Visuelle Lagerverwaltung mit 3D-Technologie

Eine Frage der Dimension

Im Interview erläutert Johannes Hahn, Prokurist beim Logistik-Software-Anbieter Opus//G, wie 3D-Darstellungen für mehr Überblick im Lager sorgen.

Eine Frage der Dimension

„Unsere 3D-Visualisierung ist entstanden, weil wir Augumented Reality im Logistikumfeld als große Chance mit viel Perspektive sehen", sagt Johannes Hahn, Prokurist beim Software-Anbieter Opus//G.

Herr Hahn, welche Rolle spielt 3D allgemein in der Lagerverwaltung?
Johannes Hahn:
3D-Darstellungen werden heute bereits in diversen Software-Lösungen für das Logistikumfeld angeboten. Allerdings handelt es sich hierbei im Allgemeinen um einfache Ansichten bzw. um Visualisierungen für fördertechnische Anlagen. Consulting-Unternehmen setzen ebenfalls seit einigen Jahren vermehrt auf den Einsatz von 3D, vornehmlich um Optimierungsansätze für Lager- und Produktionsabläufe zu simulieren. 

Auf welche Weise ist z.B. Ihre Lösung eines 3D gestützten WMS (Warehouse Management System) mit dem realen Lager gekoppelt, um den Nutzern die Lagersituation virtuell und in Echtzeit darstellen zu können?
Hahn:
Vereinfacht ausgedrückt stellen wir ein virtuelles Abbild der aktuellen Lagersituation zur Verfügung und zwar gleich, ob es sich um ein manuell bewirtschaftetes oder Automatiklager handelt. Ein Ziel bei der Entwicklung war es, dem Benutzer eine realitätsnahe Darstellung der Lagertopologie – unabhängig von der Komplexität – grafisch so aufzubereiten, dass wesentliche Entscheidungen in der Lagerführung visuell optimal unterstützt werden. Angenommen, man betreibt ein Lager mit 12.000 Stellplätzen, welches zu ca. zwei Dritteln mit Paletten gefüllt ist. In einer WMS-üblichen Listendarstellung ist es da nicht einfach, einen schnellen Überblick über die Verteilung von Artikeln, gesperrten Ladungsträgern, Chargen u.a. zu erlangen. Hierbei kann eine 3D-Darstellung sehr unterstützen.   

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die genaue Position und der Status der im Lager befindlichen Güter müssen zu jedem Zeitpunkt erfasst werden und – möglichst in Echtzeit – abrufbar sein, denn nur so ist sichergestellt, dass die vorhandenen Lagerkapazitäten optimal genutzt werden. Inwieweit kann der Bediener über die grafische Oberfläche mit den tatsächlichen Objekten im Lager interagieren bzw. Einfluss auf die Vorgänge im Lager nehmen?
Hahn:
Der Benutzer kann mit sämtlichen angezeigten Objekten der grafischen Darstellung interagieren, und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Stellplatz, einen Förderer oder auch einen Ladungsträger handelt. Das Objekt wird mit einem Mausklick markiert und anschließend die gewünschte Aktion ausgewählt. Hierbei kann aus sämtlichen Funktionen ausgewählt werden, welche auch in den jeweiligen Listendarstellungen bzw. mobilen Endgeräten angeboten werden. Dazu zählen z.B. das Sperren oder Freigeben von Beständen, das Anlegen oder Ändern von Transporten.


Inwieweit können Mitarbeiter auch von unterwegs etwa über mobile Endgeräte den Überblick über die Lager-situation behalten?
Hahn:
Das 3D-Feature ist natürlich auch gerade für den mobilen Einsatz gedacht. Ein Vergleich – etwa via Tablet – der realen Lagersituation mit der 3D-Repräsentanz aus der Software bietet einen Schnellcheck zur Überprüfung der Buchungslage und hilft z.B. bei manueller Lagerverdichtung. Gleichzeitig können aus der 3D-Darstellung direkt sämtliche WMS-Informationen per Touch-Gestik abgerufen werden.

Wie sehen die langfristigen Perspektiven der 3D-Technologie in der Lagerverwaltung aus?
Hahn:
Unser Ziel ist es, nur Neuerungen anzubieten, die technologisch und wirtschaftlich  sinnvoll sind. Die 3D-Visualisierung ist entstanden, weil wir Augmented Reality (AR) im Logistikumfeld als große Chance mit viel Perspektive ansehen. Technisch halten wir aktuell verfügbare Endgeräte hinsichtlich Akkulaufzeit und Tragekomfort für den rauen Alltagseinsatz (noch) nicht für einsatzreif, aber wir haben dies auf der Agenda.

Bildquelle: Opus//G

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