Welche Methoden setzen sich durch?

Die Zukunft des mobilen Marketings

Im Interview wirft Marian Wurm, Chief Executive Officer und Gründer von Löwenstark, mitunter einen Blick in die Zukunft des mobilen Marketings und erläutert, welche Methoden hier an Bedeutung gewinnen werden.

Marian Wurm, Chief Executive Officer und Gründer von Löwenstark

Laut Marian Wurm, Chief Executive Officer und Gründer von Löwenstark, spielt Video-Advertising für mobile Werbung insgesamt noch eine untergeordnete Rolle.

Herr Wurm, welchen Stellenwert besitzt mobile Werbung für Unternehmen anno 2018?
Marian Wurm:
Durch die gesteigerte private Nutzung von Smartphones und einer Verschiebung der Internetnutzung vom Desktop-PC hin zum mobilen Gerät wird die Relevanz mobiler Werbung auch weiter steigen. Zudem ist auch die Dominanz von Google bzw. seinem mobilen Betriebssystem Android ein ausschlaggebender Faktor für eine weitere Verbreitung von Mobile Marketing. Ein weiteres Zeichen ist auch der Ansatz „Mobile first“, den Google bei seiner Suche fährt.

Was sind hier die gängigsten Mobile-Marketing-Methoden bzw. -Formate?
Wurm:
Das sind Apps, Newsletter (E-Mail), Messenger (Whatsapp, Snapchat), mobile Webseiten, aber auch Banner, Push-Ads, Content-Ads, Video-Ads und vereinzelt QR-Codes oder SMS.

Welche Rolle spielt an dieser Stelle Video-Advertising?
Wurm:
Video-Advertising spielt für mobile Werbung insgesamt zwar noch eine untergeordnete Rolle, gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung. Videos können die Zielerreichung einer Kampagne vor allem dann unterstützen, wenn der Inhalt optimal auf das Medium und die Zielgruppe abgestimmt ist. Es gibt allerdings auch Themen, die für das Medium zu komplex oder auch zu trocken sind und bei denen Video-Advertising folglich nicht die erste Wahl ist.

Was zeichnet eine gute Video-Anzeige auf mobilen Endgeräten aus? Was spricht die Nutzer an?
Wurm:
Wichtig ist, dass die gewünschte Botschaft innerhalb kurzer Zeit vermittelt wird. Gelingt es nicht, die Aufmerksamkeit des Nutzers direkt am Anfang zu gewinnen, wird die Performance der Anzeige hinter den Erwartungen zurückbleiben. Daher ist es wichtig, die Zielgruppe vorab genau zu analysieren und die Video-Anzeigen darauf auszurichten. Wir empfehlen mit A/B-Tests zu arbeiten und die Videos fortlaufend zu optimieren. Je nach gewähltem Kanal kann es empfehlenswert sein, mit Untertiteln zu arbeiten, um sicherzugehen, dass die Botschaft auch wahrgenommen werden kann, wenn der Ton deaktiviert ist.

Welche Effektivität besitzen Autoplay-Video-Ads und auch In-Stream-Video-Ads? Was halten die Kunden davon?
Wurm:
Diese Formate sind für Werbetreibende interessant, da sich mit ihnen schnell eine hohe Reichweite erzielen lässt. Wenn eine Video-Anzeige jedoch wenig kreativ ist, den Zuschauer schlecht unterhält und darüber hinaus auch noch häufig an dieselben Nutzer ausgespielt wird, wird sie schnell als störend empfunden. Deshalb ist es wichtig, sich vorab Gedanken über das Targeting zu machen und, wenn möglich, für jede Zielgruppe separate Anzeigen zu erstellen. Das so genannte Frequency Capping, also die Begrenzung der Ausspielung für den individuellen Nutzer, sollte ebenfalls nicht vergessen werden.

Welche Rolle spielen generell die sozialen Kanäle wie Facebook, Twitter & Co. fürs Video-Advertising?
Wurm:
Soziale Netzwerke sind ein lukrativer Werbekanal – auch für Video-Advertising. Es muss jedoch abgewogen werden, wie Zuschauer die jeweilige Plattform nutzen. Auf Facebook sowie Instagram sind Videos ein akzeptiertes Format – auf Twitter nicht so sehr, da es dort eher um kurze Informationen geht. Daher ist eine adäquate und detaillierte Zielgruppenanalyse auch hier unabdingbar, um den gewünschten Erfolg zu haben.

Was haben Anbieter und Nutzer von Click-To-Pay-Videos?
Wurm:
Für Anbieter ist es grundsätzlich interessant, nur zu zahlen, wenn eine Interaktion stattgefunden hat und somit ein Signal vorhanden ist, dass der Nutzer auch ein gewisses Interesse an der beworbenen Thematik hat. Als Nutzer profitiert man von diesem Modell, da mittelfristig die relevanteren Inhalte bereitgestellt werden.

Wie kann der Return on Investment (ROI) von Mobile-Marketing-Ausgaben gemessen werden?
Wurm:
Die Messung unterscheidet sich grundsätzlich nicht von anderen Bereichen im Online-Marketing. In jedem Fall sollten die individuell interessanten KPIs als Ziele hinterlegt werden. Neben „harten“ Zielen, wie beispielsweise dem Umsatz, können natürlich auch „weiche“ Ziele (Impressionen, Klicks, View-Through-Rate) von Bedeutung sein und für die Erfolgsmessung herangezogen werden.

Welche mobilen Marketing-Methoden werden Ihrer Ansicht nach in Zukunft an Bedeutung gewinnen?
Wurm:
Das sind einerseits Location-based Services wie Navigation, Geldautomatenfinder, Tankstellenortung, Cityguides, Hotel- und Restaurantfinder, Shopping-Tipps, Wetter- und Verkehrsinfos, Standortbestimmung von Kindern durch Eltern, Lieferverfolgung oder anderweitige Points of Interests – vor allem in Verbindung mit individualisierten Angeboten in der Nähe, Gutscheinen und anderen Promotions. Desweiteren sind da Augmented-Reality-Anwendungen (AR) zu nennen, also virtuelle Schaufenster, Spiele (Pokemon Go), Navigation, Hilfestellung bei komplexen Aufgaben (Wartung, Bedienung etc.). Als dritte Methode fällt mir da Mobile Payment ein, wie Apple Pay, Google Pay, Paypal, kontaktloses Zahlen – und das damit verbundene Sammeln von Nutzerdaten für verbesserte Angebote. Aber auch die Voice Search wie die Vorreiter Amazon Alexa, Google Assistent und Apple Siri werden weiter an Relevanz gewinnen – auch in Hinblick auf die daraus gewonnenen Daten als Grundlage für eine personalisierte Ausspielung von Angeboten.

Bildquelle: Löwenstark

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