Smarte Flughafen-App

Eleganter Abflug

Wie komme ich zu meinem Gate? Um wieviel Uhr beginnt das Boarding? Hat mein Flug Verspätung? Diese Fragen lösen bei Reisenden regelmäßig Stress aus. Im Interview erklärt Infsoft-COO Thomas Winkler, wie die Flughafen-Apps seines Unternehmens dies ändern können.

Eleganter Abflug

„Informationen zu den Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen und personalisierte Benachrichtigungen auf Basis des Standorts und der aktuellen Situation können wertvolle Features sein.“

MOB: Herr Winkler, Ihr Unternehmen entwickelt u.a. Apps für Flughäfen. Welche besonderen Anforderungen stellen Reisende an eine solche App?Thomas Winkler: Flughafengäste wünschen sich in erster Linie aktuelle Informationen rund um ihren Flug. Das beinhaltet u.a. Infos zu Check-in- und Boarding-Zeiten, aber auch Gate-Änderungen und Verspätungen. Darüber hinaus haben Reisende häufig Probleme, schnell und stressfrei an ihr Ziel zu gelangen. Auch hier setzt die App an: Dank Indoor-Navigation erleichtert sie die Orientierung auf dem komplexen Flughafengelände. Weitere wertvolle Features können Informationen zu den Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen und personalisierte Benachrichtigungen auf Basis des Standorts und der aktuellen Situation sein. 

MOB: Sie bieten auch Lösungen für die Flughafenbetreiber an. Können Sie dafür ein Einsatzszenario nennen?
Winkler: Hier sind mehrere Szenarien denkbar. Besonderen Mehrwert bietet das Tracking von Vermögenswerten wie Gepäckwagen, Rollstühlen sowie Ground Support Units (im Innen- und Außenbereich). Auch der Standort von Service- und Sicherheitsmitarbeitern kann verfolgt werden. Sinnvoll sind weiterhin Wartezeit- und Bewegungsmusteranalysen für Passagierströme oder Frequenzmessungen in Hotspot-Bereichen zum Zweck der Service-Optimierung. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 01-02/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.  

MOB: Die Positionsbestimmung in geschlossenen Gebäuden ist ja nach wie vor nicht ganz einfach – wie haben Sie diese Schwierigkeit am Frankfurter Flughafen gemeistert?
Winkler: Grundsätzlich gilt, dass bei der Aufplanung der Ortungskomponenten (Bluetooth Low Energy Beacons) die baulichen Gegebenheiten und Abschirmungscharakteristiken einzelner Materialien Berücksichtigung finden sollten und die Beacons entsprechend parametriert werden müssen. 

MOB: Wie wirkt sich die Einführung von Bluetooth 5.1 (insbesondere bzgl. 
der Funktion „Position Finding“) auf die weitere Entwicklung von derartigen Anwendungen aus?
Winkler: Derzeit wird die Angle-of-Arrival-Technologie (AoA), die im Zentrum von Bluetooth 5.1 steht, auf mobilen Endgeräten noch nicht unterstützt. Perspektivisch erhöht sich die Ortungsgenauigkeit durch den Einsatz von AoA auf unter einen Meter und eröffnet spannende Möglichkeiten für zahlreiche neue Anwendungsfälle, die mit Bluetooth arbeiten. Aus unserer Sicht ist dieses Verfahren aber weniger für Indoor-Navigationssysteme, sondern in erster Linie für Asset-Tracking-Anwendungen interessant. 

MOB: Welchen Einfluss haben aktuell Technologien wie Augmented Reality (AR) oder Künstliche Intelligenz (KI) auf Ihren Geschäftsbereich und wie könnten diese in den kommenden Jahren eingesetzt werden?Winkler: AR kann als zusätzliche Orientierungshilfe in schwierigen Wegesituationen dienen. Auch Gamification-Anwendungen können neue, interaktive Erlebnisse schaffen und Unternehmen Chancen für attraktive Kampagnen zur Kundenbindung und Stärkung des Unternehmens-Images bieten. Künstliche Intelligenz kann gewinnbringend für intelligente Automatisierungsanwendungen genutzt werden. So können mithilfe von Predictive Analytics Engpässe oder andere Problemstellungen auf Basis vorhandener Ereignisse vorhergesagt und proaktiv behoben werden.  

Bildquelle:Infsoft

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