Hitparade des Grauens

Diese zehn Gefahren verleiden uns das Internet

Morgens um sieben ist der Spam-Ordner schon nicht mehr in Ordnung - und neun andere nervige Internetseuchen.

Erschreckter Mann vor Computer

"Hilfe, das Internet ist fies zu mir."

1. Phishing

Jeder ist für Phishing-Mails anfällig. Bei dem einen wirkt das Versprechen fantastischer Gewinne, bei der anderen die absurd hohe Rechnung aus unbekannter Quelle, bei Dritten das angedrohte Outing als Porno-Konsument. Im Grunde reicht ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit oder Überraschung für den fatalen Klick. Inzwischen gibt es sogar KI-Verfahren, die auf Facebook-Daten basieren. Mit wird Phishing zur „Bad-Marketing-Campaign“.

2. Driveby-Downloads

„Aber ich habe doch bloß einen Artikel gelesen.“ - „Das war doch nur ein YouTube-Video.“ - „Sah aus wie eine ganz normale Website.“ Tja, Pech gehabt. Leider nutzen viele Cyberkriminelle harmlose oder zumindest harmlos aussehende Webangebote, um ihren Besuchern Schadsoftware unterzujubeln. Es gab sogar Werbevermarkter, die unwissentlich Computerviren weiterverbreitet haben. Das geht inzwischen so trickreich, dass selbst Computer-affine Nutzer davon nicht immer etwas mitbekommen.

3. Ransomware

Die berüchtigten Lösegeld-Trojaner gehören immer noch zu den größten Gefahren. Sie werden wie andere Malware über Phishing-Mails und Driveby-Downloads verbreitet und sind inzwischen zu einem beliebten Geschäftsmodell für Cyberkriminelle worden. Denn viele Computernutzer - darunter große und bekannte Unternehmen - zahlen tatsächlich, wenn sie ihre verschlüsselten Daten mit einer „Schutzgebühr“ wieder lesbar machen können.

4. Botnetze

Woran erkennt man einen Computer, der als Rechensklave in einem Botnetz arbeitet? Häufig an der Auskunft des Nutzers, er schwöre auf Windows XP und installiere nichts mehr von Microsoft - er sei ja nicht doof. Die andere Hälfte der Millionen Bots sind ungeschützte Smart Devices, in denen noch die Standardpasswörter vergeben sind. Merke: Selbst doofe Cyberkriminelle beginnen den ersten Hackversuch mit „Admin<ENTER>Admin“.

5. DDOS-Angriffe

Wenn ein Webangebot aus dem Netz verschwunden scheint, sind häufig nicht technische Probleme der Grund. Oft findet gerade ein Überlastungsangriff statt, der von einer Vielzahl an Computern in einem Botnetz ausgeführt wird („Distributed Denial of Service, DDOS“). Diese Angriffe werden immer gewaltiger, sodass selbst gut geschützte Webserver für Stunden unzugänglich sind.

6. Exploit Kits

Wer Viren und Trojaner entwickeln will, benötigt ein gerüttelt Maß an technischer Kenntnis - oder er benutzt einen der zahlreichen Viren-Baukästen, die es inzwischen gibt. Das sind Programme, die die Entwicklung individueller Schadsoftware ermöglichen und Cyberangriffe praktisch automatisieren. Dadurch können auch technische Laien zum Cyberkriminellen werden.

7. Webtracker

Wer in seinem Browser einen Tracking-Monitor installiert, erlebt lustige Überraschungen. So finden sich in manchen Websites mehr als ein Dutzend Tracker zur Verfolgung der Nutzer. Eine positive Folge des verschärften EU-Datenschutzes: Ihre Zahl wird langfristig wohl sinken, da normalerweise die Zustimmung erforderlich ist - und wer hat darauf schon Lust?

8. Werbung

Was waren das schöne Zeiten, als man vor einem Vierteljahrhundert Werbebanner einfach durch Ausblenden von Grafiken unsichtbar machen konnte. Inzwischen gibt es auf einigen Websites mehr Werbung als sinnvolle Inhalte. Konsequenterweise gibt es auch Fake-Apps, die das Anklicken von Werbung simulieren - schließlich muss der Werbung großes Interesse bekundet werden. Ein Vorschlag zur Güte: Wir schaffen ein getrenntes Internet, in dem Werbebanner, Webtracker und Klickbots aufeinander losgelassen werden - und werfen dann den Schlüssel weg.

9. Spam

Auch wenn Spam in erster Linie nervig ist, so handelt sich doch um die schlimmste Seuche im ganzen Internet. „Sie haben gewonnen.“ - „Sie können ihr kostenloses Gratisprodukt unter diesem Link bestellen.“ - „Sie sind Alleinerbe dieser 124-jährigen Multimilliardärin aus Äquatorial-Guinea.“ - „Wir haben sie leider nicht erreicht, um ihnen ein fantastisches Angebot zu machen.“ Ächz, Krächz, Stöhn!

10. Passwörter

Leider gibt es sie immer noch und sie werden wohl so schnell auch nicht aussterben. Die meisten Benutzerkonten im Internet sind lediglich mit der Kombination aus Benutzername und Passwort geschützt. Da die meisten Leute sich keine Passwörter merken können, nutzen sie dann ein ganz simples wie „Geheim“, „123456“ oder „Passwort“ - ein Fall für die Liga der außergewöhnlich doofen Hacker.

Bildquelle: Thinkstock

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