Diese 4 Regio-Apps machen es besser

Digitale Flaute im Tourismus

Alles wird digital transformiert, nur der Tourismus nicht. Bei Regio-Apps ist unser Land auch 2015 kein Vorreiter.

Das Jahr 2015 war das Jahr der digitalen Transformation. Vielen klingelt die Rede davon schon in den Ohren, doch in Wirklichkeit geht es nur langsam vorwärts. Zum Beispiel Apps. Es gibt sie für alles und jedes - es sei denn, es geht um Tourismus in Deutschland. In diesem Fall kommen die Besucher in die digitale Steinzeit. Mit Regio-Apps für Touristen sieht es eher schlecht aus. Zwar gibt es eine gewisse Anzahl davon. Doch bei näherem Hinschauen ist die Auswahl gering und längst nicht jede Region hat ausreichend hochwertige Apps.

Viele der vorhandenen Angebote sind von sehr wenigen darauf spezialisierten Unternehmen. Nichts gegen die Touren-Apps der Alpstein Tourismus GmbH, gegen CityGuide oder meinestadt.de. Und auch nichts gegen Reiseführer als App. Doch das reicht nicht aus. Um es überspitzt auszudrücken: Die Tourismus-Organisationen von Gemeinden, Kreisen und Ländern verschlafen den Trend. Nur wenige Regionen haben überhaupt kostenlose, nicht-kommerzielle Apps und leider sind viele davon nur eine wenig interaktive Übertragung der Website. Trotzdem: Es gibt Ausnahmen. Deutschland ist auch bei diesem Thema eher das Land der Leuchttürme als der durchgängigen Digitalisierung.

Werbung für touristische Projekte

Ein Beispiel dafür ist die Traumpfade-App aus Rheinland-Pfalz. Unter dem Begriff „Traumpfade“ sind dort in den letzten Jahren zwei Dutzend Premium-Wanderwege an Rhein, Mosel und in der Eifel ausgebaut worden. Das zuständige Projektbüro bewirbt die Wanderwege auf allen Kanälen und bietet deshalb auch eine App an – bei Wanderwegen naheliegend.

Neben der umfassenden Routenplanung mi vielen Fotos gibt es ein auch Verzeichnis von Unterkünften, Gaststätten und anderen „Points of Interest“. Die Entwicklung hat übrigens Alpstein Tourismus übernommen. Es scheint hierzulande nur wenige App-Entwickler zu geben, die in der Lage sind, eine derartige App zu bauen.

Naturschutz in der App

Ein weiteres gutes Beispiel für eine Tourismus-App, die viele Möglichkeiten des Smartphones nutzt, ist die App „Weltnaturerbe Buchenwälder“. Hierbei geht es um die Buchenwälder Deutschlands in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen und Hessen. Sie sind vor einigen Jahren vom Welterbekomitee der UNESCO als Welterbestätte anerkannt worden.

Die App informiert einerseits über die Besonderheiten der einzelnen Waldregionen, enthält andererseits aber auch einen Routenplaner. Ähnlich wie die Traumpfade-App gibt es einen Offline-Modus für Gegenden ohne Mobilfunk und darüber hinaus alle möglichen Informationen über Sehenswürdigkeiten und Infopunkte innerhalb der Waldgebiete.

Augmented Reality für Geschichtsführungen

Die deutschen Regionen zeichnen sich durch eine reiche Geschichte aus, die mit mobiler Technologie in zu einem virtuellen Museum präsentiert werden kann. Ein gutes Beispiel dafür ist die App „Zeitfenster Weimar“, ein historischer Ausflug in das Weimar der frühen Moderne.

An elf Stationen erfahren die Nutzer Details zu wichtige Ereignissen, Akteuren und Orten der Zeit um 1900. Historische Fotografien ermöglichen einen unmittelbaren Vergleich von Vergangenheit und Gegenwart. Mittels Augmented Reality lassen sich die Fotos mit der Gegenwart verschmelzen.

Chance für kleinere Regionen und Mittelzentren

Ein viertes gutes Beispiel ist die offizielle App der Stadtverwaltung Friedrichshafen. Sie zeigt, wie kleinere Regionen und Mittelzentren eine Tourismus-App anpacken können. Sie bietet kostenlose Infos für die Bürger der Stadt sowie für Touristen.

Der eindeutige Vorteil für die Städte und Regionen: Sie haben Kontrolle über die Inhalte und können Vollständigkeit anstreben. Bei einigen kommerziellen Stadtführern müssen ausführliche und bebilderte Einträge bezahlt werden, so dass immer nur eine Untermenge der städtischen Angebote dort erscheint.

Eine hochwertige und gut gepflegte App dagegen bietet den Gemeinden und Regionen viele Möglichkeiten. Voraussetzung ist allerdings die Bereitschaft, in die Zukunft zu investieren. Einige Beispiele: Ein Parkleit- und Parkgebührensystem via App, bei der die Autofahrer zum richtigen Parkhaus geleitet werden und die Kosten direkt mit dem Smartphone beglichen werden können.

Größere Städte und ganze Regionen haben darüber hinaus die Möglichkeit, das HandyTicket-System einzusetzen, um Bürger und Touristen eine leichtere Nutzung des Nahverkehrs zu ermöglichen. Außerdem lassen sich Gutschein-Funktionen auch im kleineren Rahmen umsetzen, um so mit der App ein wenig Wirtschaftsförderung zu betreiben.

Wer sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, wird bestimmt zahlreiche Möglichkeiten entdecken, den Tourismus zu fördern. Darüber hinaus sind Apps auch eine Möglichkeit, ein jüngeres Publikum anzuziehen, dass es gewohnt ist, sich mit einer App zu informieren und sie auch vor Ort zu benutzen.

Bildquelle: Thinkstock

Die Apps bei Gogle Play:

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