Ohne Breitband geht es nicht

Digitale Geschäftsmodelle bringen Versorgung voran

Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland bei der Versorgung mit Telekommunikationsleistungen mittlerweile an vierter Stelle. Daran anzuknüpfen, ist mehr Pflicht als Kür, um innovative, digitale Geschäftsmodelle zu fördern.

  • Myenso-Filiale

    Myenso-Kunden müssen sich einmalig mit ihren Bezahldaten registrieren, um in allen Filialen einkaufen zu können. ((Bildquelle: Deutsche Telekom / Myenso))

  • Murkel-Gebäude

    Der Murkel e.V. vertraut auf die Lösung „Cloud PBX“. ((Bildquelle: Deutsche Telekom / Murkel))

Wie steht es um den Digitalisierungsstandort „Deutschland“? Beim Ausbau der Breitband- und Mobilfunknetze sieht der Digitalverband Bitkom eine nennenswerte Entwicklung. In seinem im August veröffentlichten „Monitor Digitalpolitik“ analysiert und bewertet er den Status quo der Digitalstrategie der Bundesregierung und stellt „große Fortschritte beim Ausbau der Breitband- und Mobilfunknetze“ fest. Deutschland liegt im Hinblick auf die Versorgung mit Telekommunikationsleistungen im europäischen Vergleich inzwischen auf Rang 4.

Die meisten Verbraucher wissen den Ausbau zu schätzen: Die im Mai veröffentlichte Broadband Customer Survey von Deloitte zeigt, dass 80 Prozent der Befragten ihren Internet-Provider grundsätzlich positiv wahrnehmen – 8 Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Für etwa genauso viele Umfrageteilnehmer (78 Prozent) hat Netzstabilität bei den Kriterien für künftige Webanschlüsse dabei oberste Priorität. Auf eine hohe Download-Geschwindigkeiten legt fast jede zweite befragte Person (48 Prozent) wert.

Breitband garantiert Nahversorgung

Was verlässliche Breitbandnetze für die oder den Einzelnen bewirken können, zeigt das Beispiel von Myenso. Das Bremer Start-up setzt nicht allein wegen der schnellen Kommunikation und Zusammenarbeit auf digitale Prozesse, sondern vor allem, um die Lebensmittelversorgung auf dem Land zu verbessern. Unter dem Namen „Tante Enso“ betreiben die Hanseaten neben einem Online-Shop deutschlandweit mittlerweile mehr als 20 stationäre Supermärkte – mit einem Schwerpunkt in strukturärmeren Regionen, da sich dort große Einzelhändler zunehmend zurückziehen.

Der große Vorteil für die Bewohner: Die Minimärkte haben durchgehend geöffnet, denn automatisierte und digitale Lösungen ermöglichen, dass Myenso-Mitarbeiter täglich nur wenige Stunden vor Ort sein müssen, etwa um Regale aufzufüllen. Um in allen Filialen einkaufen zu können, müssen sich die Kunden einmalig bei Myenso mit ihren Bezahldaten registrieren. Von der Verifizierung am Eingang, über das digitale Kassensystem bis zur Lagerverwaltung: Damit alles reibungslos funktioniert, ist das Unternehmen rund um die Uhr auf eine stabile Internetverbindung angewiesen. Die Grundlage dafür liefert seit Februar 2023 die Telekom mit ihrem stabilen Netz, einheitlicher IT-Ausstattung sowie Netzwerkkomponenten aus dem Ökosystem von Cisco Meraki.

Cloud-Geschäfte benötigen Netz-Power

Insbesondere Geschäftsmodelle, die auf Cloud-Infrastrukturen basieren, machen eine schnelle und sichere Internetverbindung erforderlich. Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC nutzen bereits 82 Prozent aller Unternehmen und Organisationen in Deutschland eine Cloud-Lösung. Wichtige Beschleuniger waren dabei die Krisen der jüngsten Vergangenheit und schlicht die Notwendigkeit, auf digitale, flexiblere Prozesse umzusteigen. So nutzen laut den Studienergebnissen heute auch Branchen Cloud-Services, die dem Bereitstellungsmodell bisher eher skeptisch gegenüberstanden.

In der Cloud kommunizieren

Ein Beispiel dafür, wie sich mit der Cloud Kommunikationsprozesse kurzerhand verlässlicher gestalten lassen, ist die Elterninitiative Murkel e.V. in Siegburg. Seit über 30 Jahren werden in den drei Kinderhäusern und zwei Offenen Ganztagsschulen (OGS) rund 800 Kinder betreut. Die Initiative kommt an und wächst stetig. Doch die fünf verschiedenen Standorte standen vor neuen Herausforderungen: Die Mitarbeitenden waren schlecht erreichbar und konnten sich untereinander nicht gut abstimmen. Bisher eingesetzte Lösungen stießen an ihre Grenzen. Weder Netzwerkanbindung noch Netzwerkqualität konnten mit den Anforderungen mithalten. Das erschwerte auch die ortsungebundene Medienarbeit mit den Kindern, obwohl dies ein wichtiger Baustein des Erziehungskonzeptes der Initiative ist – z.B. den Zugriff auf digitale Mitmachangebote am Tablet.

Die Lösung fand Murkel e.V. vor kurzem in der Cloud PBX. Das Kommunikations-Tool aus der Cloud stellt eine direkte Verbindung zwischen den Erziehern, Eltern und dem Vorstand der Initiative her. Alle Standorte sind nun unter einer zentralen Rufnummer erreichbar, das Personal in den einzelnen Häusern über Kurzwahlnummern. Die Lösung ist flexibel skalierbar. Machen die Teams zudem einen Ausflug oder spielen mit den Kindern in den Außenbereichen, sind die Mitarbeiter per Handy erreichbar – auch dank flächendeckendem Wlan.

Diese Praxisbeispiele machen deutlich: Stabile Netze ermöglichen schon jetzt erhebliche Vorteile für verschiedene Bereiche des täglichen Lebens und der Wirtschaft. Doch trotzt Fortschritten beim Breitbandausbau zeigen Schwachstellen in puncto Hableiteiterunabhängigkeit oder digitale Verwaltung und Bildung: Bis zu einer umfassend digitalisierten Wirtschaft ist hierzulande noch Luft nach oben. Die Basis dafür ist nun gelegt.

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