Digitaler Hotspot

Dmexco 2023 trifft den Nerv der Branche

Unter dem Motto „Empowering Digital Creativity“ setzten auf dem Digital-Marketing-Event am 20. und 21. September über 800 internationale Sprecher Akzente zu den Trendthemen der Branche wie Künstliche Intelligenz oder Retail Media.

Dmexco 2023 auf dem Koelnmesse-Gelände

2024 wird die Dmexco am 18. und 19. September erneut auf dem Gelände der Koelnmesse stattfinden.

Rund 40.000 internationale Fachbesucher und über 650 ausstellende Unternehmen und Partner aus aller Welt sorgten während der zwei Tage für volle Hallen, erfolgreiche Geschäftsabschlüsse und bestätigen die Dmexco damit als digitalen Hotspot Europas.

Ob für das Marketing, die Digitale Transformation oder die gesamte Gesellschaft – Künstliche Intelligenz (KI) hat riesiges Potenzial. Darin waren sich die meisten Sprecher übergreifend einig. Aude Gandon, Global CMO bei Nestlé, zeigte sich in ihrer Keynote überzeugt, dass KI Kreativität neu erfinde. Entscheidend sei, die „eigenen grundlegenden Marketing-Fähigkeiten beizubehalten und sie mit den aktuellen Werkzeugen zu verstärken“. Gaurav Bhaya, Vice-President bei Google, griff in seiner Rede eine zentrale Sorge auf, dass Künstliche Intelligenz Menschen den Arbeitsplatz streitig mache: „Marketer konkurrieren nicht gegen die KI. Sie konkurrieren mit anderen Marketern, die KI einsetzen.“ Die Branche müsse sich vertraut mit den neuen Instrumenten machen, dann könnten sich „Marketer wieder auf das Marketing konzentrieren“. Ute Hildebrand, Managing Director Continental Europe bei Hotwire, forderte ein positives Zielbild für die Gesellschaft: „Wir müssen ein Narrativ für KI finden, das nicht nur monetär oder dystopisch geprägt ist.“

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Neben führenden nationalen und internationalen Unternehmen, Start-ups sowie E-Commerce-Anbietern gehörten auch Agenturen zu den starken Ausstellergruppen. Sie sind laut Anke Herbener, Vizepräsidentin im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), das „Rückgrat der Digitalisierung“, hier liege viel Potenzial. Franziska von Lewinsky, CEO von Szyzygy, sieht Agenturen gar als „Transformationsmotor für die Wirtschaft“. Dass die Veranstaltung für gute Gespräche sorgte, bestätigte Neil Heinisch, Creative & Founder von Playthehype: „Die Dmexco war ein großes Klassentreffen der digitalen Branche. Neben inspirierenden Gesprächen hat man hier auch Raum, über zukünftige Projekte und Partnerschaften zu sprechen. Eine hervorragende Plattform, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten.“

Extreme Dynamik im Retail Media

„Retail Media ist eine Welle, die gerade noch am Anfang steht, aber den Markt in den nächsten Jahren überrollen wird“, prognostizierte Patricia Grundmann, Vorsitzende des Retail Media Circle im BVDW und Geschäftsführerin der OBI First Media Group. Für die stellvertretende OWM-Vorsitzende Maike Abel muss die Gattung allerdings noch einige Hausaufgaben machen, bevor sie richtig durchstarten kann: „Retail Media ist Media. Händler werden dabei zu Publishern und stehen damit in Konkurrenz zu allen bekannten Medienhäusern. Deshalb brauchen wir eine Vergleichbarkeit der Kanäle, Transparenz der Kennzahlen und eine Trennung zwischen Media- und Sales-Gesprächen.“ Abel forderte außerdem ein Joint-Industry-Comittee, das vermarkterübergreifende Standards festlegt, und einen Code of Conduct für Retail Media. Ob und wie die Werbung im Handel auch für markenbildende Maßnahmen eingesetzt werden kann, war auch für Kristina Bulle von Procter & Gamble noch offen. Für sie muss Retail Media dazu beitragen, dass „Produktkategorien insgesamt wachsen und es nicht nur zu Marktanteilsverschiebungen innerhalb der Produktbereiche kommt“.

Immersive Welten

NFTs, Blockchain und das Metaverse sind nicht mehr nur Schlagworte, sondern haben sich als Strategien für Unternehmen etabliert. Zahlreiche Formate der Conference boten spannende Einblicke in die Chancen und Herausforderungen von W3 – anhand von Lectures und mit vielen Beispielen aus der Praxis.

Dass die Digitalisierung schon umfänglich auch in der Modeindustrie angekommen ist, zeigte das erstmals im Rahmen des Events stattfindende Format „Digital Fashion“. So präsentierte etwa David Geisser, CEO von CollectID, wie reale Gegenstände nahtlos mit digitalen verschmelzen und sich neue immersive Welten für physischen Produkte eröffnen, die Nutzer z.B. in Videospielen tragen oder Avatare damit einkleiden können. Mithilfe von Technologie entstehen so aufregende Möglichkeiten für Verbraucher und Marken, um einzigartige Kundenerlebnisse zu schaffen.

Das jüngst von Sir Martin Sorrells S4Capital Group co-finanzierte Unternehmen 4screen präsentierte Anwendungsbeispiele für In-Car-Marketing. Auch Tesla zeigte auf der Veranstaltung die vielfältigen Integrationen multimedialer digitaler Anwendungen in seinen neuen Fahrzeugen.

Authentizität, Diversität und echte Augenhöhe

Ob in der Zusammenarbeit zwischen Geschlechtern, Generationen oder Ethnien, ob zwischen Agenturen, Influencern und Unternehmen, ob in den Bereichen „KI“, „Data“, „Kreation“ oder „Retail“ – einig war sich eine Mehrheit der Sprecher der Dmexco 2023 darin, dass nur in der Zusammenarbeit auf Augenhöhe der Schlüssel für den Erfolg liegt: „Vielfalt muss von innen kommen, bevor sie nach außen getragen werden kann“, ist beispielsweise Kerstin Erbe, Managing Director von Dm-Drogerie Markt, überzeugt. Und Maggie Chan von NBC Universal sieht die Lösung in der Formel „globale Reichweite, lokale Wirkung“: „Handle global, aber spreche mit den Menschen vor Ort so, wie sie es möchten.“ Eko Fresh zeigte auf, wie er mit Authentizität zuerst zum erfolgreichen Rapper, dann zum nicht minder erfolgreichen Unternehmer und Influencer wurde: „Meine Roots sind mein Markenkern.“

Mit Hollywood-Prominenz wie George Clooney, Musiker Bjoern Ulvaeus von Abba und der Zukunftsforscherin Amy Webb punktete die zeitgleich stattfindende Digital X, die europäische Digitalisierungsinitiative der Deutschen Telekom AG. Dmexco und Digital X eint das Mindset, Digitalisierung weiter voranzutreiben. Damit war Köln am 20. und 21. September 2023 durch die Kooperation beider Events – sowohl in der Innenstadt als auch auf dem Messegelände – eine perfekte Plattform für internationale Tech- und Digitalexperten.

Bildquelle: Koelnmesse

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