SAP-Innovationen

Digitale Logistik für die smarte Fabrik

Eine Fabrik wird erst dann smart, wenn sie bis hin zur Intralogistik digitalisiert und vernetzt wird. Um positive Effekte wie geringere Kosten und reduzierte Emissionen zu erzielen, investieren viele Unternehmen in Digitalisierungslösungen, die interne IT und Lagerverwaltungssysteme.

Lager

Der Erfolg einer smarten Fabrik hängt vom Grad ihrer Digitalisierung und Vernetzung ab.

Ein Fokus liegt dabei oft auf der Modernisierung der SAP-Systeme im Zuge des S/4-Hana-Umstiegs. Der betrifft in hohem Maße auch die Logistik – und eröffnet Anwendern viele neue Potenziale. Mit 10.000 produktiven Installationen ist das SAP Logistics Execution System (LES) die weltweit meistgenutzte Logistik-Software. Darin enthalten sind u.a. Module, ohne die in der Logistik kaum etwas geht: Warehouse Management (WM) und Logistics Execution Transport Management (LE-TRA). Diese haben sich in vielen Unternehmen bewährt – wurden aber seit Jahren vom Anbieter nicht mehr weiterentwickelt.

In der neuen S/4-Hana-Welt werden sie nun durch neue Module ersetzt: Extended Warehouse Management (EWM) und Transportation Management (TM). Diese sind nun automatisch im S/4-Kern integriert und miteinander verbunden. Durch diesen leichten Zugang zu den Lösungen sowie ihre vereinfachte Handhabung werden sie auch für Kleinunternehmen und Mittelständler interessant.

Als Ergänzung für eine digitalisierte Produktion bieten EWM und TM zur weiteren Digitalisierung der Logistik einige Vorteile. Auf den ersten Blick fallen, wie überall in der S/4-Hana-Welt, neue Benutzeroberflächen in modernem Design auf. Gearbeitet wird in intuitiven Apps, nicht mehr mit sperrigen Transaktionen. Benutzer kommen so in einen echten Workflow und müssen nicht mehr zwischen einzelnen Aktionen hin- und herspringen. Ein Beispiel ist eine neue App für Freigabeverfahren: In der Vergangenheit erfolgten Freigaben in einem sperrigen Interface, das man aktiv im Auge behalten und aufrufen musste. Nun wird der Nutzer benachrichtigt, dass eine Freigabe ansteht, und er kann die nötigen Schritte unternehmen.

Nutzerfreundlichkeit im Fokus

Darüber hinaus liefert der Anbieter viele neue Funktionen und Erweiterungen speziell für Logistikaufgaben. Während die Basic-Variante in etwa wie die alten Module funktioniert, bietet die Advanced-Variante attraktive Neuerungen, mit denen Unternehmen auf aktuelle Entwicklungen reagieren können. Das bedeutet auch: weniger aufwendige Eigenentwicklungen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Experten vom Beratungsunternehmen T.con finden im EWM insbesondere Funktionen wie das Arbeitsmanagement zur Personal- und Schichtplanung, die MFS-Ansteuerung, um Hochregale und andere Automatikläger direkt anzubinden, sowie die Lagerkostenabrechnung, mit der bestimmt werden kann, welcher Kunde wie lange gelagert hat und wie oft für wen kommissioniert wurde, spannend. An TM schätzen die Berater die frühzeitige, auftragsbasierte Frachtplanung, das Transport-Cockpit zur Transportplanung – dort verfolgen Logistiker ihre LKW grafisch auf der Landkarte, inklusive Laderaumplanung in 3D – sowie Automatisierungs- und Optimierungsfunktionen zur Ressourcen- und Routenplanung.

Dies ist ein Artikel aus unserer Online-Ausgabe 11-12/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo der Print-Ausgabe.

Insgesamt erhalten Logistiker eine Möglichkeit, so gut wie alle Prozesse in der Intralogistik nun auch auf nutzerfreundliche Art zu digitalisieren. In der Smart Factory wird in Zukunft also nicht nur auf Grundlage voll integrierter digitaler Prozesse produziert und analysiert, sondern auch ausgeliefert.

Bildquelle: AdobeStock

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