Onlinespeicher

Dropbox, Microsoft OneDrive und Google Drive im Vergleich

Online-Festplatten sind Standardlösungen von der Stange. Doch ein Blick auf die großen drei Anbieter zeigt: Im Detail gibt es Unterschiede.

Online-Festplatten wie Dropbox, OneDrive und Google Drive gehören zu den beliebtesten Cloudservices. Sie haben bei den meisten Leuten zwei Einsatzgebiete: Einerseits werden sie als Backup-Speicher und Dateiarchiv genutzt, andererseits sind sie ein Dokumentenkoffer, der wichtige Dateien auch für die Arbeit unterwegs anbietet.

Basisfunktionen sind fast deckungsgleich

Auf den ersten Blick sind sich die drei großen Cloudservices recht ähnlich: Sie bieten eine kleine Menge kostenlosen und für zahlende Kunden recht viel Speicherplatz im Terabyte-Bereich. Für Windows-Rechner und den Macintosh gibt es einen einfachen Client, der einen speziellen Ordner auf der Festplatte als lokale Kopie sämtlicher Inhalte verwaltet und sich regelmäßig mit dem Cloudspeicher synchronisiert. Eine Besonderheit bei Dropbox: Es bietet einen Linux-Client.

Außerdem bieten die Dienste Apps für iOS und Android. Sie unterstützen auch die automatische Synchronisierung aller Fotos und Videos, sodass sie hierfür als Backup-Lösung eingesetzt werden können. Auch in den Grundfunktionen sind sich die Online-Speicher sehr ähnlich. So kennen alle drei eine Möglichkeit, ein Dokument über einen speziellen Sharing-Link an andere Benutzer des Service freizugeben. Wer den Dienst nicht nutzt, kann die Datei herunterladen.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist der Speicherstandort: Es ist nicht Deutschland. Zwar werden die Dateien via SSL übertragen und vor dem Speichern serverseitig verschlüsselt, doch für wirklich kritische Dokumente ist das nicht ausreichend. Wer seine Daten tatsächlich für fremde Augen unzugänglich machen will, muss sie lokal verschlüsseln und dann synchronisieren, etwa mit der Universal-Lösung Boxcryptor. Sie ersetzt auf allen Betriebssystemen die jeweiligen Apps oder Clients. Sämtliche Zugriffe werden nun darüber erledigt, sodass eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung möglich wird. Dies betrifft auch die Windows/Macintosh-Ordner für die Online-Festplatten, die von BoxCryptor verwaltet werden.

Unterschiede zwischen den Diensten gibt es lediglich bei den Kosten. OneDrive Business bietet als reine Online-Festplatte ein Terabyte pro Benutzer für 50 Euro im Jahr. Der gleiche Speicherplatz kostet bei Google Drive pro Jahr knapp 120 Euro und bei Dropbox 100 Euro. Dies ist allerdings nur ein recht grober Vergleich, da es bei allen drei Anbietern unterschiedliche Preispläne für Privatnutzer und Business-Nutzer gibt. Letztere bekommen ab einer bestimmten Preisstufe bei Google Drive und Dropbox sogar beliebig viel Speicherplatz.

Unterschiede bei den Zusatzdiensten

Allerdings reicht der Blick auf die Kosten nicht aus, um den richtigen Service zu finden. Entscheidend sind eher die Zusatzdienste und die Möglichkeiten bei der Dateiverwaltung. So haben Nutzer der Business-Accounts bei allen drei Anbietern die Möglichkeit, irrtümlich gelöschte Dateien und Ordner wiederherzustellen. Außerdem gibt es bei den gehobenen Preisplänen zusätzliche Funktionen zur Administration von Benutzern und der Zuteilung von Rechten. Als Erweiterung der reinen Speichermöglichkeiten sind alle Dienste jeweils mit einem Online-Office verbunden.

Am weitesten fortgeschritten ist die Lösung von Google Drive, die auch den bei den kostenlosen Accounts den kompletten Funktionsumfang eines modernen Office-Pakets online anbietet. Sie hilft beim Bearbeiten von Texten, Präsentationen, Tabellen, Formularen und Bildern im Browser. Gegenüber anderen Lösungen hat das Google-Paket zwei wichtige Vorteile. Es integriert zahlreiche weitere Webservices wie Fotobearbeitung mit Pixlr oder das Zeichnen von Mindmaps mit Mindmeister. Der zweite Vorteil sind die einfach zu bedienenden Funktionen für die Zusammenarbeit von mehreren Personen. Hier können andere Anbieter noch etwas lernen.

Auch OneDrive bietet ein Office an, nämlich das von Microsoft. Es gibt aber je nach Preisplan unterschiedliche Funktionsumfang. So bietet auch die kostenlose Version Word, Excel, PowerPoint und OneNote als leicht eingeschränkte Online-Variante an. So kennt Word Online lediglich grundlegende Textfunktionen. OneDrive ist auch Teil von Office 365, das unter anderem mit mobilen Office-Apps für Windows, iOS und Android sowie einem lokal installierten Anwendungspaket ausgeliefert wird. Darüber hinaus gibt es weitere Dienste wie den Automatisierungsservice Flow oder die Projektverwaltung Planner.

Dropbox bietet ebenfalls eine Möglichkeit, online Dokumente zu bearbeiten und dies auch gemeinsam mit anderen zu tun: Dropbox Paper. Allerdings handelt es sich hier nicht um ein vollständiges Office-Paket, sondern lediglich um eine Textverarbeitung. Der Funktionsumfang ist zufriedenstellend, fällt allerdings (bisher) gegenüber den Möglichkeiten der Webapp von Google etwas ab. Immerhin sind attraktive Dokumente möglich, die auch Kommentare kennen.

Welcher Service für wen?

Wer Wert auf Windows-Kompatibilität und den Einsatz von Microsoft Office legt, ist sicher am besten bei OneDrive aufgehoben - zumal die Online-Festplatte auch im Abo-Modell von Office 365 enthalten ist. Außerdem ist der Service ab Werk in Windows 10 integriert und für Nutzer eines Microsoft-Kontos bereits freigeschaltet.

Google Drive ist eine Empfehlung für Leute, die ein kostenloses, aber umfassendes Office-Paket einsetzen möchten und dabei gleichzeitig das unkomplizierte mobile Arbeiten schätzen. Durch die Möglichkeit, Dokumente von Word und Excel zu importieren und exportieren, ist auch der Datenaustausch mit Microsoft-Anwendern kein Problem.

Dropbox eignet sich in erster Linie für alle, die vorwiegend Dokumente sichern, archivieren oder mobil nutzen wollen. Paper ist aber durchaus einen Blick wert. Die noch recht neue Webapp ist eine brauchbare Alternative zu den anderen Lösungen, wenn erweiterte Möglichkeiten wie Tabellenkalkulation zweitrangig sind.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund, Dropbox zumindest als Zweit-Account zu nutzen: Zahlreiche andere Apps und Webservices bieten eine automatische Speicherung von Dateien in der Dropbox an oder nutzen sie für die Datensicherung. Wer solche Services einsetzt, hat durch ein Dropbox-Konto erhebliche Vorteile.

Bildquelle: Thinkstock

Google Drive: https://drive.google.com/

OneDrive: https://onedrive.live.com/

Dropbox: https://www.dropbox.com/

 

 

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