformen und werden diese langfristig ablösen. Grund genug also für CTOs, CIOs und Tech-Team-Leader, sich das Rückgrat des Metaverse einmal genauer anzuschauen.
Die Services der großen Cloud-Anbieter (Amazon Web Services, Google Cloud Platform oder Microsoft Azure), sind schon lange fester Bestandteil der Architektur moderner Applikationen. Auch die Umsetzung von Metaverse-Plattformen bedient sich dieser Services. Dies geht heute über das reine Bereitstellen von Rechenleistung hinaus - bis hin zu smarten Services wie skalierbarem Container-Hosting, AI-basiertem Image- oder Audio-Processing oder Data Warehousing.
„API first”-Services stellen wichtige Bausteine, wie Real-Time-Video-Kommunikation (z.B. Twilio), zentralisierte Avatar-Konfiguration (z.B. “Ready Player Me”), Headless-CMS (z.B. Strapi) oder Krypto-Wallets (z.B. Metamask) zur Verfügung und bringen so die Unix-Philosophie des Verknüpfens spezialisierter Bausteine auf die nächste Stufe.
Der Zugang zum Metaverse – oder vielmehr den stetig wachsenden Metaverse-Plattformen, denn das eine Metaverse gibt es (noch) nicht – ist vor allem durch die verfügbare Hardware bei den Nutzern bestimmt: Die im Zusammenhang mit dem Thema scheinbar unabdingbare VR-Brille ist heute mit Einstiegsmodellen schon für viele Menschen verfügbar. Moderne Grafikkarten sind – zumindest für den stationären Betrieb in Wohnzimmer und Büro – in der Lage, hochauflösende Bilder in extrem hoher Qualität zu liefern. Die hohe Immersion macht hier den Reiz aus. Über den Gaming-Bereich wächst zunehmend die Akzeptanz und Nachfrage bei Nutzern. Hersteller haben so Möglichkeiten, die Fertigung der VR-Devices zu perfektionieren und massentauglicher zu machen.
Der Erfolg einer Metaverse-Plattform ist davon abhängig, möglichst vielen Menschen einen Zugang zu verschaffen. Es ist sicher wahr, dass die hochgradig immersive Technologie von VR-Headsets in Zukunft in immer mehr Büros und Wohnzimmern anzutreffen sein wird. Gleichzeitig werden Nutzer auch weiterhin ihre Smartphones, Tablets und Laptops nutzen und auch hier müssen – eventuell niedrigschwellige – Zugänge geschaffen werden.
Hilfreich ist hierbei, dass moderne Smartphones und Tablets über beeindruckende Grafikleistung verfügen, die nicht nur eine sehr gute 3D-Darstellung unterwegs möglich macht, sondern darüber hinaus problemlos AR-Anwendungen erlauben. Selbst auf Basis von Web-Technologien lassen sich sehr passable 3D-Welten aufbauen, wodurch einem noch breiteren Publikum ein Zugang ermöglicht wird.
Artists, Product-People und Entwickler, wie sie z.B. bei Innovationsagenturen wie Demodern arbeiten, investieren viel Zeit und Energie in das Erstellen neuer Welten. Metaverse-Plattformen mit beeindruckender Renderqualität und hoher Performance zu schaffen, ist heute einer breiteren Masse von Produkt-Teams möglich. Ursprünglich aus dem Gaming-Bereich stammende Plattformen wie Unity oder Unreal warten mit einer großen Menge vorgefertigter Features und Lösungen auf, sodass sich die Teams auf die Innovation ihres Produkts fokussieren können. Im Web ermöglichen Libraries wie Three.js und die neuen WebXR-Standards innovative Lösungen, die ohne Appstore oder spezialisierte Hardware auskommen.
Millionen von Nutzern konnten in den vergangenen zehn Jahren mit MMORPGs (die als Proto-Metaverse-Plattformen interpretierbar sind), VR-Spielen wie Beat Saber oder AR-Anwendungen wie Snap-Chat-Filtern bereits erste Erfahrungen mit diesen neuen Technologien machen. Ihre Erwartungshaltung an neue Kommunikations- und Interaktionsplattformen geht dadurch heute weit über das hinaus, was klassische Player wie Facebook, Instagram oder Linkedin leisten.
Dies ist ein Artikel aus unserer Online-Ausgabe 1-2/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo der Print-Ausgabe.
Die technologische Weiterentwicklung in den Bereichen Cloud-Hosting, VR-, AR- und Mobile-Hardware sowie featurereiche Software-Plattformen ermöglichen es, die nächste Evolutionsstufe der sozialen Netzwerke zu bauen. Insbesondere die jungen Generationen Z und Alpha sind bereit, den nächsten Schritt der digitalen Evolution mitzugehen. Für Tech-Entscheider, die noch zweifeln, ist es empfehlenswert, einfach mal First-Hand-Erfahrungen zu machen und in eine der frühen Metaverse-Plattformen (wie Decentraland oder The Sandbox) virtuell einzutauchen.
Bildquelle: Demodern