Digitale Dividende

Digitalisierung bringt 20 Prozent Gewinnwachstum

Eine aktuelle Studie beweist mit harten Zahlen: Digital fortgeschrittene Unternehmen streichen bis zu 20 Prozent mehr Gewinn ein.

Digitalisierung: Anstieg bei Umsatz und Gewinn

Digitalisierung: Anstieg bei Umsatz und Gewinn

Digitalisierung lohnt sich, ihr wirtschaftlicher Erfolg ist messbar, hat Prof. Dr. Kai Buehler von der Rheinischen Fachhochschule Köln herausgefunden. In einer gemeinsamen Studie mit dem Beratungsunternehmen Mind Digital hat er den empirischen Nachweis erbracht, dass ein hoher Digitalisierungsgrad den Geschäftserfolg steigert - Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad vermelden im Durchschnitt ein Gewinnwachstum von knapp 20 Prozent.

Die von der Telekom Deutschland, AlixPartners und Iskander Business Partner beauftragte und von Mind Digital und der RFH Köln durchgeführte Studie „Digitale Dividende im Mittelstand“ kommt zu einer positiven Lageeinschätzung: Bereits jedes vierte befragte Unternehmen kann als Digital Leader gelten. Das durchschnittliche Umsatz- und Gewinnwachstum der Digital Leader ist mit 12,8 Prozent bzw. 19,8 Prozent deutlich höher als bei allen anderen Befragungsteilnehmern. Die eingehende Befragung von 54 Unternehmen zeigt, dass es einen positiven messbaren Zusammenhang zwischen Digitalisierungsgrad und Geschäftsergebnis gibt.

Die Studie identifiziert vier Gruppen von Unternehmen mit unterschiedlichem Digitalisierungsgrad. Etwa 30 Prozent der befragten Unternehmen sind digitale Starter ohne klares Zielbild und ohne Strategie für die digitale Transformation. Einige Unternehmen sind aber bereits den Weg der digitalen Transformation gegangen und fokussieren sich als Experten für „Digital Operational Excellence“ auf die interne Digitalisierung durch Kosten- und Prozessoptimierung. Eine andere Gruppe von Unternehmen setzt beim Kundenerlebnis an und wird dadurch zum Experten für „Digital Customer Experience“. In geht es in erster Linie darum, digitale Technologien einzusetzen, um die Kundenzufriedenheit zu verbessern und dafür werden Online-Kundenportale, -Services und -Support genutzt.

Digital Leader mit höchstem Umsatz- und Gewinnwachstum

Die gut 25 Prozent der „Digital Leader“ verwirklichen nicht nur einzelne Zwischenschritte der digitalen Transformation, sondern haben einen ganzseitigen Ansatz, der zum höchsten Umsatz- und Gewinnwachstum führt. Sie verbinden die interne Digitalisierung und die Ausrichtung auf den Kunden zu einem kulturellen Wandel. Auffällig ist, dass sie mit digitalen Managementmethoden auf Transparenz setzen, neue Geschäftsmodelle etablieren und echte digitale Kundenerlebnisse gestalten. „Hier gehen Produkt- und Organisationsinnovation Hand in Hand. Digitale Themen sind fester Bestandteil der Unternehmensstrategie“, kommentiert Bernhard Steimel, Geschäftsführer von Mind Digital.

In vielen Bereichen zeigt sich allerdings noch Entwicklungspotential. E-Commerce ist ebenso wie digitale Kaufberatung noch nicht die Regel im deutschen Mittelstand, und der digitale After-Sales-Support ist bei etwa der Hälfte der Befragten unzureichend. Ein Engpass-Faktor sind außerdem Digital-Experten. Erst knapp ein Drittel der Studienteilnehmer konnte digitale Expertise im Unternehmen aufbauen. Bedenklich ist diese Situation vor allem mit Blick auf die sich verändernden Digitalisierungsziele: Statt primär Kosteneffizienz und Prozessoptimierung anzustreben, wollen sich die Mittelständler in Zukunft stärker auf Kundenzufriedenheit, Produktinnovationen sowie Umsatz- und Gewinnsteigerung fokussieren.

Als erfolgreiche Strategien bei der Digitalisierung haben sich drei wichtige Vorgehensweisen herausgebildet: Die Unternehmen müssen in ihren Märkten möglichst früh starten, um Geschwindigkeit zu bekommen. Sie müssen zudem schneller umsetzen und ihren Mitarbeitern größere Freiräume geben. Sehr wichtig: Die Unternehmen müssen mehr kommunizieren. Sie sollten die Mitarbeiter frühzeitig einbinden, um die Akzeptanz von Digitalprojekten zu steigern und die Veränderungsprozesse zu beschleunigen.

Hinweis: Die vollständige Studie kann bei smarter-servcie.com heruntergeladen werden. Die RFH Köln bietet eine Kurzfassung an.

Bildquelle: Thinkstock

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