Solar, Pickups und Carsharing

Ernst nehmen: Elon Musk Masterplan Part Deux

Masterplan - das klingt für viele nach Größenwahn. Wer hat schon einen Masterplan? Die meisten Leute sind froh, wenn der Alltag reibungslos abläuft. Elon Musk präsentiert jetzt seinen zweiten Masterplan - warum man ihn ernst nehmen sollte.

Elon Musk arbeitet am Masterplan Part Deux

Ambitionierte Ziele formulieren und sie beharrlich verfolgen, dass dürfen in Deutschland höchstens Sportler - bei nur wenig kleineren Erfolgen (Double statt Triple) bekommen sie den Masterplan dann aber auch um die Ohren gehauen. Deswegen trauen sich Politiker schon lange nicht mehr, echte Visionen und konkrete Schritte für deren Umsetzung zu verkünden. Angesagt ist es, sich geschmeidig-schadlos durchzumerkeln.

Gute Manager sollten natürlich einen Masterplan und Visionen haben. Leider kommen bei deutschen Unternehmenslenkern zu häufig schwurbelig-hilflose Denglish-Statements heraus über die alternativlose Digitalisierung, Costumer-Centric-Company und – letzte Folie, dann gehts zum Buffett – disruptive Technologien! Denken wir wie ein Start-up! Warmer Applaus.

Wenn Elon Musk einen Masterplan vorstellt, sollte man allerdings besser zuhören und ihn ernst nehmen. Möglicherweise ist er nämlich ein Alien und weiß mehr als wir. Gerücht beiseite, auch seine bisherigen Erfolge sind Grund genug, seine Ambitionen für bare Münze zu nehmen: In seinem ersten Masterplan 2006 hatte er nämlich konkret beschrieben, wie er einen Elektro-Sportwagen, ein erschwinglicheres Modell und dann ein Modell für den Massenmarkt produzieren will. Letzteres ist das „Model 3“, das spätestens 2018 auf den Markt kommt.

Sein damaliger Masterplan lautete:

  • Build sports car
  • Use that money to build an affordable car
  • Use that money to build an even more affordable car
  • While doing above, also provide zero emission electric power generation options

Soweit hat der Mann also seinen Masterplan beinah abgearbeitet. Auch hinsichtlich des letzten Punktes sind die Fortschritte beachtlich. Zeit also für den "Master Plan, Part Deux".

Sein neuen Masterplan fasst er so zusammen:

  • Create stunning solar roofs with seamlessly integrated battery storage
  • Expand the electric vehicle product line to address all major segments
  • Develop a self-driving capability that is 10X safer than manual via massive fleet learning
  • Enable your car to make money for you when you aren't using it

Auch in seinem neuen Masterplan betont Musk die nachhaltige Energieproduktion. Tesla soll Photovoltaik-Anlagen mit integriertem Energiespeicher anbieten. Die Tesla-Powerwall-Speichertechnik soll mit den Lösungen seines anderen Unternehmens Solarcity vereint werden, womit Musk sich deutlich für die Übernahme des Energieunternehmens durch Tesla ausspricht.

Musk plant neben diesem Solar- und Batterie-Ausbau nun die Produktion von Elektro-Pickup-Trucks, E-Lastwagen und E-Bussen für den Nahverkehr. Er will selbstfahrende Teslas für Carsharing einsetzten, aber erst dann, wenn die Autos wirklich vollständig autonom fahren können. Dafür müssen sie aber noch 10mal sicherer werden, so Musk.

Mit dem Tesla-Sharing könnten die Besitzer dann sogar Geld verdienen, beziehungsweise den Kaufpreis abbezahlen. Da Autos heutzutage durchschnittlich nur fünf bis zehn Prozent der Zeit am Tag wirklich genutzt werden, lohnt sich dies laut Musk sehr.

Dort, wo die Nachfrage das Angebot übersteige, will Tesla laut Musk eigene Flotten betreiben, damit jeder „jederzeit ein Auto rufen kann“. Eine klare Kampfansage an Uber oder Lyft. Die Fahrdienste werden zugehört haben und Elon Musk und seinen Masterplan ernst nehmen. Die deutschen Autobauer mittlerweile wohl auch.

Bildquelle: Thinkstock / Getty

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