Nach Tod von CEO

Die verschwundenen Kryptomillionen

Die bizarre Geschichte um das Ableben des QuadrigaCX-CEOs, der den einzigen Zugang zum Vermögen der kanadischen Kyptobörse mit ins Grab genommen haben soll, bekommt eine neue Wendung.

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QuadrigaCX-Anlegern drohen hohe Verluste.

Mehr als 150 Millionen Euro von rund 115.000 Kunden sollen seit Dezember des vergangenen Jahres in den Offline-Depots („Cold Wallets”) der kanadischen Kyptobörse QuadrigaCX feststecken, nach dem der Geschäftsführer Gerald Cotton bei einer Indien-Reise krankheitsbedingt ums Leben gekommen ist. Das Passwort: unbekannt.

Nun berichtet Bloomberg, dass auch die Cold Wallets leer sind, auf denen sich die eingefrorenen Millionen eigentlich hätten befinden sollen. Das sei Wirtschaftsprüfern des Beratungsunternehmens Ernest & Young aufgefallen, die im Rahmen des Antrags auf Gläubigerschutz einen genaueren Blick auf die Finanzen von QuadrigaCX geworfen haben. Die dabei gefunden Konten, insgesamt sechs, sollen keinerlei Währung mehr enthalten. Seit April 2018 soll es auf fünf dieser Konten zudem keine Aktivität mehr gegeben haben.

Ebenfalls problematisch ist der Fund von insgesamt 14 Alias-Nutzerkonten, mit denen Transaktionen von nicht unerheblichen Summen abgewickelt worden sein sollen. Die letzte sei dabei nur wenige Tage vor dem Tod von Cotton über ein Hot Wallet gelaufen. Inwiefern Änderungen des Testaments kurz zuvor mit den Schwierigkeiten zusammenhängen, ist bisher nicht geklärt. Die Ehefrau des verstorbenen Geschäftsführers hat laut verschiedenen Medienberichten verschiedene Grundstücke geerbt. Am 25. Februar hat der oberste Gerichtshof in Halifax die zweite Eidesstattliche Erklärung der Witwe veröffentlicht, worin es unter anderem um einen Aufschub bei der Aussetzung des Verfahrens ging.

Gerald Cotton soll für die Verwaltung der Cold Wallets einen Laptop verwendet haben. Konten dieser Art werden vor allem aus Sicherheitsgründen angelegt und Schützen in der Regel effektiv vor externen Angriffen, da keine Verbindung zum Internet besteht. Dort werden die sogenannten Private Keys verstaut, mit denen sich die Kryptowährung in der Blockchain bewegen lässt. Auf der Suche nach diesen Daten sind nun auch die Ermittler, die auf QuadrigaCX angesetzt wurden.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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