Hybride Arbeitsmodelle

„Ein gesundes Maß an Freiheit“

„Hybride Arbeitsmodelle prägen derzeit den Arbeitsalltag vieler Unternehmen“, betont Miroslav Šimudvarac, Geschäftsführer der Troido GmbH, im Interview. Ob sie sich mittel- und langfristig etablieren, werde sich zeigen. Die Chancen stehen seiner Ansicht nach recht gut.

Miroslav Šimudvarac, Geschäftsführer der Troido GmbH

„Oftmals wird Datenschutz als Stolperstein angesehen, aber auch diesen lösen wir effizient und sicher“, betont Miroslav Šimudvarac von Troido.

MOB: Herr Šimudvarac, mit der Neuauflage des Infektionsschutzgesetzes Ende November 2021 ist u.a. auch die Homeoffice-Pflicht zurückgekehrt. Wie haben die Unternehmen hierzulande auf die Rückkehr reagiert?
Miroslav Šimudvarac: Die Reaktionen unserer Kunden und Geschäftspartner waren unterschiedlich. Manche Großkunden hatten und haben durchweg an der Homeoffice-Regelung festgehalten und sozusagen ein „New Normal“ geschaffen. Andere Kunden hingegen haben mit großem organisatorischem und finanziellem Aufwand die Rückkehr in die Offices vorbereitet und durchgeführt. Die Kehrtwende durch die Wiedereinführung der Homeoffice-Pflicht hat diese Pläne natürlich durcheinandergewirbelt.

MOB: Wie empfinden die Arbeitnehmer selbst die Homeoffice-Pflicht?
Šimudvarac: Wir sind im digitalen Mobile Development tätig und helfen unseren Kunden bei Digitalisierungsvorhaben. Unser eigener hoher Digitalisierungsgrad und unsere agilen Strukturen erlauben uns und unseren Mitarbeitern, flexible Lösungen der Arbeitsorganisation zu gestalten. Diese Freiheit und gleichzeitig Effizienz des Arbeitens schätzen unsere Mitarbeiter, auch wenn sie natürlich die soziale Bindung, die die Arbeit im Office bietet, vermissen.

MOB: Inwieweit hat sich der „ständige Wechsel“ zwischen Büro und Homeoffice in den letzten Monaten auf die Gesundheit der Arbeitnehmer ausgewirkt?
Šimudvarac: Ich würde nicht von einem ständigen Wechsel sprechen. Natürlich hatten die unterschiedlichen Phasen der Pandemie jeweils eigene Herausforderungen an die Arbeitsorganisation. Letztlich haben die neuen Formen der Arbeit und Arbeitsorganisation zu neuen Freiheiten in der Arbeitsgestaltung und Abwicklung geführt. Diese Freiheit trifft auf unterschiedliche Arbeitnehmerpersönlichkeiten, so dass die gesundheitliche Auswirkung eine persönliche und differenzierte ist. Für uns und unsere Arbeitnehmer können wir sagen, dass der „ständige Wechsel“ auf engagierte und selbstbestimmte Arbeitnehmer getroffen ist – generell mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Dies mag nicht zuletzt auch an der bereits vor der Pandemie existenten, agilen Unternehmenskultur liegen, welche selbstbestimmtes Arbeiten fördert.

MOB: Was sind Ihrer Ansicht nach konkrete Nachteile beim vollständigen Arbeiten von daheim aus?
Šimudvarac: Natürlich geht hierbei ein Teil des sozialen Miteinanders, welches jedes Unternehmen prägen sollte und unseres insbesondere prägt, verloren bzw. tritt in den Hintergrund. Einen Teil kann man durch gute digitale Prozesse und spezielle Veranstaltungsformate ersetzen, aber nicht alles.

MOB: Wie kann man auch im Homeoffice erholt und voller Energie durch den Tag kommen?
Šimudvarac: Dies hängt in nicht unerheblichen Maße von der persönlichen Lebenssituation ab. Eine vernünftige Arbeits-(platz-)struktur im Homeoffice ist sicherlich der Grundstein, eine gesunde Work-Life-Balance ist der Schlüssel.

MOB: Neben der Rückkehr der Homeoffice-Plicht wurde im November 2021 auch die 3G-Regel für den Arbeitsplatz eingeführt. Schließlich ist die Heimarbeit nicht in jedem Job möglich bzw. nicht jeder kann/möchte im Homeoffice arbeiten. Mit welchen Tools und Lösungen lässt sich der 3G-Status der Mitarbeiter bei Zutritt der Arbeitsstätte kontrollieren/dokumentieren?
Šimudvarac: Hier kommen unsere genau für diese Kontroll- und Dokumentationspflichten entwickelten Produkte Covidenz und Covidenz Check ins Spiel, gleichermaßen auch für die Dokumentation der anstehenden Impfpflicht im Gesundheitssektor. Dahinter verbirgt sich ein effizientes und günstiges App-Tool, welches ohne Investitionsaufwand und ohne Implementierungszeit direkt die Arbeitgeberpflichten unterstützt, vereinfacht und absichert.

MOB: Inwieweit werden solche Tool bzw. Lösungen tatsächlich genutzt? Wovon ist dies abhängig?
Šimudvarac: Wir können hier von unserem Tool sprechen, für das wir von unseren Kunden durchweg positives Feedback bekommen. Die Nachfrage ist nach wie vor sehr groß, was uns natürlich freut. Unsere App ist sicher, einfach zu bedienen und führt zu keinem signifikanten Mehraufwand. Im Gegenteil: Es schafft Zettelwirtschaft und intransparente Excellisten ab, spart Zeit und Geld – immer mit einem sicheren Gefühl, für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

MOB: Was sind noch häufige Stolpersteine bei der Zutrittskontrolle und digitalen Kontaktnachverfolgung in Unternehmen (z.B. mit sehr vielen Mitarbeitern)?
Šimudvarac: Oftmals wird Datenschutz als Stolperstein angesehen, aber auch diesen lösen wir effizient und sicher. Die Daten werden dabei gesetzeskonform und verschlüsselt in einem deutschen Rechenzentrum aufbewahrt.

MOB: Wie ist es beim Einsatz entsprechender Lösungen um die Datensicherheit bzw. DSGVO-Konformität bestellt?
Šimudvarac: Datensicherheit wird bei uns und unserem Kunden großgeschrieben. Gerade auch die hohen Anforderungen von Kunden im Gesundheitssektor nehmen wir sehr ernst. Wenn sich die Anforderungen wie derzeit schnell ändern und wöchentliche, sogar tagesaktuelle Änderungen abverlangen, so passen wir unsere DSGVO-Konformität und selbstverständlich auch Anforderungen anderer sektorspezifischer Datenschutzvorschriften permanent an. Wir reagieren schnell, damit uns unsere Kunden und Geschäftspartner jederzeit als kompetenten und sicheren Partner schätzen – während der Pandemie und darüber hinaus.

MOB: Inwieweit haben sich bereits hybride Arbeitsmodelle in deutschen Unternehmen etabliert?
Šimudvarac: Hybride Arbeitsmodelle prägen derzeit den Arbeitsalltag vieler Unternehmen; ob sie sich mittel- und langfristig etablieren, wird sich zeigen. Die Chancen stehen recht gut.

MOB: Welche Herausforderungen sind hierbei nach wie vor seitens der Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer zu meistern?
Šimudvarac: Die Herausforderung besteht darin, die wertgeschätzten Teile aus dem vorherigen konventionellen Arbeitsmodell zu konservieren und gleichzeitig die Vorteile des hybriden Arbeitens zu integrieren. Dies setzt auf Seiten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein deutliches Maß an Flexibilität voraus. Bei etablierten Unternehmen mit lange gewachsenen Strukturen wird dies sicherlich schwieriger sein als in jungen, agilen Unternehmen.

MOB: Wie muss der Arbeitsplatz anno 2022 gestaltet sein, damit sich die Mitarbeiter letztlich sicher und wohl fühlen?
Šimudvarac: Er muss den Mitarbeitern eine gesunde und effiziente Balance aus Freiheit und sicheren Organisationsstrukturen geben. Für das gesunde Maß an Freiheit ist eine positive Unternehmenskultur verantwortlich.

Bildquelle: Troido

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