E-Mail wird häufig als Problem angesehen, nicht als Lösung. Massen von unerwünschter Werbung, halbseidenen Betrugsversuchen und gefälschten Mails mit Trojanern sorgen für Frust. Und auch die erwünschten Nachrichten bewirken bei den Empfängern häufig Kopfschmerzen.
So gibt es vor allem in Großunternehmen und Konzernen das Ritual, in jeder Mail alle möglichen Führungskräfte ebenfalls einzutragen, um nur ja keinen Fehler zu begehen. So erhalten viele einen endlosen Strom aus Mails, unter denen die wirklich wichtigen kaum noch zu finden sind.
Vor allem Smartphone-Nutzer sind wegen der kleinen Displays oft gestresst. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe mobiler Apps, die mit unterschiedlichen Ansätzen die Probleme angehen wollen. Zwei noch relativ neue Apps bringen frischen Wind in die Inbox.
Die App mit dem knappen Namen Alto (Android, iOS) führt unterschiedliche E-Mail-Accounts zusammen, die dann in einer einheitlichen Inbox verwaltet werden. Die eingetroffenen E-Mails können zwar auch konventionell nacheinander durchsucht werden, der Witz ist aber eine Stack genannte Funktion.
Dabei werden die Mails anders sortiert, nämlich nach dem Inhalt. So werden alle Mails mit PDFs oder Fotos in einem Stack zusammengeführt und können dann leicht mit Wischbewegungen durchgeblättert werden.
Eine weitere Möglichkeit sind die sogenannten Cards, die Mails anhand der Inhalte auswerten. Ein Beispiel: Alle Mails mit Informationen von bestimmten Reiseanbietern werden als Card dargestellt, sodass die wichtigen Informationen auf einen Blick und ohne Öffnen der E-Mail auf dem Display angezeigt werden.
Die App steht und fällt natürlich mit den smarten Funktionen fürs Stacks und Cards, die vom Hersteller AOL auch laufend erweitert werden. Sie ist eine optisch gelungene und ungewöhnliche Alternative zu herkömmlichen Inbox-Apps.
Wenn Mail nur so einfach wäre wie das Schreiben von Nachrichten in einem Chat. Dieser Stoßseufzer ist von Microsoft erhört worden. Die App nutzt einen Mail-Account für das Versenden und Empfangen von kurzen, knappen Nachrichten ohne Betreffzeilen, Grußformeln und Signaturen.
Zwei Nutzer von Send können Mail mit Hilfe dieser App wie einen Chat benutzen. Der Nachteil dieser praktischen Mail-App steht aber schon in der Überschrift: Sie ist im Moment leider nur für Nutzer von Business- und Education-Variante von Office 365, da sie deren Mailfunktion nutzt.
Der große Vorteil von Send gegenüber einem herkömmlichen Messenger: Auch Leute ohne die App können die Nachrichten lesen und eine Antwort landet wieder bei Send. Nicht für Send bestimmte Mails dagegen erscheinen nicht in der App.
Ein zweiter Vorteil: Die Mails erscheinen auch im normalen Posteingang von Outlook und sind somit direkt archiviert. Dies ist in Unternehmen sicher vorteilhaft, da die Chats nicht gesondert gespeichert werden müssen.
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