Nur jeder Sechste sorgt vor

Digitales Erbe

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der deutschen Internetnutzer keine Vorkehrungen für den eigenen Tod im Netz trifft.

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Social Media, Onlinebanking oder E-Commerce – Viele Daten geistern durch das Internet – doch was geschieht mit ihnen, wenn der Eigentümer verstirbt?

Was passiert mit E-Mail-Konten, Social-Media-Accounts, Onlinebanking-Zugängen oder persönlichen Fotos in der Cloud, wenn der Nutzer stirbt? Über drei Viertel der deutschen Internetnutzer (76 Prozent) haben darauf bislang keine schlüssige Antwort. Dabei sind sich 42 Prozent der Problematik nach eigenen Angaben nicht bewusst, ein gutes Viertel (27 Prozent) gibt an, zu wenige Informationen zu haben, und rund sieben Prozent ist die Beschäftigung mit dem eigenen digitalen Nachlass schlicht unangenehm. Nur jeder Sechste (15 Prozent) gibt an, zumindest bei einigen oder sogar allen Online-Konten vorgesorgt und zum Beispiel Zugangsdaten bei einer Vertrauensperson hinterlegt zu haben. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der beiden größten deutschen E-Mail-Anbieter Web.de und GMX.

Digitales Erbe gewinnt an Bedeutung

„Viele Internetnutzer gehen immer noch zu sorglos mit dem Thema ‚Digitales Erbe‘ um. Wir speichern heute so viele persönliche Daten wie noch nie im Netz. Daher ist es besonders wichtig, seinen digitalen Nachlass noch zu Lebzeiten zu regeln. Nur so ist sichergestellt, dass persönliche Daten wie Fotos, E-Mails oder Vertragsunterlagen nach dem Tod des Besitzers in die richtigen Hände gelangen“, sagt Jan Oetjen, Geschäftsführer beider Anbieter.

Wunsch nach klarer Regelung für E-Mails und Banking

Am Wichtigsten seien den deutschen Internet-Nutzern beim digitalen Vererben ihre Onlinebanking-Daten (57 Prozent), gefolgt von den eigenen E-Mails (40 Prozent). Weniger als ein Drittel (27 Prozent) möchte bestimmen, wie mit den eigenen Accounts bei großen Onlineshopping-Plattformen im Todesfall verfahren werden soll. Persönliche Daten wie Fotos, Dokumente oder Musik im Online-Speicher (Cloud) sind nur gut einem Viertel (26 Prozent) eine konkrete Erbregelung wert, und lediglich 24 Prozent möchten über den eigenen Nachlass in den sozialen Netzwerken verfügen. Die Account-Daten bei Videostreaming-Diensten halten gerade fünf Prozent beim Vererben für entscheidend, und nur zwei von 100 Befragten möchten festlegen, wie mit ihren Daten aus Online-Spielen verfahren werden soll.

Digitales Erbe bleibt meist in der Familie

Bei der Auswahl der Begünstigten zeigen sich die potenziellen Erblasser der Erhebung zufolge eher konservativ: Auf die Frage, wem sie im Todesfall Zugriff auf die eigenen digitalen Daten geben würden, nennt knapp jeder Zweite den Ehepartner oder nahestehende Verwandte wie Kinder, Eltern oder Geschwister Engen Freunden würde hingegen kaum jeder Achte (13 Prozent) seine Daten vermachen, auch die entfernteren Verwandten scheiden als Erben eher aus. Auf einen bestellten Notar oder Nachlassverwalter setzt immerhin jeder Zehnte (10%), und immerhin 7 Prozent der Befragten geben an, ihre Zugangsdaten für sich behalten und mit ins Grab nehmen zu wollen.

Bildquelle: Getty Images/iStock

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