Lektionen der CES Asia in Shanghai

Diese 5 chinesischen Marken starten durch

Die CES Asia machte klar: Chinas Technologiebranche hat ein unvorstellbares Wachstum hingelegt. Diese fünf Marken aus China setzen gerade zu internationaler Vorherrschaft an.

Vom 11. bis 13. Mai 2016 kamen in Shanghai die cleversten Tech-Köpfe Asiens zur zweiten CES Asia zusammen. Auf einer Fläche von rund vier Fußballfeldern präsentierte das Event die Emerging Technology aus diesem Teil der Welt und zog damit mehr als 32.000 Besucher an. Es war übrigens kein Zufall, dass Shanghai als Basis für das CES Schwester-Event in Asien ausgewählt wurde. Denn Chinas Technologiebranche hat ein unvorstellbares Wachstum hingelegt und einige enorm erfolgreiche, einheimische Marken setzen gerade zu internationaler Vorherrschaft an.

Dies sind die fünf chinesischen Marken, die nächstes Jahr voraussichtlich so bekannt sein werden wie Apple TV, Amazon und Samsung:

 

LeEco

Stellen Sie sich vor, Netflix und Sony hätten ein Baby. Das Ergebnis wäre wahrscheinlich so ähnlich wie LeEco. Das Unternehmen startete in China als Online Contenprovider mit dem Namen LeTV und wurde schnell zur beliebtesten Seite für das Streaming von TV-Dramen und chinesischen Filmen. 2014 startete LeTV mit der Produktion von Smart TVs und Mobiltelefonen, die speziell für die Nutzung seines enormen Angebots an digitalen Inhalten konzipiert wurden. Heutzutage konzentriert sich die Marke auf die Errichtung eines Ökosystems, welches Inhalte mit Endgeräten, Lifestyle und Shopping verbindet. Auf der CES Asia 2016 demonstrierte LeEco VR-Brillen und eine neue 360 Grad Kamera, zusätzlich entwickelt das Unternehmen jedoch gerade auch ein elektrisches, selbstfahrendes Auto.

“LeEco hat bereits in Indien gelauncht, sorgte auf der CES Vegas für großes Aufsehen und verkündete erst kürzlich seine Kooperation mit Twitter“, so Joyce Ling, VP Strategy Razorfish China. “Es ist ihr erklärtes Ziel, das weltgrößte Content-Ökosystem zu werden. Und da das LeEco Angebot so vollständig und für Konsumenten leicht zugänglich ist, wird es für Marken unglaublich leicht (und attraktiv) sein, es sich zunutze zu machen.“ Liebe Leute von Netflix, Apple (und allen anderen Anbietern in dieser Richtung), aufgepasst!

JD.com

Jingdong oder JD.com ist Chinas zweitgrößter kundenorientierter Onlineshop (nach Alibabas Tmall). Er ist vor allem bekannt für Elektronik, aber bietet von Kleidung bis zu Automobilzubehör auch alles weitere an. Warum also werden wir beginnen, bei dieser chinesischen Marke einzukaufen, anstatt dies weiterhin bei JB Hifi, Target oder Amazon zu tun?

JD.com investiert in großem Stil in das Internet of Things und arbeitet mit der Joy Link Plattform zusammen, um alle Haushaltsgegenstände mit Wifi auszustatten. Der 3 System Fridge dieser Marke war eine Hauptattraktion der CES Asia, da er mithilfe von Sensoren auf jedem Regalboden und einer großen Kamera im Inneren Datum und Uhrzeit des Moments registrieren kann, zudem ein Lebensmittel hineingestellt wurde.

Diese Daten werden direkt per Smart Screen auf der Vorderseite des Kühlschranks angezeigt. So wird man darüber informiert, wenn sich ein Verfallsdatum nähert, und kann zudem auf Basis des Kühlschrankinhalts den nächsten Einkauf bestellen. Wenn Verbraucher sich wünschen, dass ihre Haushaltsgegenstände ihnen das Leben vereinfachen (indem man z.B. nie zu wenig Milch oder Toilettenpapier zu Hause hat), dann hat JD.com einen tollen Weg dafür gefunden, ihr eCommerce Verhalten zu verändern.

Huawei

Wenn Sie noch nicht bereits von Huawei gehört haben, können wir Ihnen garantieren: Nachdem Sie diesen Artikel gelesen haben, werden Sie deren rotes Logo einfach überall sehen. Huawei ist ein extrem erfolgreiches, einheimisches Unternehmen, das es mit seinen Telekom-, Networking- und Enterprise-Lösungen zur Marktführerschaft gebracht hat. Doch die Verkaufszahlen seiner mittel- und hochklassigen Smartphones wie Ascend P1, Ascend D1 Quad und Honor haben diese in den vergangenen Jahren zu seinen Headlinern gemacht.

“Huaweis Produkte sind ausgefeilt und fortschrittlich genug, um den Wettbewerb mit etablierten Tech-Giganten außerhalb Chinas angehen zu können“, so Jack Yin, Executive Director of Client Services, SapientNitro China. „In weniger als einem Jahr werden sie rund fünf Prozent aller Android Endgeräte stellen und 14 Prozent des internationalen Android Verkaufs ausmachen. Im Gegensatz zur allgemeinen Wahrnehmung ist Huawei kein Fast Follower. Stattdessen baut das Unternehmen seine Technologie-Kernkompetenzen in den Bereichen Kommunikation und Infrastruktur aus, um sich international als Innovator und Meinungsführer zu positionieren.“

Die folgenden beiden Marken haben nicht auf der CES Asia ausgestellt, gehören jedoch für uns zu den nächsten internationalen Big Player in diesem Jahr.

WeChat (Tencent)

Ok, mit Sicherheit haben Sie schon von WeChat gehört, und ja, wir wissen, dass es noch immer nirgendwo annähernd so populär ist wie in China. Doch bitte haben Sie Nachsicht mit uns. WeChat wird immer ausgefeilter und hat immer weniger von einer reinen Messaging App. Tencent, das Unternehmen hinter WeChat, hat in großem Stil in den Bezahlservice WeChatPay investiert, mit dem von User zu User Geld transferiert und der Retaileinkauf on- und offline bezahlt werden kann. Wenn sich Mobile Payment allgemein so entwickelt, wie dies bereits in China geschehen ist, könnte WeChat eine extrem reizvolle Möglichkeit für das Smartphone-Shopping werden. Alles, was die Marke noch braucht, sind ein paar mehr etablierte eCommerce Marken, die diesen Bezahlservice anbieten. Und schon könnten die Downloadzahlen von WeChat explodieren.

Interessant ist vielleicht auch das Gerücht, dass Smart Home-Marken wie Wulian an einer Lösung arbeiten, mit der WeChat User über diese Plattform auch Beleuchtung, Schlösser und Temperatur ihres Zuhause steuern können.

ZTE

Offensichtlich ist ZTE bereits einer der fünf größten Smartphone-Hersteller der Welt und zudem eine weitere chinesische Handset-Marke, die außerhalb Chinas durchstarten möchte und darum ganz auf internationale Bekanntheit setzt. Nur drei Monate nach Verkündung des Sponsorings von FC Sevilla, machte das Unternehmen diesen Mai als neuer Sponsor von Borussia Mönchengladbach auf sich aufmerksam. Man könnte deshalb denken, dass sich ZTE vor allem auf den europäischen Markt konzentriert. Doch erst im Januar 2016 schlug das Blade V Plus auf dem australischen Markt ein und gewinnt dort nun als „bezahlbares Smartphone“ mehr und mehr an Beliebtheit. Fortsetzung folgt.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

*Sascha Martini ist CEO von Razorfish Deutschland

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