Recht auf Selbstbestimmung

Ein wenig blockiert

Kürzlich verbannte ein großes amerikanisches Suchmaschinenunternehmen all jene Apps aus seinem Appstore, die Werbung blockieren. Wirklich verwunderlich ist dieser Schachzug nicht.

Denn Adblocker stehen dem Geschäftsmodell des Suchmaschinenanbieters, das Schätzungen zufolge zu über 90 Prozent auf Werbeeinnahmen basiert, diametral gegenüber. Natürlich wird es in der offiziellen Kommunikation anders begründet – nämlich damit, dass die Werbeblocker-Apps bestimmte Richtlinien verletzten. Das kann man glauben, muss es aber nicht.

Sollte man es nicht glauben, so stellt die Verbannung der Adblocker im Grunde einen gehörigen Eingriff in die Selbstbestimmung der Nutzer dar. Die Selbstbestimmung, die doch sonst immer als das höchste aller Güter in der heutigen Online-Welt gilt. Einmal abgesehen davon, dass die Nutzer die Werbung als störend empfinden könnten, geht das Herunterladen der Banner immer auch zulasten des Datenvolumens, das bei vielen begrenzt ist.

Auf der anderen Seite ist es richtig, dass die ausgeprägte und weit verbreitete „Alles-ist-umsonst“-Mentalität auf Dauer nur über Werbung finanzierbar ist. Eine klassische Zwickmühle. Werden die Nutzer der Suchmaschine zu sehr gegängelt, dürften sie über kurz oder lang genervt reagieren und Alternativen nutzen, die es in der großen Online-Welt reichlich gibt. Und wenn diese User abwandern, sinken die Werbeeinahmen – auch ohne Adblocker.  

Bildquelle: Thinkstock/ Photodisc

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok