Universal Apps unter Windows 10

Eine Plattform für alle Gelegenheiten

Universal-Apps arbeiten auf Smartphones und anderen Windows-Geräten. Jetzt ist Windows 10 Mobile da und die App-Plattform kann endlich durchstarten.

Das hat ja gerade noch geklappt: Windows 10 Mobile ist pünktlich zum Weihnachtsfest erschienen, zusammen mit einigen attraktiven Lumia-Modellen. Eine der vielen Neuerungen in dem Desktop-/Mobilbetriebssystem sind die Universal-Apps. Sie arbeiten einheitlich auf Mobilgeräten, Desktops, Notebooks, der Xbox und anderen Windows-Geräten.

Entwickler bekommen damit die Möglichkeit, eine einzige App für alle Geräte zu entwickeln, die über den neuen Windows Store vertrieben wird. Die neue App-Plattform ist gut geeignet für die kostengünstige Entwicklung von praktischen kleinen Helfern. Gut möglich, das die neue Plattform einen kleinen Boom unter Windows-Entwicklern auslöst - ähnlich wie das vor langer Zeit bei Visual Basic der Fall war.

Verbesserte Funktionen

Universal-Apps haben eine Vielzahl an Vorteilen gegenüber den Vorgängern. Sie arbeiten jetzt auch in einem Fenster und sind auf den ersten Blick kaum von einer Desktop-Anwendung zu unterscheiden. Die Nutzer haben zudem die Wahl, die Apps auf einem kleinen Touchscreen als Vollbild und auf dem Desktop parallel zu anderen Windows-Anwendungen zu nutzen.

Die Apps besitzen eine Titelleiste und zeigen im Vollbildmodus die Task-Leiste. Bei vielen Apps gibt es oben links in der Titelleiste ein Systemmenü, mit dem eine Vollbildansicht ohne Titel und Task-Leiste aktiviert werden kann. Es enthält außerdem Funktionen, die sich bei Windows 8.1 in der Charms-Leiste befinden. Eine weitere Neuerung: Die App-Fenster lassen sich an den vier Ecken des Bildschirms andocken.

Windows 10 bringt eine Basisausstattung an Apps mit, unter anderem den Windows Store, Kontakte, Kalender, E-Mail, Skype, Kamera- und Foto-Apps, Karten, Nachrichten und einiges mehr. Die App „Systemeinstellungen“ wurde von Microsoft grundlegend überarbeitet und ist jetzt ein Ersatz für die Systemsteuerung, die allerdings immer noch mitgeliefert wird.

Die insgesamt 29 mitgelieferten System-Apps sind deutlich verbessert worden. Dies gilt vor allem für Mail und Kalender, die jetzt kaum noch Wünsche offenlassen. So kann der Windows-Kalender auch eine Verbindung zu den Kalendern von Google und Apples iCloud herstellen. Über ein erweitertes Setup können auch beliebige POP-oder IMAP-Konten integriert werden.

Die Karten-App wurde weiter verbessert und nutzt jetzt den Kartendienst HERE. Der in die Jahre gekommene Desktop-Taschenrechner wird durch eine App ersetzt. Skype gibt es übrigens im Moment nicht mehr als App, sondern nur als Desktop-Version. Die Windows-Assistentin Cortana und der neue Webbrowser Edge sind zwar ebenfalls Apps, wirken aber eher wie große Anwendungen.

Office als App

Ebenfalls sehr umfangreich sind die neuen Apps von Office Mobile. Auf einem Mobilgerät werden sie mitgeliefert, auf einem Desktopcomputer müssen sie mit dem Store installiert werden. Ein wichtiger Hinweis: Die Apps haben einen eingeschränkten Funktionsumfang, wenn der Anwender kein Abonnent von Office 365 ist. Wer das ist, kann Office auf bis zu fünf Geräten einsetzen.

Die Standardausstattung von Windows ist schon recht groß, einige weitere Microsoft-Apps müssen über den Store nachinstalliert werden. Dies betrifft beispielsweise die OneNote-App, den Reader für PDF-Dokumente oder die Remotedesktop-Funktion. Auch andere Hersteller nutzen verstärkt die neue App-Plattform. Netflix, Weather Channel, Instagram, Facebook oder Shazam haben neue Apps schon im Store eingestellt oder werden das in Kürze tun.

Bisher ist noch nicht abzusehen, ob die Universal-Apps ein Erfolg werden. Es ist aber davon auszugehen, dass sie zahlreiche Freunde finden. Sie sind übersichtlich gestaltet, arbeiten auf dem Desktop in einem Fenster und müssen im Normalfall nur einmal gekauft werden, um auf maximal zehn Windows-Geräten installiert werden zu können (sofern es sich überhaupt um Bezahl-Apps handelt).

Der Vorteil: Wer sich beispielsweise auf dem Desktop an eine bestimmte App gewöhnt hat, kann sie auch auf einem Notebook, einem Tablet und einem Windows-Smartphone einsetzen, ohne sich großartig um gewöhnen zu müssen. Die einheitliche Benutzerführung und Anpassung an unterschiedliche Display-Größen läuft bei Microsoft unter dem Stichwort Windows Continuum.

Dazu gehört auch die Möglichkeit, ein Windows-Smartphone mittels Dockingstation sowie Monitor, Tastatur und Maus ersatzweise als Desktop-PC einzusetzen. Universal-Apps passen sich automatisch an die unterschiedlichen Gegebenheiten an und wirken auf einem großen Monitor trotz Nutzung auf einem Lumia wie die entsprechende Desktop-Variante.

Damit hat Microsoft alles getan, um der neuen App-Plattform zum Erfolg zu verhelfen. Das bisherige Wachstum der Windows-Verbreitung spricht für sich: Das System wird weithin angenommen, allerdings in Mehrheit auf dem klassischen Desktop. Trotzdem kann die Plattform auch mobil glänzen, muss aber erst einmal Verkaufszahlen erzielen.

Bildquelle:Thinkstock/ iStock

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