Treiber für die Werbeausgaben

„Digitale Werbung ist messbar“

Warum mobile Werbung in den letzten Jahren immer wichtiger für Werbungtreibende geworden ist, erklärt Markus Malti, CEO von WeQ, im Interview mit MOBILE BUSINESS.

Markus Malti, CEO von WeQ

„Gängige Formate für mobile Werbung sind beispielsweise Display-Anzeigen, Native Ads, Video-Anzeigen oder Interstitials“, erklärt Markus Malti, CEO von WeQ.

Herr Malti, welchen Stellenwert besitzt mobile Werbung für Unternehmen anno 2018?
Markus Malti:
Mobile Werbung ist für Werbungtreibende nicht mehr wegzudenken, besonders dann nicht, wenn das Produkt oder die Dienstleistung digital oder mobil ist wie eine App. Für App-Anbieter ist es beispielsweise der erste logische Schritt, mobil, in anderen Apps oder im App Store für die App zu werben. Unternehmen sollten jedoch verschiedene Instrumente und Kanäle nutzen, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Eine Multichannel-Strategie, die verschiedene Online- und Offline-Kanäle miteinbezieht, hilft dabei, das organische Nutzerwachstum eines digitalen Produkts, wie einer App, zu steigern und über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.

Mobile Werbung ist seit Jahren der Treiber für die Werbeausgaben – sowohl global als auch in Deutschland. Laut einer Prognose der Agentur Netzwerkreklame wird das auch 2018 so sein – mit einer erwarteten Steigerung von acht Prozent bzw. 250 Mio. Euro an digitalen Werbespendings gegenüber dem Vorjahr.

Mobile Werbung ist in den letzten Jahren wichtiger für Werbungtreibende geworden. Das hängt mit der immer intensiveren Nutzung des Smartphones zusammen, da wir das Internet jederzeit in der Tasche haben. Vor allem für die unter 34-Jährigen ist das Smartphone inzwischen das Medium der Wahl. Laut einer Prognose von Statista wird in vier Jahren die Hälfte des Gesamtumsatzes im digitalen Werbemarkt auf mobile Werbung entfallen.

Was sind hier die gängigsten Mobile-Marketing-Methoden bzw. -Formate?
Malti:
Gängige Formate für mobile Werbung sind beispielsweise Display-Anzeigen, Native Ads, Video-Anzeigen oder Interstitials. Letztere verdecken kurzzeitig den Content, den die Nutzer gerade konsumieren. Das ist aufmerksamkeitsstark und bei richtigem Targeting und Timing auch nicht störend. Mobile Werbung kann auf mobilen Internetseiten oder auch in Apps ausgespielt werden. In Apps gibt es noch spezielle Werbeformate wie Playable Ads. Playable Ads sind gerade groß im Kommen. Es sind Mini-Casual-Games als Werbeformat. Der Nutzer kann in der Werbeanzeige direkt eine abgespeckte Version des Spiels ausprobieren. Ist das Spiel beendet, wird der User aufgefordert, die App herunterzuladen. Was eigentlich als Werbung für Spiele-Apps entstand, wird zunehmend auch von anderen Branchen genutzt, auch um die Brücke von online zu offline zu schlagen. Eine Fast-Food-Kette könnte dem Nutzer, der in einem für die Marke passenden Mini-Spiel besonders gut abschneidet, beispielsweise mit einem Rabatt-Coupon für den nächsten Restaurantbesuch belohnen.

Wie kann der Return on Investment (ROI) von Mobile-Marketing-Ausgaben gemessen werden?
Malti:
Der ROI gibt das Verhältnis von Investition und Gewinn an. Digitale Werbung ist messbar, das ist der Vorteil. Allerdings sagen einzelne Messwerte oft wenig aus. Was nutzt die Angabe von Klickrate und Interaktionsrate, wenn das Ziel der Kampagne die Steigerung der Markenbekanntheit oder der Produktabverkauf war? Das Durchmessen bis zum Ende des tatsächlichen Ziels ist oft noch eine Herausforderung für Werbungtreibende. Eine weitere Herausforderung besteht, wenn neben Mobile noch Offline-Kanäle wie TV oder Out-of-Home-Werbung dazukommen.

Bildquelle: Gene Glover/Agentur Focus

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