Google Play Store

Ende der kostenlosen Publizierung von Android-Apps

Kürzlich entfernte Google ohne Ankündigung sämtliche auf Chayns basierende Apps aus seinem Play Store. Der Anbieter ist nicht gewillt, sie wieder herzustellen. Wer seine App über den Play Store verbreiten will, benötigt dafür ab sofort ein eigenes, kostenpflichtiges Entwicklerkonto.

Stopp, Bildquelle: Thinkstock/iStock

Schluss mit der kostenlosen Publizierung von Android-Apps im Google Play Store

Für Chayns-Kunden bedeutet die plötzliche Regeländerung eine Umstellung, die laut Tobit.Software jedoch auch Vorteile mit sich bringt: nämlich die eigene App jetzt frei und ohne Restriktionen Dritter für Android-Anwender publizieren zu können.

Das Ziel von Googles großer Bereinigungsaktion war augenscheinlich die Vermeidung von Spam. Tatsächlich haben die Kalifornier immer mehr mit Fälschungen und Abzocker-Apps zu kämpfen, die sich in das stark wachsende Angebot des Play Stores mischen. Dass es sich bei Chayns-Apps keinesfalls um Spam handelt, sondern hinter jeder App eine reale Organisation, ein Unternehmen oder ein Verein mit seinen zahlreichen Kunden, Mitgliedern und Fans steht, wurde dabei wohl nicht berücksichtigt.

Außerdem: Erst eine Woche nachdem Google die Apps aus dem Play Store genommen hatte, passte der Anbieter dann am 25. September 2014 ungeachtet europäischen Rechts seine Geschäftsbedingungen an sein Handeln an. Danach ist für die Publizierung nun ein eigenes Entwicklerkonto erforderlich, auch wenn man selbst nicht der Entwickler ist. Den Hintergrund erklärt Google mit diesen Worten: Es „wird einmalig eine Registrierungsgebühr von 25 Dollar erhoben. Wir erheben diese Gebühr, um Anbieter hochwertiger Apps zu fördern und Spam möglichst zu vermeiden.“

„Google muss sich von unseren Kunden hier schon den Vorwurf von Abzocke gefallen lassen. Denn dass man ausgerechnet in Mountain View nicht zwischen Spam und echten Anwendungen unterscheiden können will, klingt vollkommen unglaubwürdig“, so Tobias Groten, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Tobit.Software. „Google stuft Apps ja heute schon ebenso nach Popularität und Ratings ein, wie man es ja seit Ewigkeiten schon macht. Die Frage, ob man mit den Erlösen dann nun einfach nur den Betrieb des Play Stores finanzieren oder die Zahl der ‚Developers’ frisieren will, muss aber auch gar nicht geklärt werden. Es gilt schließlich einmal mehr das Lex Google. Ob man es mag oder nicht.“

Anders als auch in der neuesten Ausführung der Bedingungen dargestellt, werden laut dem Chayns-Anbieter die neuen Regeln nicht nur auf neue Apps angewendet, sondern auf alles, was bereits verfügbar war. Selbst die populärsten Anwendungen der größten Bundesligavereine mit hunderttausenden Installationen seien davon betroffen. Und es betreffe nicht nur Apps von Tobit.Software.

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