Urban Mobility

Digitale Stadtplanung

Der Mobility- Vermittler Uber bringt „Movement“ nach Berlin. Mit der Plattform für Verkehrsdaten lassen sich Durchschnittsgeschwindigkeiten auf den Straßen im Großraum Berlin digital auswerten und visualisieren.

Autos stehen im Stau

Uber bietet nun auch in Deutschland seine Verkehrsdatenplattform „Movement" an, die den Verkehrsfluss untersuchen und somit verbessern können soll.

Dies soll Stadtplanern, Behörden und Forschungsinstitutionen fundierte Einsichten in den Mobilitätsbedarf der Stadt ermöglichen. Zudem können Effekte von Infrastrukturmaßnahmen gezielt analysiert und ausgewertet werden. Uber will die Daten frei zugänglich bereitstellen. Neben der Stadt profitierten somit auch interessierte Bürger von der Plattform. Zusätzliche Daten und Analysewerkzeuge sollen folgen.

„Movement“ basiert auf aggregierten Fahrtdaten aus der Uber-App seit Januar 2018. Für den Großraum Berlin stellt das Planungswerkzeug zunächst Datensätze von „Movement Speeds“ bereit. Damit lassen sich reale Durchschnittsgeschwindigkeiten einsehen und weiterführend auswerten, beispielsweise nach Wochentag oder Tageszeit. Zudem lassen sich die real gemessenen Werte mit den angestrebten Geschwindigkeiten bei freiem Verkehrsfluss vergleichen. Dabei visualisiere die Plattform Routen und Streckenabschnitte mit stockendem, zähfließendem oder uneingeschränktem Straßenverkehr intuitiv in Ampelfarben, je nach Verkehrsfluss. Mit dem Cursor ließen sich präzise Werte abrufen, inklusive der prozentualen Einschränkung gegenüber der vorgesehenen Höchstgeschwindigkeit. Ein Mausklick genüge demnach, um für spezifische Straßenabschnitte genauere Tages-, Wochen- und Monatsverläufe aufzurufen.

Ebenfalls aufschlussreich sei auch die gezielte Identifizierung von Stauzonen, in denen der Verkehr weitgehend zum Erliegen kommt, zum Beispiel im morgendlichen Berufsverkehr. Mit dem entsprechenden Schieberegler sollen sich alternativ auch Straßenabschnitte hervorheben lassen, auf denen Autofahrer innerhalb des gesuchten Zeitfensters optimal an ihr Ziel gelangen.

Derartige Analysen können nützlich sein für eine verkehrsverträgliche Bauplanung, zum Ausbau von Radwegen, zur Optimierung von Bus- und Ampeltaktungen oder für die allgemeine Verkehrssteuerung über Haupt- und Nebenstrecken. Für weiterführende Analysen können Stadt- und Verkehrsplaner die Uber Movement-Daten frei herunterladen und in eigenen Systemen nutzen.

International biete Uber die Analyseplattform für mehr als 30 Metropolen und Städte an, darunter New York, Paris und London. Wie für andere Städte bereits verfügbar, sollen auch für Berlin weitere Datensätze und erweiterte Analysemöglichkeiten zeitnah folgen: darunter Fahrtzeiten (“Zone to Zone Travel Times”) und ein New Mobility Dashboard mit Daten zu beispielsweise E-Scootern und Elektroleihrädern.

Bild: Getty Images/ iStock

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