Onlinewerbung

Ermittlungen gegen Google wegen Missbrauch der Marktmacht

Italiens Wettbewerbshüter ermitteln gegen den Internetriesen Google wegen des Verdachts auf Missbrauch der Marktmacht im Zusammenhang mit Onlinewerbung.

Das Logo von Google an der Fassade des Hauptsitzes des Mutterkonzerns Alphabet in Mountain View. Foto: Jeff Chiu/AP/dpa

Es geht um den Verdacht, dass Google mit seinen Praktiken beim Sammeln von Daten in Italien gegen EU-Vorschriften verstoßen könnte. Foto: Jeff Chiu/AP/dpa

Wie die Wettbewerbsbehörde in Rom am Mittwoch mitteilte, wurden entsprechende Untersuchungen gegen das Unternehmen eröffnet, das zur US-Mutter Alphabet gehört. Zusammen mit der Finanzpolizei seien am Vortag Inspektionen in den Büros von Google in dem Mittelmeerland vorgenommen worden.

Den Angaben der Kartellbehörde zufolge geht es um den Verdacht, dass Google mit seinen Praktiken beim Sammeln von Daten in Italien gegen die EU-Vorschriften über den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung (Artikel 102 AEUV) verstoßen könnte. Dadurch seien möglicherweise der Wettbewerb geschwächt und Verbraucherinteressen betroffen gewesen.

Es gehe um den Umgang mit der Entschlüsselung von ID-Kenndaten und das Sammeln von Daten über Menschen, die Online-Artikel und die darum platzierte Werbung angucken. Hier wird untersucht, ob Google seine technischen Fähigkeiten und seine Größe missbräuchlich ausnutzt. Die Behörde bezifferte den Umsatz mit Online-Werbung im Jahr 2019 in Italien auf mehr als 3,3 Milliarden Euro.

Durch die sogenannten Internet-Cookies, mit denen Informationen gespeichert werden, könnten Werbetreibende, Agenturen und Werbevermittler wichtige Daten für die Konsumentscheidung des Benutzers von Internetseiten erfassen, erläuterte die Behörde. Diese Informationen könnten anschließend für personalisiere Kampagnen genutzt werden. Zusätzlich zu diesen Daten verfüge Google über mehrere Hilfsmittel, mit denen ein Interessenprofil von Nutzern ermittelt werden könne.

Ein Google-Sprecher erklärte zu den Ermittlungen, ein Teil der untersuchten Punkte diene dem Schutz der Privatsphäre der Menschen. Das Unternehmen werde weiterhin mit den italienischen Behörden konstruktiv zusammenarbeiten.

© dpa-infocom, dpa:201028-99-111509/3

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