Ein Servicetechniker muss sich innerhalb kürzester Zeit ein realistisches Bild der Lage vor Ort machen können.
Plötzliche Ausfälle von Teilen und Maschinen zu beheben, gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Field Service. Dabei geht es vor allem darum, möglichst zeitnah zu handeln – immerhin kostet jede Sekunde, in der eine Anlage stillsteht, bares Geld. Ein Servicetechniker muss sich innerhalb kürzester Zeit ein realistisches Bild der Lage vor Ort machen können – und anschließend schnell und unkompliziert die richtigen Gegenmaßnahmen einleiten. Wer dabei auf digitale Lösungen, eine enge Zusammenarbeit mit versierten IT-Dienstleistern wie Syntax und auf den effizienten Einsatz mobiler Endgeräte setzt, verschafft sich entscheidende Vorteile.
Ein digitaler Zwilling ist, einfach gesagt, das virtuelle Abbild eines real existierenden Objekts. Bei diesem kann es sich um eine ganze Fertigungsanlage handeln oder um einzelne Bestandteile einer Maschine, beispielsweise eine Pumpe, eine Turbine oder einen Motor. Der digitale Doppelgänger setzt sich dabei aus verschiedenen Stammdaten zusammen, die sämtliche Informationen über den „realen Zwilling“ umfassen und dessen komplette Historie dokumentieren: Wann und wo wurde das Produkt gefertigt? Welches Teil wurde wann, wo und von wem installiert, getauscht oder gewartet? So ergibt sich ein lückenloses Gesamtbild des vollständigen Produktlebenszyklus.
Das wiederum ist ein wichtiger Vorteil für den Servicetechniker im Feld. Er kann (die entsprechende Berechtigung vorausgesetzt) mit einem mobilen Endgerät auf diese Datenbasis zugreifen und den digitalen Zwilling genauer unter die Lupe nehmen. Der Clou: Er sieht nicht nur direkt, wo das Problem liegt, sondern auch, was es ausgelöst hat und ob es eventuell bereits vorher schon einmal aufgetreten ist. Alle diese Informationen helfen dabei, die passenden Maßnahmen zu identifizieren und einzuleiten, damit die Maschine wieder einwandfrei laufen kann.
Ein Beispiel: An einer Maschine ist der zentrale Elektromotor ausgefallen, und damit steht die Produktion still. Bevor sich der Servicetechniker die Situation vor Ort ansieht, greift er mit einem Tablet, Smartphone oder über eine smarte Datenbrille auf den digitalen Zwilling, also auf die Stammdaten und die Produkthistorie, zu und bemerkt, dass ein bestimmtes Bauteil nicht mehr funktioniert.
Außerdem stellt er fest, dass es mit dem betreffenden Bauteil bereits vorher Probleme gab. Vor neun Monaten wurde das Originalteil – nach zwei Jahren Laufzeit – verschleißbedingt durch das Modell eines anderen Herstellers ersetzt, das wiederum bereits nach einer Nutzungsdauer von gerade einmal drei Monaten repariert werden musste, weil der Motor schon wieder ausgefallen war. Das neu verbaute Teil scheint also größerem Verschleiß zu unterliegen und häufigere Störungen zu verursachen. Mit diesen Erkenntnissen kann der Field-Service-Mitarbeiter prompt eine informierte Entscheidung treffen. Statt das überaus störungsanfällige Bauteil abermals zu reparieren, kann er sofort via Mobilgerät überprüfen, ob sich im Lager ein Ersatzteil des Originalherstellers befindet, und dieses dann direkt im Motor verbauen. So lässt sich das Problem nicht nur schnell zur Zufriedenheit des Kunden lösen, sondern gleichzeitig lassen sich auch die Produktqualität und der eigene Service nachhaltig verbessern. Bauteile bestimmter Hersteller, die häufiger Probleme verursachen, werden dann beispielsweise ausgeschlossen und künftig generell nicht mehr verbaut oder in bereits ausgelieferten Produkten im Rahmen geplanter Wartungspausen ausgewechselt.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 07-08/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Die Kombination aus digitalem Zwilling und Mobile Device unterstützt den Field Service also nicht nur beim schnellen Beheben von Ausfällen, sondern kann durch vorausschauende Planung auch dafür sorgen, dass diese gar nicht erst entstehen.
Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus