KI für alle Fälle

Drohnenschwärme, Alarmanlagen und Copiloten

Der dritte und letzte Teil der kleinen Serie über KI-Startups in Deutschland zeigt, das uns KIs nicht nur im Job begegnen.

KI-Algorithmen aus dem Machine Learning sind sehr flexibel. Grundsätzlich lassen sie sich überall dort nutzen, wo es um die Identifizierung und Wiedererkennung von Mustern geht. Außerdem können verschiedene KI-Verfahren wie Bild- und Spracherkennung kombiniert und zusätzlich noch durch Vernetzung und Sensorik aufgewertet werden. Dadurch entsteht eine Art Internet der künstlich intelligenten Dinge, in dem sehr viel möglich ist.

Die fünf hier vorgestellten Startups zeigen, dass KI in den nächsten Jahren immer stärker in den Alltag der Menschen eindringen wird, sei es als intelligente Alarmanlage oder als Fitness-Coach. Natürlich ist noch nicht klar, ob solche Lösungen in allen Alltagsbereichen als nützlich akzeptiert werden. Denkbar, dass einige Anwendungen zu unheimlich auf Menschen wirken und sich deshalb nicht durchsetzen.

Darüber hinaus hängt die Akzeptanz auch von der Cleverness der KI ab. Zum Beispiel ein Chatbot: Idealerweise sollte eine solche KI-Anwendung nicht mehr als künstlich identifiziert werden. Der Nutzer muss vergessen, dass er gerade mit einer Software interagiert. Darüber hinaus müssen die Aussagen eines solchen Bots auch so wenig schematisch wie möglich sein und auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Nutzers eingehen.

Accelerated Dynamics

http://accelerateddynamics.co/

Das bereits 2015 gegründete Startup hat eine „Schwarmsteuerung“ für autonome Drohnen entwickelt. Dabei werden nicht die Drohnen einzelnen, sondern als Schwarm gesteuert. Dadurch sind beispielsweise gleichgerichtete Flüge in fest definierten Abständen möglich. Die Drohnen fliegen dabei weitgehend autonom und mithilfe einer sehr einfachen Benutzerschnittstelle kann praktisch jeder den Drohnenschwarm lenken. Die Steuerung geschieht dabei nicht detailgenau, sondern auf der Basis von bestimmten Aufgaben und Zielen, die die Drohnen erfüllen sollen.

Mit der Software das Startups ist es beispielsweise möglich, dass ein Drohnenschwarm bewegliche Objekte in bestimmten Bereichen autonom verfolgt, ohne dass ein Mensch steuernd eingreifen muss. So kann ein KI-gesteuerter Drohnenschwarm ein größeres Gelände überwachen, etwa eine Industrieanlage oder eine Großveranstaltung im Freien. Das Startup möchte diese Schwammsteuerung auch auf Roboter erweitern.

ArtiMinds Robotics

https://www.artiminds.com/

Das schon 2013 in Karlsruhe entstandene Unternehmen ist eine Ausgründung aus dem KIT (Karlsruhe Institute of Technology) und entwickelt eine Software, mit der sich moderne, flexible Industrieroboter schnell und intuitiv programmieren lassen. Sie ist plattformunabhängig, sodass eine Vielzahl an Robotermodellen bedient werden kann.

Im Unterschied zu den Programmierumgebungen der Hersteller wird das System mit einem grafischen Point&Click-Interface bedient. Es integriert aktuelle Technologien des maschinellen Lernens, der Bewegungsplanung und -kontrolle und der Robotermanipulation in einer Software, die eine industrielle Anwendung von Robotern auch im kleineren Umfang erlaubt.

BuddyGuard

https://www.buddyguard.io/

Das Startup bietet mit Flare ein komplettes Sicherheitssystem auf der Basis von intelligenten Home-Security-Kameras. Die zu Flare gehörende KI-Anwendung kann Gesichter und Stimmen erkennen. Dadurch unterscheidet sie zwischen erlaubten und nicht erlaubten Personen, sodass beispielsweise Einbrecher zuverlässig erkannt werden.

Darüber hinaus besitzt das System Bewegungsmelder, ein Mikrofon, ein Lautsprecher sowie Beschleunigung und Temperatursensoren. Es nutzt das Mobilfunknetz für den Datenaustausch und kommuniziert via Smartphone-App mit den Nutzern. Im Falle eines Einbruchs zeichnet die Kamera alles auf und alarmiert auf Wunsch die Polizei. Wenn die bekannten Bewohner anwesend sind, wird die Kamera allerdings deaktiviert.

German Autolabs

https://www.germanautolabs.com/

Das erst im letzten Jahr gegründete Startup entwickelt ein Sprachassistenten fürs Auto, der als digitaler Copilot agieren soll und mit dem Smartphone des Fahrers zusammenarbeitet. Das Produkt soll dabei unabhängig vom Fahrzeugtyp und Alter funktionieren. Er soll über Sprache und Gestik gesteuert werden und zusätzlich intelligente Funktionen haben.

Der Assistent kann beispielsweise ankommende WhatsApp-Nachrichten in Stresssituationen unterdrücken. Andererseits gibt es die Möglichkeit, sich im Stau E-Mails vorlesen zu lassen und direkt per Diktat darauf zu antworten. Durch die Sprachsteuerung verhindert der Assistent, dass die Nutzer verbotenerweise zu ihrem Smartphone greifen.

Sticky Life Coach

http://getstick.it/

Sticky ist ein Chatbot, der als Kontakt in den Messenger Telegram integriert ist und demnächst auch in den Facebook Messenger. Er arbeitet als Life Coach und gibt Hinweise zu verschiedenen Themen wie Fitnessübungen, Schlafen, Work-Life-Balance und anderes. Insgesamt gibt er Tipps für einen möglichst gesunden Lebensstil. Die KI-Routinen analysieren die expliziten Wünsche des Nutzers, aber auch Daten von den Sensoren des Smartphones sowie von anderen Fitness-Apps. Daraus leiten sie Tipps für Fitness und Gesundheit ab.

Bildquelle: Thinkstock

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