Das Internet von Thngs

Eine Wikipedia für die Welt der Dinge

Das Startup Thngs arbeitet an einer Wikipedia für Dinge, die Bilder und Beschreibungen für Millionen Objekte anbietet.

Ob in 50 Jahren noch jemand weiß, was ein Ghettoblaster ist? Thngs könnte helfen.

Von wem waren noch mal diese Speicher-Cartridges, im Format einer großen Diskette? Richtig, von SyQuest. Und wie sah diese zweiäugige Rolleiflex in den 1950ern aus? Genau so. Und in Opas Werkstatt stand doch dieses Radio, das ein bekannter Designer gestaltet hat. Wer war das nochmal? Dieter Rams.

Allein in den letzten 70 Jahren Industriegeschichte sind sicher ein paar Millionen unterschiedliche Dinge hergestellt worden - Radios, Hämmer, Joghurtbecher, Uhren und so weiter. Viele diese Dinger geraten langsam aber sicher in Vergessenheit. Ein Beispiel: Jüngere Leute können mit dem Wort Transistorradio kaum noch etwas anfangen. Er ist Ihnen genauso fern, wie den Babyboomern die Epauletten, ohne die im Preußen der Kaiserzeit nichts ging.

Wenn das gesuchte Ding nicht zu exotisch ist, hilft das in manchen Haushalten noch vorhandene Bildwörterbuch aus dem Duden-Verlag. Doch bei vielen hier erwähnten Begriffen muss auch dieses Nachschlagewerk passen. Es gibt zwar die Wikipedia, doch die ist sehr textlastig. Bilder sind eine Zugabe und meist auch nicht besonders attraktiv und ästhetisch. Was fehlt, ist eine Wikipedia der Dinge, nicht der Begriffe und Definitionen.

Zusammenarbeit mit Museen

Das Moskauer Startup Thngs möchte dies ändern und baut zurzeit ein digitales Verzeichnis von physischen Objekten auf, mit hochwertigen Bildern und umfassenden Beschreibungen. Das Projekt ist zwar noch ganz am Anfang, hatte aber schon eine Vision: Es möchte eine Arche für die Objekte der materiellen Welt sein.

Dafür arbeitet das Startup im Moment mit zwei russischen Museen zusammen, dem polytechnischen Museum und dem Designmuseum. In der Museums-Szene kommt das Konzept eines Dinglexikons gut an. Denn das Team des Unternehmens kann Museen dabei helfen, ihre Sammlungen zu digitalisieren und dafür hochwertige Bilder sowie 360°-Sequenzen ins Internet zu stellen.

Zurzeit wird das Unternehmen noch nach dem Bootstrapping-Prinzip finanziert: Vorwärts geht es nur dann, wenn auch tatsächlich Geld hereinkommt. Eines der Geschäftsmodelle, die das Unternehmen zurzeit entwickelt, soll dank einer Partnerschaft mit Getty Images dazu führen, dass die Klienten des Startups (Museen, Galerien und Sammler) ihre Bilder verkaufen können - und das Startup ein wenig mitverdient.

Bildquelle:  Thinkstock

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok