Big-Data-Software Hana analysiert Fußballerverhalten

Echtzeitdaten über Sensoren im Schuh

Mit mehreren Sensoren ausgestattet trainieren derzeit die U19-Spieler des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. 
Die auf diese Weise ermittelten Spielerdaten erhält der Trainer am Spielfeldrand in Sekunden
schnelle übersichtlich auf einem Tablet präsentiert.

  • Die U19 spielt in der Bundesliga Süd/Südwest und nutzt während ihrer Übungseinheiten eine Software zur Trainingsanalyse.

  • Julian Nagelsmann, Cheftrainer der U19 bei der TSG 1899 Hoffenheim, erhält während des Trainings wichtige Spielerinformationen per Tablet-PC.

Die Echtzeitanalyse aller Spielerdaten übernimmt dabei die auf In-Memory-Computing-Technologien basierende Big-Data-Software Hana von SAP. Den Prototypen für die Hoffenheimer entwickelte der Softwarehersteller gemeinsam mit dem Games-Entwickler Crytek sowie dem Fraunhofer-Institut.

Wie die Methode im Detail funktioniert, demonstrierte das Walldorfer Softwarehaus im Rahmen eines Branchen-events für „Sports & Entertainment“ vergangenen November in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim. So befinden sich die Sensoren in den Schienbeinschonern, Shirts und Schuhen jedes einzelnen Spielers sowie im Ball selbst. 
Festinstallierte Receiver am Spielfeld-rand eines Trainingsplatzes der TSG sammeln Millionen von Daten und übermitteln diese an den Hana-Server. Hier erfolgt die Analyse gemäß den vorgegebenen Parametern. Nur einen Bruchteil später erhält Julian Nagelsmann, U19-Cheftrainer der TSG,  alle Informationen zu seinem Team auf seinem Tablet angezeigt. Die Auswertungen können sich beispielsweise auf die genaue Positionierung der Spieler auf dem Platz, ihre Ballkontakte, die Sprintgeschwindigkeit, die zurückgelegten Kilometer oder ihre physische Verfassung beziehen. Letzteres ermöglicht eine genaue Leistungsanalyse z.B. hinsichtlich der Pulsfrequenz.

Körperliche Fitness im Blick

Doch welche Erkenntnisse kann Julian Nagelsmann aus dem riesigen Datenpool ziehen? Zum einen hat er dadurch die Entwicklung jedes einzelnen Spielers sowie dessen körperliche Fitness stets im Blick. Zudem können die Ergebnisse herangezogen werden, um die Mannschaftsentwicklung zu fördern oder die taktische Aufstellung zu optimieren. Überdies werden die Analyseergebnisse nach den Trainingseinheiten nicht gelöscht, sondern landen in den Spielerprofilen des vereinseigenen Webportals. Somit kann die Leistungsentwicklung der Mannschaft auch über einen längeren Zeitraum verfolgt werden. Skepsis der Spieler gegenüber der neuen Technologie bemerkte Nagelsmann bislang nicht. Im Gegenteil waren nach einer rund vierwöchigen Nutzung der Trainingsanalysesoftware die Reaktionen seiner Truppe durchweg positiv.

An einer Stelle hapert das System allerdings noch etwas: Fußballtrainer neigen gemeinhin dazu, ihre Spieler auf dem Platz gerne einmal hin und her zu dirigieren – mit dem Tablet in der Hand ist dies nur schwerlich möglich. Von daher sollen die U19-Trainer der TSG im kommenden Jahr mit Google-Glass-Brillen ausgestattet werden. Dann hätten sie alle relevanten Daten direkt vor Augen und gleichzeitig die Hände frei. Doch trotz all der Hightech-Ausstattung: Geht es um die Mannschaftsaufstellung für das anstehende Ligaspiel, entscheidet bei Julian Nagelsmann seinen Worten zufolge noch immer das Bauchgefühl.

www.achtzehn99.de

Bildquelle: Terence Träber/TSG 1899 Hoffenheim

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