Mit der App haben Werkstätten den Status aller Kundenfahrzeuge im Blick.
Die Zukunft gehört der vorausschauenden Wartung. Ein Beispiel dazu aus der Praxis: Der Autofahrer wird frühzeitig über den Verschleiß der Bremsbeläge informiert oder per E-Mail bzw. Push-Nachricht an einen Tüv-Termin erinnert. Falls auf der Autobahn das Signal für die Motorkontrollleuchte aufleuchtet, erlaubt eine erste Diagnose die Einschätzung, ob eine Fahrt bis zur nächsten Werkstatt noch möglich ist.
Autofahrer wünschen sich eine digitale Kommunikation mit dem Fahrzeug und der Werkstatt. Tatsächlich gibt es bereits Lösungen, die genau dies leisten – z.B. „Vjumi“, eine App und Internet-of-Things-Plattform (IoT), die Concept Reply für die Select AG entwickelt hat.
Allerdings gab es bis zu dieser Entwicklung einige Hürden, die andere Systeme scheitern ließen. So deckten erste Varianten nur die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Kunde ab. Für die Deutung komplexer Meldungen aus Steuergeräten oder von Fehlern braucht es aber eine Werkstatt sowie eine direkte Integration in die entsprechenden IT-Systeme.
Im Zentrum steht die Interpretation der Daten. Bis dato gibt es keinen einheitlichen Standard in der Automobilindustrie, über den sich Fahrzeuginformationen austauschen lassen. Bei über 90 Prozent aller relevanten Informationen existiert kein standardisierter Zugang über diese Schnittstelle wie etwa OBD2.
Daher baut die App auf intelligenter Hardware und einer Cloud-Lösung auf. So können Daten nahezu in Echtzeit verarbeitet und interpretiert werden. Die Herausforderung ist, an die Details zur Dateninterpretation zu gelangen. Fahrzeughersteller unternehmen hier erste Schritte, wie z.B. der Hersteller BMW, der mit Cardata Drittanbietern solche Informationen zur Verfügung stellt.
Als Voraussetzung für die Verlagerung komplexer Registrierungsvorgänge, Terminabstimmungen oder Datenauswertung in die Cloud braucht es Konnektivität – daten- und ausfallsicher. Mit einem OBD2-Adapter können die Daten aus dem Fahrzeug in die Cloud gesendet werden. Ein auf einer Azure-Serverless-Architektur basierendes hochverfügbares Backend verarbeitet und persistiert die Datenströme aus den Fahrzeugen in Echtzeit. Durch externe APIs werden sie vollständig in die Kundensysteme der Werkstätten wie etwa dem Autoteilekatalog oder dem Händler-Management-System integriert.
Die Lösung garantiert einen einfachen Datenaustausch zwischen Kunde und Werkstatt, wobei der Fahrer ebenfalls Einblick in alle relevanten Fahrzeuginformationen erhält. Dazu steht eine gezielte Unterstützung bei der Interpretation von Diagnosedaten zur Verfügung. Mittels der Fahrtenhistorie hat der Fahrer jederzeit seine Reisen im Blick – auch bei einer ganzen Flotte. Per Fahrtenbuchexport lässt sich eine Kategorisierung hinsichtlich Geschäfts- oder Privatfahrt dokumentieren.
Lösungen wie diese bringen den digitalen Fahrzeugservice per Smartphone in der Hosentasche und schaffen Vertrauen durch Sicherheit und damit eine langfristige Kundenbindung.
Branche: Teilegroßhandel / Independent Aftermarket (IAM)
Gründung: 2000
Hauptsitz: Andernach
Mitarbeiter: 3.700; 1.200 Kundenberater
Umsatz: 800 Mio. Euro
Bildquelle: Select AG