IT-Trends 2026
2026 wird das Jahr der Weichenstellungen. Nach einer Phase mit vielen Pilotprojekten rücken messbarer Nutzen und sichere Betriebsmodelle in den Vordergrund. Gleichzeitig verstärken geopolitische Risiken den Druck, Abhängigkeiten zu verringern und Kontrolle über Daten, Workloads und Infrastruktur zurückzugewinnen. Aus Expertensicht prägen damit vor allem KI-Anwendungen, digitale Souveränität und Security das Agenda-Set.
Digitale Souveränität entwickelt sich 2026 vom Leitbild zum harten Kriterium für Architekturentscheidungen. Im Fokus stehen Datenstandorte, Zugriffskontrolle und die Frage, wer im Ernstfall über kritische Plattformen bestimmt. Unternehmen bewerten Cloud- und Plattformabhängigkeiten stärker als geopolitisches und wirtschaftliches Risiko. Daraus folgen Migrationen in europäische Umgebungen und neue Anforderungen an Governance, Betriebsmodelle und Exit-Szenarien. Andreas Kadler, CEO von plusserver, bringt es auf den Punkt: „Unsere Abhängigkeit von US-Clouds ist ein geopolitisches Risiko.“
Souveränität erschöpft sich nicht in Standortfragen. Ein zweiter Hebel ist Interoperabilität, damit Workloads portierbar bleiben. Offene Standards gewinnen damit strategisches Gewicht, weil sie Lock-in-Risiken senken und hybride Setups stabiler machen. Der Trend zielt auf technische Wahlfreiheit, die sich im Betrieb bewährt und nicht nur in Konzeptpapieren existiert. plusserver-CEO Andreas Kadler zeigt die Richtung: „Wir müssen jetzt offene Standards und Interoperabilität etablieren.“
Generative KI wird 2026 stärker über Datenqualität und Prozessnähe definiert als über Modellgröße. Viele Vorhaben scheitern, wenn Daten verteilt, unstrukturiert oder schlecht angebunden sind. Deshalb verschiebt sich die Architektur hin zu datenorientierten Plattformen. Es geht darum, ausreichend Kontext bereitzustellen. Smart Data Fabrics und integrierte Datenplattformen werden zur Basis, weil sie operative und analytische Systeme verbinden und KI dort platzieren, wo Entscheidungen fallen. Scott Gnau, Head of Data Platforms, InterSystems, fasst den Wendepunkt so: „KI muss näher an die Daten rücken.“
Technologieinvestitionen müssen sich eng an Nutzen und Wertbeitrag orientieren. Das betrifft KI ebenso wie Automatisierung, Security oder Plattformmodernisierung. Projekte benötigen klarere Use Cases und belastbare Metriken. Wichtig ist auch eine Roadmap, die Betriebskosten, Risiken und Wirkung zusammen betrachtet. Gefragt sind Vorhaben, die Prozesse messbar verbessern und sich in die Gesamtstrategie einfügen. Daniel Kroll, Partner M&A, Pava, beschreibt diese Verschiebung so: „Technologieinvestitionen werden wieder stärker an konkreten Nutzen gekoppelt.“
Mit mehr KI-Anwendungen wächst 2026 der Bedarf, große Sprachmodelle gezielt abzusichern. Sicherheit verschiebt sich von klassischen App-Checks hin zu Tests gegen Prompt-Injection, Datenabfluss, Jailbreaks und Modellmanipulation. Damit entsteht ein eigener Security-Track für KI-Systeme. Adonis Celestine, Senior Director, Global Automation Practice Lead, Applause, setzt den Akzent so: „Regelmäßige Tests, einschließlich adversarialer Techniken wie Red Teaming, werden notwendig.“
Angriffe werden 2026 automatisierter und anpassungsfähiger. KI-gestützte Fraud-Agents entwickeln sich zu autonomen Akteuren, die Abläufe skripten, Inhalte erzeugen und ihr Verhalten in Echtzeit variieren. Das trifft besonders Identitäten, aber auch Kundenservice, Zahlungsflüsse und Kontozugänge. Pavel Goldman-Kalaydin, Head of AI, Sumsub, warnt: „2026 wird das Jahr der autonomen Betrugs-Bots.“
Speicher rückt 2026 zurück in den Kern der IT-Planung, weil KI datenintensiv arbeitet und stabile, schnelle Zugriffe benötigt. Cloud-Speicher wird zum Fundament, wenn er Performance und Datenschutz verbindet und Rechenlasten flexibel steuerbar macht. Damit bekommt Storage eine neue Rolle als Voraussetzung für Innovation und als Baustein für Souveränität. Thomas Demoor, CTO, Impossible Cloud, bringt den Trend auf den Punkt: „Speicher ist wieder sexy!“
Klassische SaaS ist oft standardisiert ausrollbar. GenAI 2026 dagegen verlangt mehr Anpassung an Prozesse, Daten und Arbeitsweisen. Prompts und Workflows müssen für jede Organisation feinjustiert werden. Anbieter reagieren mit neuen Rollen, die näher am Kunden sind und Produkt mit Beratung verbinden. Die Einführung ist dann mehr ein iterativer Aufbau von Fähigkeiten im Betrieb als ein einmaliges Setup. Kevin Wu, CEO & Co-Founder, LeapingAI, betont: „Gen AI muss individuell an bestehende Workflows angepasst werden.“
Im Arbeitsalltag reicht 2026 ein internes „ChatGPT“ als reines Frage-Antwort-Tool vielen Organisationen nicht mehr. Mehrwert entsteht dort, wo relevante Informationen erkannt, kontextualisiert und zum passenden Zeitpunkt bereitgestellt werden. Damit wird Employee Experience stärker durch Informationsfluss und Timing geprägt als durch einzelne Self-Service-Funktionen. Frank Wolf, Chief Strategy Officer & Co-Founder, Staffbase, fasst den Anspruch so: „KI muss ein Aufmerksamkeitssystem werden.“
2026 wächst die Bedeutung agnostischer Strategien, um Anbieterwechsel möglich zu halten und Risiken zu streuen. Das betrifft Multi-Cloud, portable Daten- und Identitätskonzepte, aber auch die Wahl von KI-Modellen und Toolchains. Ziel ist eine Architektur, die Optionen offen hält und digitale Souveränität mit pragmatischem Engineering verbindet. Markus Brunhold, CEO, BSI Systems, bringt den Nutzen auf eine klare Formel: „Agnostische Strategien sichern die Wahlfreiheit.“
(Der Text entstand mit Hilfe von KI)
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