„Wettbewerb belebt das Geschäft“

Die Zukunft des Bike Sharing

Im Gespräch mit MOBILE BUSINESS wirft Mareike Rauchhaus, Head of PR und Marketing national bei Nextbike, einen Blick auf den aktuellen Bike-Sharing-Markt in Deutschland und erläutert, warum der Service für jenes Geschäftskonzept so wichtig ist.

Mareike Rauchhaus, Head of PR und Marketing national bei Nextbike.

Mareike Rauchhaus, Head of PR und Marketing national bei Nextbike.

Frau Rauchhaus, wie gestaltet sich der aktuelle Bike-Sharing-Markt in Deutschland?
Mareike Rauchhaus: Bis vor kurzem gab es nur zwei größere Anbieter und einige lokale Initiativen, mittlerweile ist der Markt sehr viel belebter und es sind viele Anbieter mit asiatischem Hintergrund hinzu gekommen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9-10/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

In Asien vermehren sich die Fahrradfriedhöfe – in Deutschland ist aktuell z.B. der Anbieter Obike in den Medien, da er hierzulande einige Fahrradleichen liegen hat. Wo liegt das Problem?
Rauchhaus: Im Geschäftskonzept der Asiaten ist bzw. war kein Service vorgesehen, der die Räder wartet und sich um eine gleichmäßige Verteilung kümmert. Es werden zu viele Räder auf die Straße gebracht, um Präsenz gegenüber der Konkurrenz auf der Straße zu zeigen. Ohne Verteilung stehen diese dann oftmals geballt an einem Ort oder werden generell zu selten genutzt. Das sorgt für Ärger bei den Nutzern selbst, aber auch bei anderen Verkehrsteilnehmern.

Was will Nextbike besser machen?
Rauchhaus: Wir haben in jeder Stadt fest angestellte Service-Mitarbeiter, die von Leipzig aus gesteuert werden und sich um den Fuhrpark kümmern. Wir haben immer nur so viele Räder in der Stadt, wie es sich wirtschaftlich lohnt.

Inwieweit können auch Nicht-Smartphone-Nutzer das Bike Sharing in Deutschland nutzen?
Rauchhaus: Unser Bike Sharing gab es schon, als es Smartphones noch nicht gab. Der Verleih ist heute immer noch über unsere kostenlose Hotline rund um die Uhr möglich, außerdem haben wir in vielen Städten Systeme mit Stations-Terminals, an denen der Verleih ohne Telefon möglich ist. Zusätzlich haben unsere Räder RFID-Kartenleser, sodass Nutzer, z. B. in Berlin, sich ein Rad durch einfaches Anhalten ihrer VBB-Umweltcard ausleihen können.

Worin bestehen die Vorteile, wenn man auf die dazugehörige App zurückgreift?
Rauchhaus: Man sieht durch das GPS in Sekundenschnelle, wo das nächste Rad verfügbar ist, und generell hat die App noch einige weitere smarte Tools.

Wie werden die Fahrräder für Wartungen lokalisiert?
Rauchhaus: Unsere Service-Mannschaft nutzt eine eigens entwickelte Service-App, in der die reparaturbedürftigen Räder angezeigt werden.

Wie wird sich die Zukunft des Bike Sharing Ihrer Ansicht nach gestalten?
Rauchhaus:
Wettbewerb belebt das Geschäft. Der Markt wird sich konsolidieren, denn es braucht ein bisschen mehr als einfach nur Räder auf der Straße, um Bike Sharing wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben. In Deutschland scheinen die Verbraucher Qualität und Datensicherheit zu bevorzugen.

Bildquelle: Nextbike

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