Home-Office-Arbeitsplätze

„Die Umsetzung geht schnell“

Im Interview verrät Frank Kirsch, Head of Collaboration Solutions bei Avaya Germany, mit welchem Aufwand es verbunden ist, einen modernen Home-Office-Arbeitsplatz einzurichten.

„Die Umsetzung geht schnell“

Frank Kirsch, Head of Collaboration Solutions bei Avaya Germany

MOB: Herr Kirsch, welchen Einfluss übt die „Corona-Krise“ derzeit auf die Digitalisierung in Deutschland aus?
Frank Kirsch:Die Corona-Krise zeigt im Moment sehr deutlich, wie wichtig die Digitalisierung für Deutschland ist – und stellt sie auch auf die Probe. Wir sehen dies als Chance für Deutschland, ab sofort nicht nur in den Unternehmen, sondern auch in den Bereichen öffentliche Verwaltung, Bildungswesen oder kritische Infrastruktur noch stärker auf digitale Lösungen zu setzen.

MOB: Da die Unsicherheit wächst, fragen sich immer mehr Angestellte, ab wann sie eigentlich zu Hause bleiben und remote arbeiten dürfen. Inwieweit haben Deutschlands Arbeitgeber das Thema „Modern Workspace“ bereits auf der Agenda oder gar „Home Offices“ konkret in Angriff genommen?
Kirsch:Immer mehr Arbeitgeber setzen auf das Arbeiten von zuhause, auch schon vor der Corona-Krise. Denn flexible Arbeitsmodelle und -orte sind in der heutigen Arbeitswelt kaum noch wegzudenken und werden von den Arbeitnehmern eingefordert. Natürlich bedarf es dazu der passenden technischen Ausstattung. Um Home Office schnell und einfach umzusetzen, ist aber eigentlich nicht viel nötig: ein internetfähiges Gerät, die Einrichtung eines virtuellen privaten Netzwerkes (VPN) und eine geeignete Telefonie- und Kollaborationslösung, am einfachsten aus der Cloud. Natürlich können nicht alle Arbeitnehmer von Zuhause aus arbeiten, aber auch im Außendienst können Video-Calls persönliche Treffen ersetzen oder Arztpraxen können virtuelle Sprechstunden anbieten. 

MOB: Was sind/waren für die Arbeitgeber bisherige Bremsfaktoren, ihre Angestellten zuhause arbeiten zu lassen?
Kirsch:Ein Bremsfaktor kann es natürlich sein, dass die finanziellen und personellen Ressourcen fehlen, um die IT entsprechend bereitzustellen. Das muss aber gar nicht sein, denn mit Angeboten aus der Cloud lässt sich moderne Software schnell und einfach auf bestehender Hardware installieren. Public-Cloud-Angebote bieten den Vorteil, dass Updates automatisch ausgeführt werden – ohne Wartungsaufwand für die Anwender.

MOB: Worin bestehen wiederum die Vorteile von Home-Office-Arbeit für das Tagesgeschäft?
Kirsch:Immer mehr Arbeitnehmer möchten flexibel arbeiten. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es also ein Vorteil für Unternehmen, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, von Zuhause aus zu arbeiten. Digitale Lösungen ermöglichen es den Arbeitnehmern, sich wie gewohnt auszutauschen, egal ob per Telefon, Chat oder Videogespräch, sie können gemeinsam an Dokumenten arbeiten und Aufgaben managen.

MOB: Mit welchem Aufwand ist die Umsetzung eines modernen Home-Office-Arbeitsplatzes verbunden?
Kirsch:Die Umsetzung geht – je nach bereits bestehendem technischem Equipment – schnell. Gerade Telefonie- und Kollaborationslösungen aus der Cloud lassen sich sehr einfach und innerhalb kurzer Zeit installieren. Darüber hinaus können Lösungen aus der Public Cloud stets an die aktuellen Bedürfnisse von Unternehmen angepasst werden, da sie flexibel skalierbar sind. Es gibt keinen Grund, wegen fehlender betrieblicher Ressourcen oder IT-Know-how auf moderne Kommunikationsmittel zu verzichten. Bei Public-Cloud-Lösungen entfallen sowohl der verwaltungsintensive Installationsprozess als auch die Anschaffung von Hardware, da die Programme oft auf bestehender Hardware installiert werden können.

MOB: Was sind häufige Stolpersteine bei der technischen Umsetzung?
Kirsch:Die Sorge vor einem IT-Aufwand ist unbegründet, da die Installation in der Regel schnell und einfach geht. Das gilt sowohl für bestehende Hardware, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird, als auch für private Hardware im Sinne der BYOD-Kultur. Natürlich kann es vorkommen, dass einige Mitarbeiter weniger Interesse zeigen oder sich scheuen – da die Lösungen zur Zusammenarbeit aber einfach und intuitiv aufgebaut sind, ist auch dies unbegründet. Cloud-Collaboration-Lösungen wie Avaya Spaces zeigen, wie einfach die technische Umsetzung ist. Nach einmaliger Registrierung können bereits die erste Videokonferenz gestartet oder Dokumente mit Kollegen ausgetauscht werden.

MOB: Welche mobilen/digitalen Tools und Lösungen sind für einen Home-Office-Arbeitsplatz unabdingbar?
Kirsch:Alle Mitarbeiter sollten sich über virtuelle private Netzwerke (VPN) ins Firmennetzwerk einwählen können, um auch von unterwegs eine sichere Verbindung zu nutzen. Hierfür gibt es verschiedene Anbieter, die meist per App die Punkt-zu-Punkt-Verbindung von einem Client zum VPN-Server aufbauen. Außerdem brauchen die Anwender die Möglichkeit, über moderne Telefonie- und Kollaborationslösungen orts- und geräteunabhängig miteinander zu kommunizieren und gemeinsam weiter an Projekten zu arbeiten. Am einfachsten funktioniert das mit Cloud-basierten Kommunikationslösungen.

MOB: Wie lässt sich die Kommunikation vom Büro bis zum Home Office und mit den Kunden absichern?
Kirsch:Cloud-basierte Lösungen bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter zu vernetzen – egal, ob mit Kollegen, Partnern oder Kunden und auch egal, von welchem Ort aus, von Zuhause, im Büro oder von unterwegs. Sie benötigen dafür lediglich eine Internetverbindung sowie ein internetfähiges Endgerät.

MOB: Welche Home-Office-Regelung gibt es in Ihrem eigenen Unternehmen?
Kirsch:Als Anbieter von Lösungen für Telefonie und Zusammenarbeit gibt es selbstverständlich seit langem Mitarbeiter, die aus dem Home Office arbeiten. In der aktuellen Corona-Krise ermöglichen unsere Lösungen es auch den übrigen Mitarbeiten, ohne große Umstellungen die Arbeit von zuhause aus zu ermöglichen.

MOB: Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung im Bereich „Modern Workspace“ ein?
Kirsch:Aufgrund der anhaltenden Digitalisierung wird der „Modern Workspace“ eine immer größere Rolle spielen. Für Arbeitnehmer aus der jüngeren Generation ist die Einbindung mobiler Kommunikation Normalität, sie kennen es aus ihrem Alltag und erwarten diese Möglichkeit auch von ihrem Arbeitgeber. Das ist wichtig, um in Zeiten des Fachkräftemangels für Arbeitskräfte attraktiv zu bleiben. Der moderne Arbeitsplatz kann auch in vielen anderen Bereichen noch Einzug halten. So können in der Telemedizin Sprechstunden oder Psychotherapien via Video angeboten oder Behörden und Schulen digitalisiert werden.

Bildquelle: Avaya Germany

 

 

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