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Digitales Testfeld

Zukünftig soll der Verkehr in der Stadt mithilfe vernetzter Technologien besser fließen und das Auto den Fahrer in Echtzeit über Störungen auf seiner Route informieren. Dafür wurde in Düsseldorf ein Testfeld für automatisiertes und vernetztes Fahren in der Stadt aufgebaut.

Digitales Testfeld

DLR-Testfahrzeug FASCarE vor der Rheinkniebrücke.

In dem Projekt „Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf“ (KoMoD) entwickelt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter Federführung der Stadt Düsseldorf u.a. eine hochgenaue digitale Karte mit allen relevanten Informationen der Teststrecke. Im September 2018 eröffneten NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Oberbürgermeister Thomas Geisel offiziell den Betrieb des Testfeldes.

In KoMoD testen derzeit zwölf Projektpartner aus Forschung und Industrie auf einer Strecke von 20 Kilometern neue Technologien zur Fahrzeug-Infrastruktur-Vernetzung sowie zum hoch- und vollautomatisierten Fahren. Die Tests in Düsseldorf finden unter realen Bedingungen statt. Die Forschungsfahrzeuge mischen sich in den kommenden Monaten auf der Teststrecke unter den alltäglichen Verkehr. Im Gegensatz zu den übrigen Fahrzeugen sind sie in der Lage, mit der Streckeninfrastruktur – z.B. Ampeln und Verkehrsschildern – zu kommunizieren. Dieser Datenaustausch ist die Grundlage, mit der in Zukunft Tools für ein sicheres automatisiertes Fahren entwickelt werden können.

Kommunikation mittels Wlan

Das vernetzte Fahren bezeichnet die Kommunikation zwischen Fahrzeugen untereinander, aber auch zwischen Fahrzeugen und der Infrastruktur (Car2X). Die Wissenschaftler des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik beschäftigen sich in dem Verbundprojekt mit der Frage, welche verkehrsrelevanten Daten das Testfeld Düsseldorf an die automatisierten Fahrzeuge senden muss, damit diese sicher über die Teststrecke fahren können. Das DLR-Forschungsfahrzeug „FASCarE“ fährt deshalb in mehreren Kampagnen über die Teststrecke, verarbeitet dabei die Online-Daten der Strecke und nutzt die eigens vom DLR entwickelte digitale Karte.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die digitale Karte soll aber nicht nur wichtiger Bestandteil für hochautomatisierte Fahrmanöver sein. Sie unterstützt auch den Fahrer bei der vorausschauenden Planung seiner Strecke. Durch die hochgenaue Karte sieht er Informationen der Infrastruktur, also von den Ampeln, den Parkleitsystemen und den elektronischen Warn- und Geschwindigkeitshinweisen der dynamischen Anzeigetafeln, direkt in der Anzeige in seinem Cockpit. Der Fahrer soll sogar direkt im Fahrzeug seine Route mitsamt einem Wunschparkhaus festlegen können und alle wichtigen Hinweise für seine Strecke im Fahrzeug angezeigt bekommen. Sollte das Parkhaus während der Anfahrt den Grenzfüllstand überschreiten, werde dem Fahrer automatisch ein Alternativparkhaus angeboten.

Die Forschungsfahrzeuge dienen gleichzeitig als Sensoren, die Gefahrensituationen im Testfeld erkennen und an die anderen Testfahrzeuge und die Infrastruktur weiterleiten. Alle Fahrzeuge kommunizieren mittels eines speziellen Wlans auch mit den Ampeln: Anhand der Statusnachricht der Ampeln und der Informationen aus der digitalen Karte sind die Fahrzeuge in der Lage, eine optimale Geschwindigkeitsvorgabe zu berechnen, um die bevorstehende Kreuzung ohne unnötige Brems- und Haltevorgänge zu passieren. Die entsprechende Geschwindigkeitsempfehlung oder Restrotzeit wird dem Fahrer direkt in seinem Cockpit angezeigt.

Bildquelle: DLR

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