Scharia-konformes Handeln

Erste islamische Kryptobörse kurz vor Start

Mit FICE (First Islamic Crypto Exchange) soll Anfang September eine Vorabversion der ersten Scharia-konformen Kryptobörse starten.

Bitcoin-Symbol

Bitcoin gehört zu den ersten Währungen, die an der islamischen Kryptobörse gehandelt werden.

Der Boom um den Handel mit Kryptowährungen dürfte sich spätestens mit dem anhaltenden Abwärtstrend der letzten Monate wieder einigermaßen im Normalbereich eingependelt haben. Die Zeiten, in denen ein Bitcoin mit bis zu 20.000 US-Dollar gehandelt wurde, sind definitiv vorbei – vergangene Woche rutschte die Währung sogar erstmals unter die Marke von 6.000 US-Dollar. Schwierige Zeiten, die das Unternehmen Adab Solutions trotzdem nicht davon abhalten, mit FICE eine eigene Kryptobörse für die islamische Welt an den Start zu bringen.

Die Plattform soll sich vor allem an Investoren richten, die Scharia-konform mit Kryptowährungen handeln möchten. Das islamische Recht sieht eigene Regeln für Geldanlagen und Finanzprodukte vor, die Investitionen in eine ganze Reihe von Produkten ausschließen. So sind vor allem Anlagen tabu, die in Zusammenhang mit Zinsgeschäften, Glücksspiel, Alkohol oder Pornografie stehen. Der „Dow Jones Islamic Market”-Index listet etwa Scharia-konforme Unternehmen im Börsenkontext. Eine Handelsplattform für Kryptowährungen mit diesen Standards existiert bisher nicht.

Da die Scharia kein klassisches Rechtssystem ist, sondern auf religiösen Schriften basiert und dementsprechend unterschiedlichen Auslegungen und Interpretationen unterworfen ist, hat Adab Solutions ein sogenanntes Advisory Board eingerichtet. Dieser Aufsichtsrat besteht aus internationalen Scharia-Experten und soll die Einhaltung der entsprechenden Prinzipien garantieren. Die Plattform soll Anfang September erstmals getestet werden. Gehandelt werden zunächst nur Bitcoin, Ethereum Classic und das ADAB-Token, für dessen Ausgabe ein ICO (Initial Coin Offering) läuft. Welche Währungen folgen, hängt von dem Advisory Board ab. Ebenfalls ungewöhnlich: 5 Prozent das Jahresumsatzes sollen an Bedürftige gespendet werden. Eine Praxis, die unter dem Namen Zakāt ebenfalls ein fester Teil des Islams.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok