Aktionsplan vorgestellt

Digitalgründer fordern mehr Klimaschutz

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind derzeit en vogue. Dies hat auch die Digitalbranche erkannt. Im Rahmen einer „Leaders for Climate Action (LFCA)“ fordern über 100 führende Köpfe der Branche eine sofortige lenkungswirksame CO2-Bepreisung.

Weltkugel im Urwald

Die Gründerinitiative fordert die Umsetzung sofortiger Maßnahmen für einen effektiven Klimaschutz.

Ein Zusammenschluss führender deutscher Digitalunternehmer hat heute einen Aktionsplan für den Klimaschutz vorgestellt: „Unsere Initiative von mehr als 100 erfolgreichen Gründern der Digitalwirtschaft fordert die Umsetzung sofortiger Maßnahmen für einen effektiven Klimaschutz. Wir sind in einer entscheidenden zeithistorischen Phase angekommen, in der jeder Schritt zählt. Mit unseren gebündelten Kompetenzen und unserem umfänglichen Verständnis digitaler Strukturen zum Nutzen optimaler Energieeffizienz können wir einen starken, langfristigen Beitrag zum Klimaschutz leisten,“ betont Niklas Östberg, Co-Founder und CEO von Delivery Hero.

Die Forderungen der Initiative beinhalten ein konsequentes und schnelles Handeln der Politik für effektiven Klimaschutz. „Konkret fordern wir die sofortige Einführung einer CO2-Bepreisung von mindestens 50 Euro/Tonne, die nach den Empfehlungen des Rates der Wirtschaftsweisen an die Bundesregierung auf mindestens 130 Euro/Tonne bis 2030 angehoben werden muss“, sagt Boris Wasmuth, Mitgründer der LFCA, Gründer und Geschäftsführer von Game Duell. „Entscheidend ist, dass eine CO2-Bepreisung spätestens ab Januar 2020 eingeführt wird und lenkungswirksam ist. Die Bepreisung muss sofort und kontinuierlich angepasst werden, so dass auch tatsächlich CO2 reduziert wird.“

Ein „grünes“ Versprechen

Mit einer Vision 2035 für Deutschland will der Zusammenschluss das positive Signal setzen, dass ein effektiver Klimaschutz nicht „Bürde“, sondern vor allem auch eine enorme Chance für die deutsche Wirtschaft sein kann. „Wir müssen komplett aus den fossilen Energien aussteigen und unseren Energiebedarf vollständig aus erneuerbaren Energien abdecken. Deutschland kann im europäischen Verbund auch als Kreislaufwirtschaft organisiert werden, in der Wertstoffe wiederverwertet und Ressourcen sowie Güter mittels digitaler Lösungen effizienter geteilt werden können – umweltschonend, lebenswert, klimaneutral“, fasst David Wortmann, Mitgründerder LFCA und Geschäftsführer DWR Eco die wichtigen Zukunftsthemen zusammen, in der die Digitalisierung eine zentrale Rolle spielen wird.

Ein maßgeblicher Bestandteil der Initiative sind die Ansprüche an sich selbst, die in einem sogenannten „Green Pledge“ festgehalten haben, heißt es in einer Pressemeldung. Darin wollen die Unternehmer einen konkreten Beitrag auf dem Weg zu einem klimaneutralen, nachhaltigen Deutschland garantieren und gleichzeitig als Vorreiter für andere Unternehmen fungieren.

Dabei können anhand des weltweit genutzten Greenhouse-Gas-Protokolls, mithilfe lizenzierter CO2-Rechner zur Bilanzierung und eines Dreistufenmodells für jedes Unternehmen individuell ein dynamischer Transformationsprozess umgesetzt werden. „Wir können damit unsere Ziele sukzessive optimal erreichen“, so Ferry Heilemann, ebenfalls Mitgründer der Initiative und Gründer sowie CEO von Freight Hub: „Uns geht es nicht allein darum, dass von der politischen Ebene ein Preis für die CO2-Emissionen festgelegt wird, sondern auch darum, dass aus der Gesellschaft und der Wirtschaft direkt Maßnahmen ergriffen werden, um die Klimaziele zu erreichen. Nur so können wir unser Ziel, Deutschland schnellstmöglich in ein klimaneutrales, vollständig mit erneuerbarer Energie versorgtes Land zu transformieren, erreichen.“

Mögliche Beispiele zur Senkung des CO2-Bedarfs skizzieren zwei Unternehmer: „Wir müssen jetzt handeln und nicht nur auf eine ferne Zukunft verweisen. Zu einer wesentlichen Reduzierung der Emissionswerte kann jeder einen Beitrag leisten, indem er Auto oder Flugzeug mal stehen lässt und moderne Linienverkehre nutzt. Zur Erreichung der Klimaschutzziele ist der Verkehrssektor ausschlaggebend“, meint Daniel Krauss, Gründer und CIO bei Flixbus. Und Ina Remmers, Geschäftsführerin nebenan.de, ergänzt: „Ein wichtiger Baustein für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft ist die Stärkung lokaler Infrastrukturen – privat wie wirtschaftlich. Mit unserer Nachbarschaftsplattform schaffen wir gezielt Räume, die die Relevanz regionaler Händler und Dienstleister durch digitale Vernetzung stärken sowie zwischenmenschliche Interaktion befördern.“

Bildquelle: Thinkstock/iStock

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok