Android-x86, Andromium und Remix

Drei Wege zu Android auf dem Desktop

Viele Android-Fans würden ihr Lieblingssystem auch auf dem Desktop-PC nutzen. Drei Projekte wollen dies verwirklichen.

Eine Reihe von verschiedenen Emulatoren bietet an, Android-Apps auf jedem Windows-Rechner ablaufen zu lassen. Doch das ist mit einem Android-Desktop nicht gemeint. Drei andere Projekte sind angetreten, ein echtes Android für den Einsatz auf einem PC zu optimieren.

Android-X86

Android-X86 ist ein voll funktionsfähiges Android, mit dem ein handelsüblicher PC gebootet werden kann. Das System ist ein Android 4.4, das an die Intel-x86-Architektur angepasst wurde. Das Open-Source-Betriebssystem kann mit einem USB-Stick oder einer CD gestartet werden. Die direkte Installation auf der Festplatte ist ebenfalls möglich, sollte aber von Experten vorgenommen werden.

Das Betriebssystem arbeitet zufriedenstellend und bietet alle grundlegenden Funktionen von Android auf einem Desktop Computer an. Es ist aber eher ein Experimentalprojekt, bei dem unklar ist, wann es an Android 5.x oder gar Android 6 angepasst wird.

Ein grundlegender Nachteil eines reinen Stock-Android ist die fehlende Optimierung für die Bedienung mit der Maus. Außerdem ist ein Betriebssystem ohne Multitasking und die Möglichkeit, mehrere Apps nebeneinander darzustellen, auf dem Desktop nur sehr unbefriedigend.

Andromium OS

Diesen beiden Einschränkungen widmet sich Andromium OS, eine Kombination aus Hardware und Software. Sie existiert im Moment allerdings noch nicht als fertiges Produkt und wegen eines gescheiterten Crowdfundings ist die Zukunft des Projekts unklar. Doch die bisher geschilderten Funktionen sind beeindruckend:

Andromium besteht aus einer Docking-Station mit drei USB-Ports und einer Buchse für ein Netzteil. Dadurch arbeitet das Dock auch als Ladegerät. Mittels Bluetooth oder USB können Monitor, Tastatur, Maus oder ein Gamecontroller angeschlossen werden. Das so genannte „Andromium OS“ ist eine App, die Android ab Version 4.4.2 um diverse Desktop-Funktionen.

Der Andromium-Desktop erscheint nach dem Anschließen eines Monitors und entspricht den üblichen Standards:  Es gibt Startmenü, eine Taskleiste für die aktiven Apps sowie Symbole für Apps, Ordner und Dateien, die auf dem Desktop abgelegt werden können. Wenn Andromium aktiv ist, starten alle geeigneten Apps auf dem Desktop. Das darunter liegende Android ist aber noch aktiv und kann beispielsweise Anrufe oder SMS empfangen.

Remix OS

Einen etwas anderen Weg hat das Startup Jide gewählt: Remix OS ist ein CustomROM, das zunächst auf einem Jide-Tablet mit andockbarer Tastatur laufen soll, aber auch für andere Unternehmen verfügbar gemacht wird. Es handelt sich dabei um ein Stock-Android, das mit Erweiterungen für den Betrieb als Desktop/Notebook aufgerüstet ist.

Neben der obligatorischen Task-Leiste gibt es eine Möglichkeit, mehrere App-Fenster neben- und übereinander darzustellen. In der neuen Version 2.0 gibt es zudem eine Sidebar, die an die Charmsbar von Windows 8 erinnert. Einige zusätzliche und an die Besonderheiten des Remix OS angepasste Apps wie ein Dateimanager und eine Mail-Anwendung runden das System ab.

Zur Zeit läuft auf Kickstarter ein Crowdfunding für den Remix Mini von Jide, einen Winz-PC, der 64-Bit-Leistung für Preise ab 30 Dollar bietet. Er ist mit Schnittstellen für HDMI, Ethernet, WiFi, Bluetooth und USB ausgerüstet. Die Idee des Systems kommt an. Das Funding hat bereits knapp 1,4 Millionen Dollar erreicht, obwohl es noch zehn Tage läuft.

Bildquelle:  A. Liebhart / pixelio.de

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