Nachgefragt bei Dr. Kay Müller-Jones, TCS

Erwartungen erfüllen

Interview mit Dr. Kay Müller-Jones, Head of Global Consulting Practice bei Tata Consultancy Services (TCS)

Dr. Kay Müller-Jones, TCS

„Bei der Entwicklung von mobilen Apps ist natürlich generell zu beachten, dass die Erwartungen der Endverbraucher erfüllt und sogar übertroffen werden“, bemerkt Dr. Kay Müller-Jones, Head of Global Consulting Practice bei TCS.

Herr Dr. Müller-Jones, wie gestaltet sich das derzeitige Interesse der Unternehmen an der App-Entwicklung auf Basis von HTML5?
Dr. Kay Müller-Jones:
Das Thema ist als solches sehr komplex und lässt sich nicht in Schwarz-Weiß-Manier beantworten. TCS hat hier einen ganzheitlichen Ansatz: Entscheidungen zum Einsatz nativer, hybrider oder von HTML5-Lösungen können nur im Dialog mit dem Kunden getroffen werden. Natürlich spielt bei der Entscheidungsfindung der weitverbreitete Support von HTML5 in Browsern für mobile Geräte mittlerweile eine große Rolle.

Für Unternehmen ist es wichtig, dass ihre Mobilitätsmaßnahmen die diversen mobilen Endgeräte und verschiedenen Plattformen (von iOS bis Android) unterstützen. Nachdem der Markt für Mobilgeräte immer vielfältig sein wird, wird diesen in absehbarer Zeit auch keine einzelne Plattform, ein durchgängiger Formfaktor oder eine bestimmte Technologie dominieren.

Bei der Entwicklung von mobilen Apps ist natürlich generell zu beachten, dass die Erwartungen der Endverbraucher erfüllt und sogar übertroffen werden. Sie müssen nicht nur in Sachen Utility dem Stand der Technik entsprechen, sondern auch in der Nutzererfahrung Maßstäbe setzen, beispielsweise was Bedienkomfort, Design und Gestaltung und ein einheitliches Erscheinungsbild angeht. Die heutigen Endanwender sind sehr technologie-affin und kennen die Möglichkeiten und Grenzen aktueller Technologien – schließlich arbeiten sie als begeisterte User täglich mit einem Computer, Tablet-PC oder anderen mobilen Geräten und Anwendungen.

Inwieweit unterstützen Sie als Anbieter bereits die Entwicklung mit HTML5? Und welche Umstellungen waren hierfür in Ihrer Entwicklungsabteilung vonnöten?
Müller-Jones:
HTML5-Entwicklungsaufgaben sind von Anfang an in unseren Mobile-App-Entwicklungsansatz einbezogen, daher war und ist keine Umstellung vonnöten.

Offiziell soll HTML5 erst 2014 verabschiedet werden, obgleich schon jetzt fleißig damit programmiert wird. Wie schätzen Sie die Möglichkeit eines „Fallbacks“ für die Entwickler nach offiziellem Release ein?
Müller-Jones:
Wir schätzen diese Möglichkeit gering ein, da es ein evolutionärer Prozess ist.

Welche Grenzen setzt HTML5 bei der App-Erstellung? Und welche Risiken birgt der Standard? Worin sehen Sie wiederum die Stärken von HTML5?
Müller-Jones:
Für den Einsatz von HTML5 ist unserer Ansicht nach von vorneherein ein durchgängiges Architekturkonzept notwendig. HTML5 läuft serverbasiert und ist damit in der Performance vom Empfang der mobilen Endgeräte abhängig. Der Großteil der Kritiker kommt deshalb aus dem Performance Management.

Dennoch gibt es eine Reihe von mobilen Webapplikationen, die die Stärken von HTML5 nutzen, um eine einheitliche Nutzererfahrung auf einer großen Vielzahl von mobilen Geräten umzusetzen. Da Browser für Mobilgeräte zunehmend HTML5-Support bieten, sind geräteunabhängige Lösungen möglich. Gekoppelt mit Open Source User Interface Frameworks wie Jquery und Javascript sind jetzt CSS3-Features und bessere Benutzeroberflächen in mobilen Webapplikationen umsetzbar.

Der Einsatz von HTML5 zusammen mit CSS3 führt zudem zu neuen Gestaltungsmöglichkeiten für die Entwicklung von mobilen Webapplikationen und der Entwicklungsmethode Responsive Web Design. Diese nutzt das „Mobility first/progressive enhancement“-Design-Prinzip und unterstützt Media-Queries, die Teil der CSS3-Spezifikation sind, um das Weblayout an verschiedene Bildschirmauflösungen anzupassen.

Inwiefern ist auch die Entwicklung nativer Apps auf Basis von HTML5 möglich?
Müller-Jones:
Dies geht derzeit nur unter Nutzung von sogenannten „native Wrappern“, die die nativen Funktionen eines Smart Devices ansprechen können.

Inwieweit könnte HTML5 andere Programmiersprachen bzw. native Apps verdrängen?
Müller-Jones:
Derzeit gehen wir davon aus, dass HTML5 eine Ergänzung darstellt, um plattformübergreifend entwickeln zu können.

Über welche Plattformen oder Stores werden die HTML5-Apps selbst vertrieben?
Müller-Jones:
Über die derzeitigen Kanäle und sicher über unternehmensspezifische App Stores.

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