Auf den Skiern schnell entscheiden

Ein neues Pistenerlebnis

Das Skigebiet Davos Klosters setzt auf die App Maptosnow, um einen möglichst facettenreichen Skiurlaub zu bieten. Zudem werden interaktive und personalisierte Marketingaktionen mobil umgesetzt.

  • Mit der App Maptosnow können Skifahrer Höhenmeter, Pistenkilometer und die Geschwindigkeit via GPS messen.

Trecking, sportliche Wettbewerbe und Auszeichnungen sowie pistenrelevante Informationen sind die Säulen der Outdoor-App des Skigebietes in der Schweiz. So können Urlauber etwa Höhenmeter, Pistenkilometer und die Geschwindigkeit via GPS messen – die zurückgelegte Strecke kann live auf dem Handyscreen verfolgt werden. Zudem werden sportliche Leistungen mit digitalen Medaillen (Pins) belohnt. Über eine Million Pistenkilometer haben die User im letzten Winter zurückgelegt. Sie erklommen mehr als vier Millionen Höhenmeter und verdienten sich tausende Medaillen und Preise. Diese Zahlen kann die Mapcase GmbH, die Maptosnow entwickelt hat, nach zwei Jahren vorweisen. Das Start-up-Unternehmen ist der Meinung, dass die App das Bergerlebnis mobil verfügbar mache und Umsatz für die örtlichen Betriebe generiere. Wie aber funktioniert das konkret?

Virtueller Wettstreit

Ein wichtiger Bestandteil der App sind Auszeichnungen, die Skifahrer und Snowboarder durch persönliche Leistungen virtuell sammeln und real einlösen können. Denn diese sind teilweise mit Preisen verknüpft, die in Form von Rabatten oder Geschenkgutscheinen im jeweiligen Skigebiet eingelöst werden können, was wiederum den Umsatz in den örtlichen Restaurants, Bars und Cafés erhöhen kann. Darüber hinaus nehmen Skifans an einem virtuellen Wettkampf teil, indem sie sich mit anderen Wintersportlern verknüpfen und mit ihnen messen können. Den besten Sportlern winken Preise der Kooperationspartner, darunter ein neues Skiequipment oder eine Reise. Für den Spaß auf der Piste ist keine permanente Internetverbindung erforderlich – die Trackingfunktion und das Pin-Belohnungssystem funktionieren auch offline, hohe Roaming-Kosten sollen so entfallen.

Mittlerweile setzen Skigebiete wie Sölden, Laax oder Schladming die Tourismus-App ein. Die Schweizer Destination rund um Davos, der höchstgelegenen Stadt Europas, vertraut seit 2012 auf Maptosnow. Davos Klosters bietet neben der sogenannten Mutter-App, über die Skifans auf alle in der App registrierten Skigebiete in Österreich und der Schweiz zugreifen können, eine eigene gebrandete App für iPhone und Android. Nutzer der „DavosKlosters-App“ stehen durch das Sammeln von Pins lokalbezogene Überraschungen offen. Dazu gehören etwa Gutscheine für Hotels oder Sportgeschäfte. Auch Rabattcoupons für Bäckereien kommen gut an, wie Adrian Weber von der Bäckerei-Konditorei-Café-Bar Restaurant Weber bestätigt: „Die App stößt bei unseren Gästen auf großen Anklang. Jeder Urlauber, der das vorgegebene Ziel erreicht, bekommt von uns ein Mini-Nusstörtli plus zusätzlichen Rabatt.“ Die App-Nutzer können sich außerdem kostenlos für Wettbewerbe registrieren. Wer dort innerhalb von sechs Tagen virtuell die meisten Pins sammelt, dem winken „luxuriöse“ Urlaube in der Region.

Besucher begeistern

Fredi Michel vom Marketing Davos Klosters ist von der App überzeugt. Denn er sieht darin einen Weg, um Kunden zu begeistern und zu binden. „Diese beiden Punkte werden für Tourismusdestinationen immer wichtiger“, sagt der Marketingexperte. „Der Weg führt insbesondere über emotionale Erlebnisse mithilfe von modernen Technologien und mobilen Endgeräten. Usability und Gamification sind dabei die wichtigsten Faktoren. Die App folgt diesem Trend und führt zu Upselling in der Destination.“

Diese Aussage entspricht dem Ziel der mobilen Anwendung, denn sie soll nicht nur Urlaubern, sondern auch den Winterregionen selbst Vorteile verschaffen. Über die Wettbewerbsmöglichkeiten via App werden Nutzer idealerweise emotional an die Gegend gebunden, welche sie spielerisch entdecken können. Darüber hinaus sollen über die App auch die Umsätze der regionalen Unternehmen steigen, an denen auch das Skigebiet beteiligt wird. Denn sie werden durch Gewinncoupons und Rabattgewinne für Urlauber attraktiver, ohne dass dafür kostspielige Marketingstrategien eingesetzt werden müssen. Das Kessler’s Kulm Hotel, das an zwei Pisten im Parsenngebiet liegt, testete die App bereits. „Dem Bezwinger von 10.000 Pistenkilometer haben wir ein kühles Bier spendiert“, sagt Hotel-Chef Nino Kessler. Eine Entscheidung, die „goldrichtig“ war. „Viele Skifahrer und Snowboarder fuhren bis vor unser Haus, um sich das Bier zu genehmigen. Gleichzeitig konnten wir beim Einlösen jedes Pins viele neue Facebook-Freunde generieren.“

Gewinner der mobilen Anwendung sollen demnach alle Beteiligten sein: Wintersportler, die ihren Urlaub dank der App erlebnisreicher gestalten, und Skigebiete, die ohne großen Kostenaufwand sowohl ihre Popularität als auch ihren Freizeitwert erhöhen können.

Bildquelle: Davos Klosters

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