Chance oder Risiko?

Drohnen in der Lagerlogistik

Im Interview erzählt Jan Walker, Business Development Director EMEA Mobile Computing bei Datalogic, dass er nach heutigem Stand noch keinen wirklichen Nutzen durch den Einsatz von Drohnen in der Lagerlogistik sieht.

Jan Walker, Datalogic

„Vollautomatisierte Lager sind heute schon in bestimmten Bereichen Standard“, meint Jan Walker von Datalogic.

Herr Walker, welchen Einfluss übt die zunehmende Digitalisierung auf die Lagerlogistik aus?
Jan Walker:
Ebenso wie in allen anderen Bereichen der Lieferkette wird auch die Lagerlogistik von der Digitalisierung immer stärker beeinflusst. Prozesse werden hier immer mehr automatisiert und der Einfluss des Verbraucherverhaltens nimmt zu. Denn durch die Verfügbarkeit von Verbraucherdaten, auch „Big Data“ genannt, nimmt der Verbraucher mit seinem Verhalten in Bezug auf Bedarf, Zeitpunkt und Ort des Bedarfs Einfluss auf die Optimierung der gesamten Lieferkette bis hin zur Produktion.

Welche Rolle spielen hierbei mobile Endgeräte wie Handhelds und Datenbrillen?
Walker:
Der Optimierungsgrad in der Lagerlogistik mittels mobiler Endgeräte ist noch lange nicht erschöpft. Neue Technologien wie Indoor-Geolokalisation, der übergreifende Nutzen von Spracheingaben oder die Verknüpfung von Aufgaben, die an die Lagerlogistik angrenzen, bieten nach wie vor ein großes Optimierungspotential.

Welche Möglichkeiten bringen die „mobilen Helfer“ mit sich?
Walker:
Mobile Helfer optimieren nach wie vor Prozesse, helfen Fehler zu vermeiden, sorgen für unmittelbare Transparenz in Bezug auf Zustand und Ort der Waren und vereinfachen das Erfassen von Daten und Zuständen.

Wie gestaltet sich die Akzeptanz der Lagermitarbeiter insbesondere bei Datenbrillen? Welche Kriterien sollten Rugged Devices wie etwa Handhelds und auch Datenbrillen im Lager erfüllen?
Walker:
Im Vordergrund steht nach wie vor der Mensch. Einfachste Handhabung, ergonomisch, leicht, und benutzerfreundlich für jeden Anwender – unabhängig von deren körperlichen Merkmalen, Alter oder Geschlecht, dicht gefolgt von Zuverlässigkeit und Langlebigkeit.

Welche Nachteile und auch Risiken birgt der Einsatz der „mobilen Helfer“?
Walker:
Keine.

Stichwort Datensicherheit: Wie wird dieses Problem angegangen?
Walker:
Heute im Einsatz befindliche Betriebssysteme und Netzwerke bieten ausreichend Sicherheit. Darüber hinaus gibt es zusätzlich Software-Angebote, die vor ungewolltem Eingreifen in Abläufe oder Datenmissbrauch schützen.

Welche Rolle spielt „Industrie 4.0“ im Lager, sprich die automatische Kommunikation von Waren, Transportbehältern und Beförderungsmitteln?
Walker:
Im Vordergrund steht sicherlich die Informatisierung der Fertigungstechnik im Sinne der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, gefolgt von der informationstechnischen Anbindung der Lagerlogistik. Somit kann man den primären Nutzen und Ansatz in der Fertigungsoptimierung sehen. Im Vergleich dazu sind Lagerlogistikprozesse in vielen Fällen schon sehr weit digitalisiert.

Inwieweit werden bereits Drohnen in der Lagerlogistik eingesetzt? Bisher nur eine Vision?
Walker:
Stand heute sehen wir keinen wirklichen Nutzen durch den Einsatz von Drohnen in der Lagerlogistik.

Welche Rolle kommt dem Menschen zu, wenn die Waren, Transportbehälter und Beförderungsmittel im Lager zukünftig nur noch selbst kommunizieren?
Walker:
Vollautomatisierte Lager sind heute schon in bestimmten Bereichen Standard und auch sicherlich noch im weiteren Wachstum. In anderen Bereichen machen sie wenig Sinn. Sei es aufgrund von geringeren Durchsätzen, speziellen Dimensionen der Waren oder auch nur um die notwendige Flexibilität in Abläufen und Prozessen zu gewährleisten. In diesen Bereichen ist die menschliche Auffassungsgabe, Entscheidungsfähigkeit und Flexibilität auch weiterhin ein maßgebender Erfolgsfaktor.

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